Lokalsport

Bewerber im ersten Rampenlicht

Turnen Felix Pohl ist ab morgen beim DTB-Pokal dabei. Das Top-Ereignis steht diesmal ganz im Zeichen der Heim-WM.

Auf dem Sprung zur Heim-WM? Felix Pohl. Foto: Qingwei Chen
Auf dem Sprung zur Heim-WM? Felix Pohl. Foto: Qingwei Chen

Stuttgart. Die Erwartungen sind groß, die Spannung wächst. Im Jahr der Heim-WM vom 4. bis 13. Oktober in der Stuttgarter Schleyerhalle fiebern Spitzenturner in ganz Deutschland einem Karriere-Höhepunkt entgegen. Einer von ihnen ist ein Kirchheimer, für den das Jahr 2019 in mehrfacher Hinsicht einen Neubeginn bedeutet. Er ist zum ersten Mal seit Längerem verletzungsfrei, er turnt seit Jahresbeginn für einen neuen Verein in der Bundesliga, und er hat sein bisher größtes Ziel vor Augen: eine Weltmeisterschaft direkt vor der Haustür. Wenn Felix Pohl am Wochenende in der Stuttgarter Porsche-Arena im DTB-Pokal die deutsche Mannschaft vertritt, dann kann er dort zwar keine Quali-Punkte sammeln, doch es ist die erste Chance im WM-Jahr, durch gute Leistungen im DTB-Dress auf sich aufmerksam zu machen.

Der 22-Jährige aus Kirchheim weiß, dass bis Oktober einiges gut laufen muss, soll sein Traum in Erfüllung gehen. „Wenn alle fit sind, wird es schwer für mich“, bleibt er mit Blick auf seine WM-Chancen realistisch. Das Wichtigste: Er selbst ist nach langer Leidenszeit mit wechselnden Verletzungen wieder fit. „Wichtig war, wieder auf den alten Stand zu kommen“, sagt Felix Pohl. „Die Basis ist jetzt gelegt. Mir geht es gut.“

Der Wechsel vom MTV Stuttgart, der sein Männerteam nach Saisonende aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga abgezogen hat, zum TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau ist für ihn ein Glücksfall. „Ich wurde gut aufgenommen hier, fühle mich wohl und bin mit meiner Leistung zufrieden“, sagt er. Nach einer knappen Niederlage gegen den Tabellenzweiten aus Cottbus zum Auftakt vor zwei Wochen, feierten Pohl und sein Team am Wochenende gegen die Siegerländer KV den ersten Saisonerfolg. Pohl turnte zuletzt an vier Geräten, vor allem in seiner Paradedisziplin am Reck ist der deutsche Meister von 2017 auf dem Weg zu gewohnter Leistung.

Im DTB-Pokal ist der Kirchheimer im Mannschaftswettbewerb, der am morgigen Freitag mit den Qualifikationswettkämpfen beginnt, an Reck, Barren und am Sprung gesetzt. Am Pauschenpferd und Boden werden die Startplätze kurzfristig verteilt. Insgesamt 15 Teams kämpfen um den Einzug ins Finale der besten Sechs, das am Sonntag um 16 Uhr beginnt. Was die Chancen der DTB-Riege betrifft, wagt Felix Pohl keine Prognose. „Das Jahr ist noch jung“, meint er. „Da ist es immer schwer einzuschätzen, wer wie stark ist.“Bernd Köble

Anzeige