Lokalsport

Brennende Oberschenkel, heißes Wetter

Bissinger Meile Miller vor Braun: Es kommt zu einem Jesinger Doppelerfolg beim lokalen Radklassiker. Der Spaßfaktor bleibt bei allen sportlichen Ambitionen weiterhin dominierend . Von Reimund Elbe

Die Bissinger Meile: Nicht nur Treffpunkt für radsportlich AmbitionierteFotos: Mirko Lehnen
Die Bissinger Meile: Nicht nur Treffpunkt für radsportlich AmbitionierteFotos: Mirko Lehnen

Es war alles andere als kühl am Dachsbühl, doch die frühsommerlichen Temperaturen störten gestern beim lokalen Radklassiker keine Spur. „Bezüglich Wetter hatten wir diesmal sogar nahezu optimale Bedingungen“, rekapitulierte Rolf Braun, einer der Macher hinter den Kulissen des Kult-Events nach der 21. Auflage.

Zwar sorgten bis zu 27 Grad im Schatten während der Veranstaltung für zusätzliche Last bei Radlerinnen und Radlern, doch insbesondere die Windverhältnisse blieben konstant „Damit herrschte für alle Chancengleichheit“, erläuterte zufrieden Organisator Andreas Henssler, wohl wissend, dass in manchem Jahr morgens der Sturm übers Gelände fegte und nachmittags nur noch ein laues Lüftchen unterwegs war. Henssler und die rund 50 weiteren Helferinnen und Helfer konnten auch deshalb eine positive Bilanz ziehen, weil die Teilnehmerzahl bei über 150 lag und damit fast punktgenau das Resultat des vergangenen Jahres (156) einstellte.

Die doppelte Anzahl an Verwandten, Bekannten und anderweitigen Sympathisanten applaudierte zudem an der Strecke oder ließ es sich im kleinen Festzelt am Streckenrand gut gehen. Die beste Zeit lieferte der Jesinger Andreas Miller ab. Mit 2.50,87 Minuten verwies der Vorjahreszweite Routinier Markus Braun (ebenso aus Jesingen) mit rund eineinhalb Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Vorjahres-Triumphator Manuel Kast (Dettingen) wurde Dritter. Bei den Frauen lieferte Claudia Haug aus Kirchheim die schnellste Zeit ab.

Zwar fuhr mit Katrin Himmel-Heimisch eine Teilnehmerin noch zügiger den Dachsbühl hinauf, aber die startete in der Sonderwertung E-Bike.

Die Bissinger Meile ist eine Familienveranstaltung, was unter anderem Markus Moll wörtlich nahm. Der aus Bissingen stammende Vater absolvierte nicht nur selbst die schwierige Radsprintstrecke, sondern auch Tochter Frederike und Sohn Philipp. Moll quälte sich mit unerschütterlichem Sportsgeist nach über sieben Minuten ins Ziel. „Meine Oberschenkel brennen nämlich höllisch“, gab der Radler Einblick in seine körperliche Lage.

Für Sebastian Miller vom TSV Weilheim war die Strecke „zu kurz“, wie der Mountainbike-Fahrer mit Lächeln vermerkte. Der Langdistanz-Spezialist ist ansonsten bei Rennen bis zu fünf Stunden unterwegs. „Immerhin bin ich erstmals bei der Bissinger Meile unter drei Minuten gekommen, wenn auch nur knapp“, betonte Miller augenzwinkernd. Kaum wegzudenken von der „Meile“ ist Harald Wagner. „Er fährt eigentlich immer mindestens sechsmal am Veranstaltungstag die Strecke rauf“, erklärte Organisator Braun. Gestern wurden es für den Naberner gar zehn Aufstiege. Seine beste Zeit mit 4.46,94 Minuten läuft unter der Kategorie respektabel. Der Argentinier Facundo Lozeno sorgte für internationales Flair. Die unterhaltsamste Einlage des Tages lieferte Sven Carstens ab. Der Bissinger Lokalmatador nahm seine Freundin Alexandra Bohl kurzerhand auf den Lenker, fuhr in dieser Formation die Meilenstrecke hinauf. Sonderapplaus war dem Spaß-Duo sicher. Die wackelige Fahrt - auch ein Beweis, dass die Meile eben auch ein Stück weit eine Gaudi ist.

1 Impressionen von der „Meile“, eingefangen von Mirko Lehnen gibt es unter www.teckbote.de.

Die Bissinger Meile: Nicht nur Treffpunkt für radsportlich AmbitionierteFotos: Mirko Lehnen
Die Bissinger Meile: Nicht nur Treffpunkt für radsportlich AmbitionierteFotos: Mirko Lehnen
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