Lokalsport

Das Schicksals-Wochenende

Handball-Bezirksliga In den Hallen in Kirchheim und Weilheim fallen heute Abend Vorentscheidungen im Kampf um Meisterschaft und Klassenerhalt.

Hart zur Sache ging es Ende Oktober beim 20:20 im Hinspiel zwischen dem VfL Kirchheim und der SG Lenningen.Foto: Genio Silviani
Hart zur Sache ging es Ende Oktober beim 20:20 im Hinspiel zwischen dem VfL Kirchheim und der SG Lenningen.Foto: Genio Silviani

Im Grunde hat sich nichts geändert. Der VfL Kirchheim kann sich aus eigener Kraft Aufstieg und Titel in der Handball-Bezirksliga sichern. Trotzdem: Es könnte eng werden für den Tabellenführer. Spätestens dann, wenn das mit Spannung erwartete Derby heute Abend ab 19.30 Uhr in der Walter-Jacob-Halle gegen die SG Lenningen verloren ginge. Das Spiel ist für beide Teams das wohl bedeutendste der bisherigen Saison. Und: Der VfL ist angezählt.

Kirchheim benötigt alle verfügbaren Kräfte, und das sind nicht viele. Nach dem Saison-Aus für Robin Habermeier, der sich in Denkendorf am vergangenen Samstag einen Bruch der Augenhöhle zuzog, bestätigten sich auch bei Marcel Metzger die schlimmsten Befürchtungen. Die Knieverletzung aus dem Training vergangene Woche - das ergab ein MRT vor wenigen Tagen - ist Metzgers dritter Kreuzbandriss. Das bedeutet gleichzeitig das endgültige Karriereende. Definitiv fehlen werden heute zudem der gesperrte Kreisläufer Peter Sadowski und der gesundheitlich angeschlagene Rechtsaußen Simon Latzel sowie Torhüter Oliver Latzel, der sich in Denkendorf am Knöchel verletzte.

Sechs Spieltage vor Schluss muss der Rest der Mannschaft das Schiff sicher in den Hafen bringen. Ein Sieg wäre die halbe Miete im Titelrennen, zumal dann auch der direkte Vergleich mit den Lenningern für den VfL spräche. Das Hinspiel endete unentschieden. „Jeder Einzelne wird heute alles geben“, verspricht VfL-Coach Engelbert Eisenbeil, der im Training eine „Jetz-erst-recht-Stimmung“ ausmachte. Er sagt: „Wir werden dieses Spiel gewinnen.“ Die Statistik macht den Kirchheimern Mut. Seit dem 9. Januar 2016 ist der VfL zu Hause ungeschlagen.

Die SG würde dem freilich gerne ein Ende setzen. Lenningens Trainer Peter Schmauk hat dabei gleich zwei Vorteile auf seiner Seite: Er hat bis auf den länger verletzten Adrian Schmid alle Mann an Bord. Auch Ricki Austen hat sich diese Woche zurückgemeldet. Gleichzeitig verspüren die Lenninger wenig Druck. Ein Spitzenplatz oder gar der Aufstieg sind Ziele, für die es vor der Saison einen Zwei-Jahres-Plan gab. Deshalb sagt Schmauk: „Wir können mit der momentanen Situation durchaus zufrieden sein.“

Weilheim vor „Endspiel“

Alles andere als das gilt derzeit beim TSV Weilheim. Auch für die Roten geht es heute Abend ab 20 Uhr um mehr als nur zwei Punkte. Eine Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten Altbach wäre eine Katastrophe und ein großer Schritt in Richtung Abstieg. Vier Punkte Rückstand auf den rettenden zehnten Platz bei dann noch fünf ausstehenden Spielen - eine gewaltige Hypothek. „Uns ist allen bewusst, dass es am Samstag um sehr viel geht“, sagt Trainer Timo Klein und ergänzt: „Wir müssen alles in die Waagschale werfen - gemeinsam schaffen wir das.“ Gemeinsam, damit sind auch die Fans gemeint. Mannschaft und Trainergespann hoffen heute Abend auf eine brechend volle Lindachsporthalle. Dort werden wohl auch die Nerven eine Rolle spielen. Gegner TV Altbach, der gegen Tabellennachbar Neckartenzlingen zuletzt doppelt punktete, steht ähnlich unter Druck. Sicher ist: Heute Abend könnte in der Bezirksliga eine Vorentscheidung fallen: im Abstiegskampf ebenso wie an der Spitze.bk/jm/pa

So wollen sie spielen

VfL Kirchheim: Pisch - Real, Mikolaj, Pradler, Merkle, Keller, Böck, Schwarzbauer, Hamann, Rudolph

SG Lenningen: Lamparter, Reichle - Bezold, Nebenführ, Rieke, Renz, Ringelspacher, Austen, Haid, L. Bächle, M. Bächle, Pisch, M. Trenkle, T. Trenkle

TSV Weilheim: Illi, Latzel - Driesnack, Klett, Seyferle, Pfeffer, Roth, Banzhaf, Höfert, Hiller, Klein, Allgaier, Sigel, Späth, Stark

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