Lokalsport

Dauerfeuer im Aufstiegsduell

Kreisligaszene In der A2 liefern sich der TV Neidlingen und die Sportfreunden aus Dettingen ein Wettschießen – Die TG Kirchheim ist trotz Ramadan am Ziel. Von Klaus Schlütter.

Trotz Handicaps - Ziel erreicht: Der TG Kirchheim genügte in der Kreisliga B6 ein 0:0 in Owen zur Relegation. Foto: Mirko Lehnen
Trotz Handicaps - Ziel erreicht: Der TG Kirchheim genügte in der Kreisliga B6 ein 0:0 in Owen zur Relegation. Foto: Mirko Lehnen

Wettschießen um den Meistertitel in der Kreisliga A auf Nürtinger Boden. Sechsmal versenkte der TV Neidlingen die Kugel in der Wörth im Kasten der zweiten Mannschaft des FV 09. Gar sieben auf einen Streich machten die SF Dettingen beim FC Nürtingen 73. Doch die Torflut änderte nichts am Ist-Zustand. Vor dem 30. und letzten Spieltag am kommenden Samstag hat die Kölle-Elf aus Neidlingen weiterhin knapp die Nase vorn, geht mit einem Punkt Vorsprung in den Schlussakkord gegen Schlaitdorf auf eigenem Platz.

Neidlingen ist überzeugt, dass nichts mehr schief geht mit dem direkten Aufstieg. „Das ganze Dorf freut sich drauf“, sagt Abteilungsleiter Marion Lamour. „Wir haben alles vorbereitet für das Finale daheim.“ Bereits am Abend nach dem Spiel wird mit dem Freundeskreis des Vereins gefeiert. Es gibt Essen und Freibier für alle. „Egal, ob wir dann Meister sind oder Platz zwei belegen.“

Weniger Gegenwehr als Neidlingen in der ersten Halbzeit erfuhr Dettingen beim Absteiger FC Nürtingen. „Ohne überheblich zu sein, wir hätten locker noch ein paar Tore mehr schießen können. Aber wegen der Hitze haben wir ab und zu ein bisschen Gas rausgenommen“, meinte Trainer Heiko Blumauer. Torhungrigster Spieler war einmal mehr Tim Lämmle. Der Kapitän traf sechs Mal, darunter war ein lupenreiner Hattrick in der ersten Halbzeit. Als Zugabe bereitete er auch noch den siebten Treffer von Tino Jungblut vor. Lämmle hat sein Torkonto damit auf 56 erhöht - neuer persönlicher (bisher 45) und Kreisliga-Rekord.

Dettingen empfängt zum Halali nun den VfB Neuffen, der als Absteiger fest steht. Blumauer hofft auf ein leichtes Spiel und sagt zur letzten Titelchance: „Es ist erst vorbei, wenn‘s vorbei ist.“ Reicht es nicht für Platz eins, bleibt die Aufstiegschance über den Umweg der Relegation. Für den Trainer wäre der Sprung in die Bezirksliga ein schönes Abschiedsgeschenk. Bekanntlich macht Blumauer Schluss, will in Zukunft nur noch seinen siebenjährigen Sohn Philipp trainieren.

Vorne bleibt es spannend bis zur letzten Minute, hinten sind die Fronten geklärt. Neckartenzlingen, Neuffen und der FC Nürtingen 73 steigen ab, Raidwangen geht in die Relegation. Ohne Torjäger Christian Dangel (Bänderriss) verflüchtigte der TSV Jesingen mit einem 3:2-Erfolg in Altdorf bis dahin berechtigte Zweifel am Klassenerhalt. Der SGEH sei Dank. Weil sie sich in der Bezirksliga gerettet hat, bleibt es bei drei Absteigern in die Kreisliga B.

Raus aus der Sicherheitsliga will die TG Kirchheim. Um die Relegation zu erreichen, genügte in Owen ein Punkt. Umgekehrt lauerten die Platzherren, die zuletzt bis auf vier Zähler aufgeschlossen hatten, auf ihre letzte Mini-Chance. Aber sie konnten sie nicht nutzen, mussten sich mit einem 0:0, und damit erneut mit Platz drei, zufrieden geben. „Und das im dritten Jahr hintereinander“, bedauert Pressewart Harry Streicher.

Hitzeschlacht ohne Trinken

Die TG hatte mit einem ungewöhnlichen Handicap zu kämpfen. Es ist Ramadan und die ganze Mannschaft fastet. Tagsüber darf auch nichts getrunken werden. „Was bei der Hitze erschwerend ins Gewicht fiel. Unter diesen Umständen war der Punktgewinn ein großer Erfolg“, sagt Sabrina Wolleben, die als Trainerin für Urlauber Tiago Santos Araujo auf der Bank saß.

Wer gedacht hatte, dass es Meister TV Unterlenningen in seinem allerletzten Spiel gegen Jesingen locker ausklingen lassen würde, wurde eines Besseren belehrt. „Die Mannschaft hatte den Ehrgeiz, die 100-Tore-Grenze zu knacken“, betonte Spielleiter Marc Schmohl. Vorhaben in die Tat umgesetzt! Lenningen kegelte das letzte Aufgebot der Jesinger Zweiten mit „alle Neune“ vom Platz. Sein Tor, das 100. dieser Saison, wird Jungspund Dennis Dreiseitel auf ewig in Erinnerung behalten.

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