Lokalsport

Das Ausländerproblem

Tischtennis Nur ein Sieg bisher – Neuling VfL Kirchheim zahlt in der Oberliga Baden-Württemberg bisher Lehrgeld. Mit den Neuzugängen gab es Probleme. Von Thomas Pfeiffer

VfL-Hoffnungsträger im Oberliga-Abstiegskampf: Der Inder Sanmay Paranjape.Foto: Markus Brändli
VfL-Hoffnungsträger im Oberliga-Abstiegskampf: Der Inder Sanmay Paranjape.Foto: Markus Brändli

Die Lage ist ernst. Zwei Spiele vor dem Hinrundenende am 11. Dezember steht die Oberliga-Mannschaft des VfL Kirchheim mit sechs Niederlagen in sieben Partien auf Tabellenplatz neun – ein sicherer Abstiegsplatz. Nur Schlusslicht SC Staig steht im Zehnerfeld mit einem Zähler noch schlechter da. Gegen die 0:9-Wertung der beim TTC Bietigheim-Bissingen am 20. November kampflos verlorenen Partie hat der Verein allerdings Einspruch eingelegt. Ein Stau hatte das rechtzeitige Eintreffen in der Sporthalle verhindert. „Der Deutsche Tischtennis-Bund hat noch kein Urteil gefällt. Das kann einige Wochen dauern“, sagt TTVWH-Geschäftsführer Thomas Walter.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Protest abgeschmettert, doch den VfL-Spielern hilft das nicht wirklich. „Für uns geht es in dieser Saison nur noch darum, auf den drittletzten Platz zu klettern und dann auf die Relegation zu hoffen“, glaubt VfL-Routinier und Vize-Abteilungsleiter Klaus Hummel. VfL-II-Mannschaftsführer Jan Eder glaubt dasselbe. Ohne starken Ausländer an Position eins reiche es der Ersten nicht.

Einen solchen besaß der VfL zuletzt nur auf dem Papier: Von sieben Vorrundenpartien konnte der Inder Sanmay Paranjape (21) lediglich eine bestreiten. Was umso bitterer war, weil in den „engen“ Spielen gegen TTC Gnadental und TB Untertürkheim mit Paranjape wohl mehr drin gewesen wäre als ärgerliche 7:9-Niederlagen. Paranjape, der in die Nationalmannschaft will und deswegen daheim Turniere bestreiten muss, fehlt dem VfL an allen Ecken und Enden. Ohne ihn fehlen wichtige Punkte.

Der VfL und sein Ausländerproblem: Während Paranjape spielen wollte, aber nicht konnte, hatte man bei Zweit-Neuzugang Ricardo Jimenez Perez (Puerto Rico) den Eindruck, dass er für den VfL weder spielen konnte noch wollte. Der zum ersten Oberliga-Pflichtspiel am 24. September angekündigte Flug nach Deutschland kam jedenfalls nie zustande. Angeblich hatten sich die zuständigen US-Behörden bei der Ausreise wegen abgelaufener Papiere quer gestellt. Als der Spieler auch noch tagelang nichts von sich hören ließ, reagierten die VfL-Verantwortlichen prompt: Über die deutsche Spieleragentur ließen sie Perez absagen. „Wir werden Lehren aus diesem Fall ziehen“, sagt Klaus Hummel, der zusammen mit Jan Eder quasi der Auslandtransfer-Beauftragte der Abteilung ist. Welche Lehren das sind, ließ er offen.

Inzwischen gibt‘s gute Nachrichten über Sanmay Paranjape, der zurück in Kirchheim ist und laut Jan Eder die Vorrunden-Restspiele in Staig am kommenden Sonntag (14 Uhr) und beim TTV Ettlingen (11. 12.) bestreiten wird. Danach, so der Plan, feiert Paranjape erst in seinem Heimatland Weihnachten und dann in Kirchheim sein Comeback in der LUG-Halle: „Paranjape soll möglichst alle neun Rückrundenpartien für uns spielen“, sagt Eder. Spätestens ab dem 21. Januar, wenn wieder Staig der Gegner ist, helfen dem VfL nur zwei Dinge, um das Abstiegsgespenst in die Flucht zu schlagen: eine energische Aufholjagd und ein starker Ausländer.

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