Lokalsport

Comeback auf großer Bühne

VfL-Turner Felix Pohl startet bei den deutschen Meisterschaften erstmals seit einer Hand-OP

Standortbestimmung an der Elbe: VfL-Turner Felix Pohl bestreitet bei der DM am Wochenende in Hamburg seinen ersten Wettkampf nach Verletzungspause.

Im Vorjahr gab‘s am Boden noch Bronze - was Felix Pohl diesmal bei der DM leisten kann, ist schwer einzuschätzen. Foto: Chen
Im Vorjahr gab‘s am Boden noch Bronze - was Felix Pohl diesmal bei der DM leisten kann, ist schwer einzuschätzen. Foto: Chen

Kirchheim. Mit Druck umzugehen, ist Felix Pohl gewohnt – wenn es um Leistung und Erwartungen von außen geht. Macht der Körper jedoch nicht mit, wie er soll, wird es auch für den sonst so abgebrühten Kirchheimer Vorzeigeturner schwierig. Seit ein schmerzhafter Abszess in der Hand ihn Mitte März unters OP-Messer zwang, hat der 20-Jährige keinen Wettkampf mehr bestritten. „Es ist so weit gut verheilt“, weiß Mutter und VfL-Turnurgestein Michaela Pohl, „aber am Reck und an den Ringen führt der Druck immer noch zu Schmerzen.“

Wie sich dies auf die Erfolgsaussichten des Bundesligaturners des MTV Stuttgart auswirkt, wenn er morgen gegen 12.30 Uhr in der Hamburger Sporthalle ins DM-Geschehen im Mehrkampf eingreift, ist darum schwer zu sagen. Eine Wiederholung des Vorjahrescoups, als er bei seiner ersten deutschen Meisterschaft nach dem Wechsel vom Jugend- in den Aktivenbereich Bronze am Boden holte, Fünfter am Reck wurde und den Mehrkampf als Siebter abschloss, scheint unter diesen Voraussetzungen jedoch unwahrscheinlich. „Felix nutzt die Wettkämpfe als Standortbestimmung“, sagt Michaela Pohl, die einen Finaleinzug des Filius‘ am einen oder anderen Gerät trotzdem nicht für ausgeschlossen hält. Sollte er in einer Disziplin unter die besten sechs kommen, würde sich der Hamburg-Trip für den Deutschen Juniorenmeister von 2014 um einen Tag verlängern: die Gerätefinals finden am Sonntag ab 12 Uhr statt.

Noch schwieriger einzuschätzen sind die Erfolgsaussichten des zweiten VfL-Eisens im DM-Feuer. Sarina Maier, die für die Kirchheimer Bundesligamannschaft turnt, bei der DM jedoch für ihren Heimatverein TB Neckarhausen startet, stellt sich am Samstag ab 17.30 Uhr der Frauenkonkurrenz.

„Suboptimal“, beschreibt Trainerin Michaela Pohl die Vorbereitung der 18-jährigen Studentin auf die DM, da Maier vor ihrer morgigen Abreise gen Hamburg noch eine Prüfung absolvieren muss. Was ihre drei Titel an Barren, Balken und Vierkampf bei den baden-württembergischen Meisterschaften vor zehn Wochen gegen Topkonkurrenz wie die Olympiakandidatinnen Elisabeth Seitz und Kim Bui (beide MTV Stuttgart) wert sind, wird sich morgen zeigen. Betreut wird Maier in Hamburg übrigens von ihrer Kirchheimer Bundesligakollegin Pia Pohl, die die DM-Mehrkampfquali bei den Landesmeisterschaften mit 42,90 Punkten um 5,10 Zähler verpasst hatte.

Qualirunde für Olympia

58 Teilnehmer Das Aufgebot für die DM in Hamburg, die gleichzeitig erste Qualifikationsrunde für Olympia in Rio ist, liegt bei insgesamt 58 Startern, davon kämpfen 22 Turnerinnen und 36 Turner um die nationalen Titel. Spannung und Emotionen sind vorprogrammiert, da aus diesem DM-Pool nur je zwölf Turnerinnen und 14 Turner in der zweiten Qualifikationsrunde am 9. Juli in Frankfurt am Main nochmals ran dürfen. Wer schlussendlich die Nase vorn hat und sich in die Olympia-Mannschaften der Frauen und Männer turnen konnte, wird im Rahmen einer Pressekonferenz am 10. Juli in Frankfurt verkündet. Die Titelkämpfe in Hamburg werden live im Netz übertragen unter sportdeutschland.tv/turnen/pm

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