Lokalsport

Das letzte Mal solo

Handball In der letzten Spielzeit vor dem Zusammenschluss der beiden Teams verfolgen die Bezirksligisten SG Lenningen und TSV Owen unterschiedliche Ziele. Von Reimund Elbe

Im Anflug auf die neue Saison: Marc Pisch und die SG-Handballer gelten in der Bezirksliga als Titelanwärter. Foto: Markus Brändli

Die Teckklub-Dominanz in der vergangenen Bezirksliga-Saison war erdrückend. Während sich Meister VfL Kirchheim schließlich gen Handball-Landesliga verabschiedet hat, stehen Vizemeister SG Lenningen und der Tabellendritte TSV Owen vor einer ganz besonderen Runde - der letzten vor dem Zusammenschluss in einer Spielgemeinschaft.

In Lenningen wird zum Rundenstart kein Understatement betrieben. „Natürlich wollen wir versuchen, wieder vorne mitzuspielen“, sagt der Chefcoach. Peter Schmauk geht in seine zweite Saison bei der SGL, musste im Sommer keine große Personalfluktuation im Team verkraften. Spektakuläre Neuzugänge gibt es ebenso wenig wie Abgänge. Zwei Rückkehrern (Tobias Baumann, Max Bächle) stehen zwei Akteure gegenüber, die künftig deutlich kürzer treten und deshalb nicht mehr zum Kader gehören: Ricky Austen und Oliver Ringelspacher.

Wenn am 22. September die Punktrunde mit der Auswärtspartie in Bernhausen beginnt, kann Schmauk somit nahezu auf denselben Kader zurückgreifen, wie in der Spielzeit zuvor. „Bedingt durch die Urlaubszeit bin ich mit dem Verlauf der Vorbereitung allerdings nicht hundertprozentig zufrieden“, schränkt er ein.

Durch das Freilos in der ersten Runde des Bezirkspokals falle zudem ein spezieller Härtetest weg. In den Tagen bis zum Rundenbeginn feilt Schmauk noch an den Spielsystemen. „Wir wollen variabler werden“, kündigt der Coach an. Im Trainingsalltag standen die 3-2-1-Deckung sowie 6-0 im Vordergrund.

Eine besondere Prüfung wartet am 17. November: Dann duelliert sich die SG Lenningen letztmals in heimischer Halle mit dem TSV Owen. Am 23. März 2019 folgt ein paar Kilometer weiter beim Rückspiel der Showdown. Peter Schmauk sieht die Angelegenheit absolut pragmatisch. „Owen ist in dieser Saison immer noch unser Gegner, genauso wie wir es für Owen sind“, erklärt der SG-Chefcoach trocken. Zumal die Lenninger sich mit dem erklärten Ziel des Kampfes um den Titel deutlich vom Nachbarn unterscheiden.

Zurückhaltung in Owen

Während nämlich bei der SGL aus dem Anvisieren eines Spitzenplatzes kein Hehl gemacht wird, klingen die Töne aus Owen etwas zurückhaltender. Nach unruhigen, von Emotionalität geprägten Wochen, wollen die Herzogstädter vor allen Dingen Ruhe und Stabilität zurückgewinnen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Entgegen erster Befürchtungen blieb ein Spieler-Exodus aus. Marius Dotschkal, der neue Trainer mit langer sportlicher TSVO-Vita, komme laut Owens Sprecher Raphael Schmid beim Team und im Umfeld „gut an, mache zudem ein „Top-Training“.

Die Laune steigerte zudem ein hochkarätiger Neuzugang. Vom Oberliga-Aufsteiger TSV Zizishausen kam auf den letzten Drücker Linkshänder Patrick Renner-Slis - ein Königstransfer für einen Bezirksligisten.

Inklusive der Klett-Brüder Steffen und Bastian haben entgegen der Befürchtungen nur vier Akteure den TSV verlassen. Der Verlust könnte weit weniger wiegen als befürchtet. „Zumindest hat unser Team in den Vorbereitungsspielen gute Ansätze erkennen lassen“, gibt sich Raphael Schmid optimistisch. Ziel in der Punktrunde, die für den TSV Owen am 29. September mit der Heimpartie gegen Landesliga-Absteiger TSV Grabenstetten beginnt, sei es, „möglichst schnell möglichst viele Punkte zu holen“.

Die Schmach eines Abstiegs als Mitbringsel in die Ehe mit der SG Lenningen wollen die Owener logischerweise vermeiden. Dem Zusammenschluss sehen die Owener übrigens auch sachlich entgegen. „Für unsere Spieler heißt dies doch ganz konkret, dass sie sich in dieser Runde präsentieren und womöglich für das kommende Team empfehlen können“, meint Schmid - der Brisanz für die letzten beiden Derbys ist dies durchaus förderlich.

Zeitenwende an der Albkante

Grabenstetten. Auf der Albhochfläche beginnt eine neue Zeitrechnung in Sachen Handball: Mit dem Abstieg aus der Landesliga endete für den TSV Grabenstetten im Frühjahr eine 20-jährige Zugehörigkeit zum Spielbetrieb auf Verbandsebene. Seit der Saison 1997/98 waren die „Höllenblitze“ als kleinste Gemeinde in der Landesliga, zwischendurch sogar in Verbands- und Württembergliga auf Torjagd gegangenen.

Die Mannschaft muss nach dem Abstieg den Abgang von fünf teils langjährigen Leistungsträgern verkraften. Trainer Christoph Lanfermann, der die Mannschaft im Januar vom zurückgetretenen Michael Rehkugler (jetzt Weilheim) übernommen hat, kann dennoch auf eine schlagkräftige Truppe zählen. Mit Tobias Haase kehrt ein Grabenstetter Urgestein zurück, das über einige Jahre Bezirksligaerfahrung bei der SG Ober-/Unterhausen verfügt. Von der TSG Münsingen kommt mit dem 25-jährigen Marco Brändle ein weiterer erfolgshungriger Spieler. Aus der zweiten Mannschaft stoßen Oliver Kullen, Markus Joachim und Dennis Buck dazu.

„Leih-Keeper“ aus Neuhausen

Die erste brenzlige Situation konnte bereits behoben werden, nachdem es galt, einen weiteren Torwart finden: Jonas Stäbler musste sich in der Vorbereitung einer OP am Ellbogen unterziehen und wird voraussichtlich erst Ende des Jahres wieder einsatzbereit sein. Bis dahin unterstützt die Grün-Weißen der 22-jährige Oliver Klaussmann, der im Moment dritter Torhüter des TV Neuhausen II ist. Dessen Coach Markus Bühner verständigte sich jedoch mit Grabenstettens Christoph Lanfermann auf eine Ausleihe.male

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