Lokalsport

Das Weltmeister-Flugzeug zählt jetzt zur Vereinsflotte

Segelfliegen Die Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth hat den neuen Ventus 3 in Betrieb genommen.

Schempp-Hirth-Chefin Brigitte Holighaus übergibt das Bordbuch und einen Putzeimer an Gunther Sill, den Vorsitzenden der Fliegerg
Schempp-Hirth-Chefin Brigitte Holighaus übergibt das Bordbuch und einen Putzeimer an Gunther Sill, den Vorsitzenden der Fliegergruppe Wolf Hirth. Foto: Lars Reinhold

Kirchheim. Grund zum Feiern bei der Fliegergruppe Wolf Hirth: Im Rahmen einer kleinen Feierstunde haben die Segelflieger auf der Hahnweide ihr neuestes Sportgerät in Empfang genommen. Mit dem Wettbewerbskennzeichen K1 - alle Wolf-Hirth-Flugzeuge tragen das K für Kirchheim - wird ab sofort ein Hochleistungs-Einsitzer vom Typ Ventus 3 in die Luft gehen. Das bei Schempp-Hirth in Kirchheim gebaute Flugzeug bildet ab sofort die Speerspitze der aus insgesamt sieben Segelflugzeugen bestehenden Vereinsflotte, wenn es darum geht, weite Strecken mit größtmöglicher Durchschnittsgeschwindigkeit zurückzulegen.

Dass der Ventus 3 mehr als konkurrenzfähig ist, bewies Schempp-Hirth-Geschäftsführer Tilo Holighaus bereits im Sommer dieses Jahres, als er damit die Weltmeisterschaft im Segelflug-Grand-Prix gewann. „Es freut mich, dass wir jetzt ein weltmeisterliches Flugzeug unser Eigen nennen dürfen“, sagt der Erste Vorsitzende der Fliegergruppe, Gunter Sill.

Die Anschaffung des Einsitzers sei eine Folge konsequenter Flottenpolitik im Verein, die darauf ausgerichtet sei, den zahlreichen sportlich ambitionierten Piloten stets konkurrenzfähiges Gerät zur Verfügung zu stellen. Allerdings, so Sill, sei der Ventus trotz seiner Leistungsfähigkeit und des stolzen Preises kein „Flugzeug für den Vorstand“. Jeder Pilot mit genug Erfahrung könne mit dem neuen Ventus Spaß haben. „Leistungssport und Breitensport haben bei uns gleichermaßen ihren Platz“, erklärt der Vorsitzende.

Rückblick auf erfolgreiches Jahr

Was den Leistungssport angeht, können die Kirchheimer Segelflieger in diesem Jahr durchaus zufrieden sein. Neben dem WM-Titel von Tilo Holighaus flogen viele Kirchheimer Piloten bei nationalen und internationalen Wettbewerben vorne mit. Sebastian Nägel konnte bei der Deutschen Meisterschaft in der Standardklasse Ende Mai in Zwickau Rang vier erfliegen, im Juli holte er sich Rang sechs bei der Europameisterschaft in Prievidza. Holger Karow errang Anfang August in Marpingen den Titel des deutschen Meisters in der 18-Meter-Klasse, und Tilo Holighaus krönte seine Weltmeister-Saison mit dem dritten Platz im ersten Wettbewerb für elektrisch motorisierte Segelflugzeuge Anfang September im italienischen Pavullo. Schließlich erflog Lars Reinhold bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften im Segelkunstflug den ersten Platz in der Sportsman-Klasse.

In der Segelflug-Bundesliga retteten sich die Kirchheimer mit einer mehr als durchwachsenen Saison auf den 20. Platz, knapp über den Abstiegsrängen. Im Jahr zuvor waren sie mit Rang 13 noch im oberen Mittelfeld gelandet.

„Mit unserem neuen Flugzeug haben wir jetzt beste Chancen, auch in der Bundesliga im nächsten Jahr wieder richtig anzugreifen“, glaubt Gunter Sill. lr

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