Lokalsport

Das Beste kommt zum Schluss

Tischtennis Mit einem sensationellen 9:7-Heimsieg gegen Oberliga-Tabellenführer TTSF Hohberg verabschiedet sich der VfL Kirchheim in die Winterpause.

Manuel Mangold (hinten) und Klaus Hummel behielten im entscheidenden Doppel die Nerven. Foto: Markus Brändli
Manuel Mangold (hinten) und Klaus Hummel behielten im entscheidenden Doppel die Nerven. Foto: Markus Brändli

Vier Doppelpunkte und drei Siege im vorderen Paarkreuz waren ausschlaggebend für das überragende Vorrunden-Finish des VfL-Sextetts, das als Tabellenfünfter der Oberliga mit 9:7 Punkten ganz entspannt den Jahreswechsel genießen kann.

Der Spitzenreiter aus dem Vorort von Offenburg war ohne seine chinesische Nummer zwei, Shidong Li, angereist, der bislang ohnehin nur knapp die Hälfte aller Spieltage bestritten hat. „In dieser Konstellation hatten wir Außenseiterchancen“, wusste der freudestrahlende Routinier Klaus Hummel nach dem gewonnenen Abschlussdoppel.

Und diese Chance haben die Teckstädter genutzt und dabei, wie ihre 50 Fans, im Verlauf der über vierstündigen Spielzeit ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Dass auf den Doppelpartien ein besonderes Augenmerk lag, war nicht nur der Tatsache geschuldet, dass beide Teams hier die besten Duos der Liga stellen. Sowohl Mangold/Hummel als auch Geßner/Goll legten los wie die Feuerwehr und gaben jeweils nur einen Satz ab. Die Partie der Dreierdoppel war lange extrem ausgeglichen, doch dann setzten sich Gantert/Strauch gegen Bußhardt/Becker im Entscheidungssatz ab, sodass eine 3:0-Führung zu Buche stand.

Manuel Mangold ließ dem jungen Neumaier danach keine Chance, während Simon Geßner gegen den Gäste-Topmann aus Litauen, Kestutis Zeimys, keine Mittel fand. Ebenfalls zur Punkteteilung kam es im mittleren und hinteren Paarkreuz, sodass der Drei-Punkte-Vorsprung nach dem ersten Einzeldurchgang Bestand hielt.

Dass Mangold einen Sahnetag erwischt hatte, musste der zwischenzeitlich resignierende Zeimys anerkennen, der den knallharten Vorhandtopspins des VfL-Topmannes nichts entgegensetzen konnte. „Das war mein bislang bes­tes Match im VfL-Dress“, freute sich der Neuzugang aus Aalen, der im Laufe der Vorrunde nicht immer mit sich zufrieden gewesen war.

Als am Nebentisch dann auch noch Geßner in drei knappen Sätzen Neumaier niederrang, schauten sich nicht nur die Zuschauer fragend an, ob der Spielstand von 8:3 tatsächlich der Realität entsprach.

Youngster Goll als Unglücksrabe

Doch der Tabellenführer aus Baden zeigte Moral und kämpfte sich in die Partie zurück, während bei den Gastgebern das Zittern begann. Matthias Gantert hielt gegen Schaufler zwar gut mit, konnte aber nichts Zählbares verbuchen, während am Nachbartisch VfL-Nachwuchsmann Dominik Goll zum Unglücksraben des Spieltags avancierte. Zum zweiten Mal an diesem Tag musste der aufopferungsvoll kämpfende Weilheimer seinem Gegner beim 11:13 im Entscheidungssatz gratulieren. Klaus Hummel fand anschließend gegen den fehlerfrei agierenden Becker kein Rezept.

Jetzt lagen die VfL-Hoffnungen auf Patrick Strauch, der gegen Degen bis zur 2:0-Satzführung der klar bessere Akteur war. Die Nervenanspannung war förmlich zu spüren, und das Spiel drehte komplett, sodass beim Stand von 8:7 das Abschlussdoppel die Entscheidung bringen musste. Nach 2:2-Satzteilung und trotz schlechterer Aufstellungskonstellation im fünften Satz hielten Manuel Mangold und Klaus Hummel in einem Kraftakt ihre Zu-null-Doppelbi­lanz sauber und holten den viel umjubelten Siegpunkt für die Gastgeber. kh

Spielstenogramm
VfL Kirchheim - TTSF Hohberg 9:7
Mangold/Hummel - Schaufler/Degen 3:1; Geßner/Goll - Zeimys/Neumaier 3:1; Gantert/Strauch - Bußhardt/Becker 3:2; Mangold - Neumaier 3:0; Geßner - Zeimys 0:3; Gantert - Bußhardt 3:1; Goll - Schaufler 2:3; Hummel - Degen 3:1; Strauch - Becker 1:3; Mangold - Zeimys 3:1; Geßner - Neumaier 3:0; Gantert - Schaufler 0:3; Goll - Bußhardt 2:3; Hummel - Becker 1:3; Strauch - Bußhardt 2:3; Mangold/Hummel - Zeimys/Neumaier 3:2

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