Lokalsport

Dank „Vitamin B“ zum Teckbotenpokal

Warum die drei Turniernovizen aus Altbach, Lichtenwald und Laichingen in Ötlingen teilnehmen

Not macht erfinderisch: Teckbotenpokal-Ausrichter TSV Ötlingen machte daher aus besagter Not eine Tugend: Da sich zu wenig Turnierteilnehmer aus dem Dunstkreis der Teck angemeldet hatten, erweiterten Horst Koch und Kameraden kurzerhand den geografischen Einladungsradius und verließen sich dabei weitestgehend auf „Vitamin B“.

Spielplan

Turniernovizen unter sich: Der SC Altbach und der TSV Laichingen trennten sich am Sonntag 0:0.
Turniernovizen unter sich: Der SC Altbach und der TSV Laichingen trennten sich am Sonntag 0:0.

„Vitamin B“ steht, wie jeder weiß, für Beziehungen – und die schaden bekanntlich nur dem, der sie nicht hat. Es ist parallel zum Fußballverband quasi ein Netzwerk alter oder auch neuerer Seil- und Freundschaften – manchmal aus reinem Selbsterhaltungstrieb, manchmal aber auch ganz herzlichen Gründen.

Bereits bei früheren Turnieren sorgten, wie es einst ein altgedienter Fußball-Funktionär ausgedrückt hatte, „teckfremde“ Vereine, für zusätzliches Salz in der Turniersuppe. Die Klubs hießen etwa TSG Zell, TSV Wernau, TV Hochdorf, TSV Gruibingen, TSV Obere Fils oder SV Westerheim. In diesem Jahr schafften es drei neue Namen auf die Exotenliste.

Aus nordwestlicher Richtung begrenzt nun der SC Altbach mit einer Anfahrt von rund 13 Kilometern den Turnierumkreis. Die ambitionierte Bezirksligatruppe, in der abgelaufenen Saison immerhin Tabellenfünfter, wird von Thomas Stumpp trainiert. Der DFB-A-Lizenz-Inhaber war einst erfolgreich als A- und B-Junioren-Trainer beim VfL Kirchheim aktiv und trainierte interimsweise auch die damalige Oberligamannschaft der „Blauen“. Über den SSV Reutlingen gelangte Stumpp zum SC Altbach, der von Insidern heuer durchaus als einer der Turnierfavoriten angesehen wird. Warum die Altbacher in Ötlingen antreten, wird spätestens dann klar, wenn man bedenkt, dass Stumpp aus Deizisau stammt. Sein halbes (Fußballer-)Leben hat er mit einem anderen Deizisauer verbracht: Dirk Heinemann – und der ist bekanntlich Trainer des TSV Ötlingen.

Aus nördlicher Richtung und mit einer Anfahrt von rund 15 Kilometern gesellt sich der TSV Lichtenwald dazu. Das Team vom Schurwald ist gerade mit neun Punkten Vorsprung und einem beeindruckenden Torverhältnis von 83:18 in die Kreisliga A aufgestiegen und kickt in der kommenden Runde in der Staffel 1. „Wir wollen nur nicht gleich wieder absteigen wie nach den letzten beiden Meisterschaften“, ist der Wunsch von Abteilungsleiter Martin Butschler. Um diesen zu erfüllen, leisten sich die Lichtenwalder den Luxus eines dreitägigen Trainingslagers im Schwarzwald. „Das Hotel hat einen eigenen Sportplatz und ist somit ideal“, weiß Butschler, der die Aktion über die Hauptvereins- und Abteilungskasse finanziert, dabei aber auch die Akteure mit 50 Prozent der Kosten mit ins Boot nimmt. Für ein Novum hatten die Schurwälder gesorgt, als bekannt wurde, dass Meistertrainer Eric Ahls trotz Aufstiegs demissionieren wird. Nachfolger – und damit auch Bindeglied zur Teckregion – ist Björn Kluger, der bis zuletzt noch die Weilheimer Frauenmannschaft in der Landesliga trainiert hatte und beim letztjährigen Turnier unter der Limburg kräftig mit angepackt hatte.

Die südöstlichste Ausdehnung des Turnierkreises markierte bislang der SV Westerheim, der 2013 zu Gast in Neidlingen war. Die Ötlinger wagten sich noch ein Stück weiter gen Osten, klopften damit an die Grenzen Ulms und luden den TSV Laichingen ein. Der A-Kreisligist aus dem Fußball-Bezirk Donau-Iller nimmt eine Anfahrt von nicht weniger als 40 Kilometer in Kauf, um an dem einwöchigen Spektakel teilzunehmen. „So etwas in der Art gibt bei uns in der Gegend nicht“, beschreibt Fußball-Abteilungsleiter Thomas Waibel die Beweggründe für die Teilnahme, die auf Bitte des Trainers in die Tat umgesetzt wurde. Der heißt Heiko Lepadusch, war einst Torhüter beim Oberligisten VfL Kirchheim und ist Bruder des Ötlinger A-Junioren-Trainers Markus Lepadusch. Abteilungsleiter Waibel hatte übrigens vergangenes Jahr schon von dem Turnier gehört, weil er beruflich in Weilheim unterwegs war – als Kaminfeger. Glück gehabt!

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