Lokalsport

Blaues Auge – grünes Licht

Basketball Nach dem dritten Tiefschlag gibt es auch gute Nachrichten von Kirchheims Basketballern: Seth Hinrichs wird am Freitag in Crailsheim wohl dabei sein können – Tim Koch darf zumindest hoffen. Von Bernd Köble

Keine Nachrichten sind nicht immer gute Nachrichten. Kein Internet, kein Telefonkontakt – Für Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt bedeutete Urlaub in den vergangenen Wochen zwangsläufig auch Abstand vom Sport. Dabei lagen Urlaub und Basketball emotional in diesen Tagen gar nicht weit auseinander. Während auf Kuba das öffentliche Leben in Staatstrauer versank, hingen auch daheim in der Teamzentrale der Knights die Fahnen auf Halbmast.

Die Niederlage gegen Trier war buchstäblich das Letzte, was Schmidt von der Mannschaft zu sehen bekam. Nach seiner Rückkehr gab es nennenswert nicht viel mehr an Positivem zu berichten. „Drei Spiele,“ muss er feststellen, die nicht gerade dazu beigetragen haben, dass wir am Freitag gestärkt nach Crailsheim fahren.“ Schmidt geht es dennoch auch darum, ehrgeizige Ziele von kaum gerechtfertigten Ansprüchen zu trennen: „Wir sind ehrgeizig genug, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen“, sagt er. „Aber es kann unter gegebenen Voraussetzungen nicht unser Anspruch sein, dauerhaft da oben zu stehen.“

Klingt fast schon philosophisch. Dabei kann Sport auch einfach sein: Die Mannschaft braucht dringend einen Sieg, um wieder an sich zu glauben. Alles Weitere ergibt sich dann. Wie groß die Verunsicherung im Moment ist, wurde in Hanau besonders deutlich. Weil die Ritter sich seit Wochen schwer damit tun, freie Würfe zu erarbeiten, werden die seltenen Gelegenheiten durch Halbherzigkeit zunichte. Statt den offenen Wurf zu wagen, kommt der letzte schlechte Pass – am Samstag war das mehr als einmal zu beobachten. Das lange Zeit offensivstärkste Team der Liga kränkelt inzwischen auch in der Exekutive: magere 21 Prozent beträgt die Dreier-Quote in den vier Spielen seit dem letzten überzeugenden Auftritt gegen Heidelberg Mitte November.

Headcoach Michael Mai nimmt seine Spieler in Schutz. „Wir haben nicht gut gespielt, und wir müssen uns steigern“, sagt er. „Aber man darf nicht nur die drei Niederlagen sehen.“ Was er meint: Gegen den MBC zu verlieren, ist kein Beinbruch. In Hanau standen zuletzt sieben gesunde Spieler zur Verfügung, nachdem Seth Hinrichs Mitte des zweiten Viertels mit einem tiefen Cut unter dem Auge direkt vom Spielfeld in die Klinik musste. Von da an war es schwer. Auch gegen einen Gegner, der nicht mehr als Mittelmaß verkörperte und selbst mit einem reduzierten Kader zurechtkommen musste. Die Heimniederlage gegen Trier, die vor zwei Wochen den Sinkflug einleitete, ist folglich die, die den Coach am meisten ärgert. Weil sie am schwersten zu erklären ist. „Dass uns Verletzungen in diesem Jahr besonders schmerzen würden“, sagt Michael Mai, „war schon vor der Saison jedem bekannt.“

Entwarnung für Hinrichs

Immerhin deutet sich in diesem Punkt Entspannung an: Seth Hinrichs, Kirchheims effektivster Spieler bisher, wird am Freitag in Crailsheim wohl dabei sein können. Die stark blutende Wunde unter dem Auge sah zwar übel aus und musste mit drei Stichen genäht werden. Von der befürchteten Gehirnerschütterung ist der Forward aber scheinbar verschont geblieben. „Es geht im gut. Vielleicht kann er am Mittwoch schon wieder trainieren“, zeigt sich der Trainer optimistisch. Auch, was Tim Koch angeht, der nach seiner schweren Bänderverletzung am Sprunggelenk die Belastung langsam aber stetig steigert. Ob es bei ihm für Freitag reichen wird, ist zwar nicht sicher, aber auch nicht ausgeschlossen. „Wir werden die nächsten Tage abwarten und uns dann mit den Ärzten beraten“, meint Michael Mai.

Das Weihnachtsspiel in Crailsheim erhält Brisanz, die es gar nicht nötig hätte. Daran gekoppelt die Frage, ob die Knights dort bleiben, wo sie seit dem siebten Spieltag am 29. Oktober ohne Unterbrechung stehen: auf Platz zwei. Im Falle einer Niederlage droht Platz vier. Vorausgesetzt die seit sechs Spielen ungeschlagenen Chemnitzer leisten sich am Donnerstag in Nürnberg nicht wider Erwarten einen Ausrutscher.

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