Lokalsport

Dank „Dixie“ ist die dreijährige Durststrecke beendet

Mountainbike Dass Manuel Fumic erstmals seit 2015 wieder auf ein Weltcup-Podium gefahren ist, lag auch an den taktischen Vorgaben seines britischen Trainers. Von Erhard Goller

Über Stock und Stein ins Glück: Manuel Fumic ist in Nove Mesto auf Platz fünf gefahren. Foto: Sebastian Sternemann
Über Stock und Stein ins Glück: Manuel Fumic ist in Nove Mesto auf Platz fünf gefahren. Foto: Sebastian Sternemann

Fast drei Jahre nach dem dritten Platz im englischen Windham ist Mountainbike-Profi Manuel Fumic erstmals wieder auf das Podium eines Weltcup-Rennens gefahren. Im tschechischen Nove Mesto hatte der Kirchheimer vor einer mächtigen und lautstarken Zuschauerkulisse ein derart kluges Rennen gezeigt, wie kaum jemals zuvor. Der Kirchheimer hielt sich aus allen Scharmützeln während des Rennens heraus und verzichtete zweimal darauf, eine Lücke zur jeweiligen Spitzengruppe zu schließen - ein taktischer Kniff, den sich sein britischer Coach Phil Dixon ausgedacht hatte. „Dixie hat mich da gebremst, weil er wusste, dass es für mich besser ist, konstant zu fahren“, sollte Fumic im Ziel analysieren.

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Vorne hatte es Weltmeister Nino Schurter (Schweiz) mit wechselnder Begleitung zu tun. Erst war es der Niederländer Mathieu van der Poel, der später jedoch stürzte und ausschied, dann sein Schweizer Landsmann Lars Forster und schließlich der Neuseeländer Anton Cooper und Fumics Cannondale-Teamkollege Maxime Marotte.

Fumic selbst war in einer Gruppe ab Platz sieben unterwegs, aber immer nur ungefähr eine halbe Minute von der Spitze entfernt. Ab der siebten von insgesamt acht Runden begann sich die Gruppe der fünften Position von Europameister Florian Vogel zu nähern. Bevor es in die letzte Runde ging, hatte das Quartett den Schweizer eingeholt - das Rennen um Platz fünf war eröffnet.

Fumic führte die Gruppe in einen steilen Anstieg, und Lokalmatador Jaroslav Kulhavy attackierte. Doch der Kirchheimer konnte parieren. „Ab da bin ich nur noch Vollgas gefahren“, erklärte Fumic, wie er sich den begehrten fünften Platz auf dem Podium holte. In den technischen Passagen vergrößerte er seinen Vorsprung und rollte mit 49 Sekunden Rückstand auf Schurter (1.21,31 Stunden) über die Ziellinie. Der Weltmeister hatte Anton Cooper im Sprint hauchdünn geschlagen.

Den Short-Track-Wettbewerb der besten 40 hatte der Kirchheimer auf dem siebten Platz beendet, der für das Cross-Country-Rennen die erste Startreihe und 60 Weltcup-Punkte garantierte.

Pfäffle beißt sich durch

Der Neuffener Christian Pfäffle konnte nach einer von Krankheit geprägten Woche mit seinem 37. Platz zufrieden sein. Die Startrunde war etwas unglücklich verlaufen, sodass er danach von Position 67 Anlauf nehmen musste. „Am Start war wieder Chaos, aber ich habe mich gut gefühlt. Es hat ein wenig der Punch gefehlt, aber sonst war es gut“, kommentierte er sein Rennen, das er mit 3,46 Minuten Rückstand abschloss.

Sein Vereinskamerad vom MTB Teck, Luca Schwarzbauer, erlebte in Nove Mesto ein rabenschwarzes Rennen. Mit mehr als sechs Minuten Rückstand auf den Sieger Vlad Dascalu aus Rumänien kam der Reuderner nicht über Platz 50 hinaus. Dabei war er nach einem glänzenden Start als Vierter aus der 2,8 Kilometer langen Startrunde gekommen. Doch dann ging es nur noch rückwärts. „Verstehen tu‘ ich das noch nicht“, schüttelte Schwarzbauer den Kopf. Nach einer Serie starker Rennen in diesem Frühjahr war möglicherweise auch die Erwartung an sich selbst zu hoch.