Lokalsport

Das Selbstbewusstsein kennt keine Grenzen

Turnen Der VfL Kirchheim steht vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga, muss dafür allerdings am Samstag den Aufstiegswettkampf gegen die KTV Hohenlohe gewinnen. Von Peter Eidemüller

Standhaft auch in Oberhausen? Marcus Bay und die VfL-Turner gehen als Favoriten ins Aufstiegsfinale. Foto: Markus Brändli
Standhaft auch in Oberhausen? Marcus Bay und die VfL-Turner gehen als Favoriten ins Aufstiegsfinale. Foto: Markus Brändli

Das ranghöchste Turnteam der Teckregion trennt nur noch ein Sieg vom Aufstieg in die 2. Bundesliga. Wenn der VfL Kirchheim im Rahmen des Aufstiegsfinales am kommenden Samstag ab 18 Uhr in Oberhausen gegen die KTV Hohenlohe antritt, ist der Meister der 3. Liga Süd gegen den Zweitplatzierten der Nord-Staffel klarer Favorit - glaubt zumindest VfL-Trainer Matthias Pohl: „Wenn wir so turnen wie während der Saison, dürfte nichts anbrennen.“

Überheblichkeit oder Realismus? Bei einem Blick auf die nackten Zahlen eher Letzteres: Der VfL reist mit der Empfehlung von sieben souveränen Saisonsiegen als ungeschlagener Meister nach Oberhausen, wo die jeweiligen zwei Erstplatzierten der beiden dritten Ligen um zwei Aufstiegstickets kämpfen.

Das Duell gegen den vermeintlich stärkeren Nord-Meister KTT Oberhausen, der wie der VfL alle sieben Saisonwettkämpfe gewonnen hat, bleibt den Kirchheimern erspart. Der Gastgeber trifft zeitgleich auf Süd-Vize KTV Straubenhardt II, gegen den der VfL vor knapp drei Wochen sein Meisterstück gemacht hat. Da die Nord-Staffel gemeinhin als schwächer gilt, ist sich Matthias Pohl sicher, dass die Straubenhardter dem VfL in die 2. Liga folgen werden.

Das Selbstvertrauen der Kirchheimer fußt auf der Ausgeglichenheit des Kaders, der seit Längerem unverändert ist. Mit nahezu der gleichen Truppe war der VfL vor knapp einem Jahr wegen eines mickrigen Gerätepunkts aus der 2. Liga abgestiegen. „Vom Leistungsniveau her ist das auch die Liga, in die wir langfristig hingehören“, sagt Pohl.

Auf dem Weg dorthin wartet mit der KTV Hohenlohe am Samstag ein Gegner auf die Teckstädter, der vor allem von zwei Männern getragen wird. Mike Hindermann, Cousin der ehemaligen Stuttgarter Nationalmannschaftsturnerin Marie-Sophie Hindermann, hat die Saison in der Nord-Staffel als drittbester Punktesammler abgeschlossen. Daneben gilt der belgische Gastturner Yureck van Eetvelt als stabilster Scorer des in Öhringen beheimateten Teams, das in sieben Saisonwettkämpfen zwei Niederlagen gegen Oberhausen und Bochum einstecken musste - für VfL-Coach Pohl ein weiteres Indiz für die Favoritenrolle seines Teams: „Es liegt nur an uns, das nach Hause zu bringen.“

Reisebus gechartert

Die größte Unwägbarkeit scheint angesichts des überbordenden Kirchheimer Selbstvertrauens tatsächlich abseits der Sporthalle der Oberhausener Heinrich-Böll-Gesamtschule zu drohen: Um etwaigen Verspätungen durch Staus zu entgehen, machen sich die Kirchheimer Turner mit Freunden und Familien im eigens gecharterten Reisebus am Samstag bereits morgens um acht auf den Weg ins rund 460 Kilometer entfernte Oberhausen - sollte dort nichts schiefgehen, werden die Kirchheimer am frühen Sonntagmorgen als frisch gebackene Zweitliga-Aufsteiger unter die Teck zurückkehren.

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