Lokalsport

​Der Akku ist leer

Knights verabschieden sich mit drei Niederlagen gegen Trier aus den Play-offs

Eine grandiose Basketballsaison endet mit einer Riesenenttäuschung: Mit einer 65:80-Niederlage haben sich die Knights gestern Abend vor eigenem Publikum sang- und klanglos aus den Play-offs der Pro A verabschiedet. Gegen erneut abgezockte Trierer lagen die Knights kein einziges Mal in Führung.

Das Spiel ist aus: Ein enttäuschter Fan mag nicht mehr hinsehen.Foto: Carsten Riedl
Das Spiel ist aus: Ein enttäuschter Fan mag nicht mehr hinsehen.Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Ein kurzer Applaus für die Fans, einmal Abklatschen und dann nichts weg. Als um 22.10 Uhr gestern Abend der Traum vom Halbfinale zu Ende war, wählte die Mannschaft von allen Wegen in die Kabine den kürzesten. Wie schon am Freitag zuvor war es der Trainer, der am längsten brauchte, um den Adrenalinpegel auf Normalmaß zu senken und passende Worte zu finden. Dabei genügte ein einziger schlichter Satz: Trier war in allen drei Spielen die bessere Mannschaft.

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Mit einer erneut miserablen Wurfausbeute und einer über weite Strecken zu nachlässigen Defensive brachten sich die Gastgeber schon früh in Not. Trier startete mit einer 9:0-Führung nach vier Minuten, da hatte das Spiel für die Ritter noch gar nicht richtig begonnen. Nur ganze zweimal – beim 10:12 und beim 43:45 gegen Ende des dritten Viertels lag Kirchheim in Schlagdistanz und riss das Publikum in der diesmal nur lückenhaft besetzten Halle mit. Doch die Gladiators behielten die Nerven und konterten beide Male eiskalt. Im zweiten Viertel vor der Pause betrug der Rückstand der Kirchheimer zeitweilig bis zu 18 Zähler. Dominierender Akteur bei den Gästen war erneut Dwayne Evans, den Triers Coach Marco Van den Berg in der Schlussphase bereits fürs Halbfinale schonte. Da hatte der Mann mit den eigenwilligen Beinkleidern bereits 20 Punkte und neun Rebounds verbucht. Auch auf Kirchheimer Seite ein gewohntes Bild: Spielmacher und Kapitän Richie Williams – ebenfalls mit 20 Punkten und neun Korbvorlagen – versuchte am Ende, als gar nichts mehr lief, die Bilanz mit Verzweiflungswürfen zu glätten. Williams war es auch, dem der Wurf des Abends glückte: Mit der Halbzeitsirene zog er von der Mittellinie ab und versenkte den Ball zum 36:43-Halbzeitstand.

Dabei hatte das Spiel durchaus Phasen, die die Fans in Gelb hoffen ließen. Nach dem klaren Rückstand zu Beginn bliesen die Ritter zur Aufholjagd und wirkten Mitte des Anfangsviertels plötzlich wie verwandelt. Der Anfangsschock schien überwunden, Trier zeigte sich von einer aggressiveren Kirchheimer Defensive beeindruckt. Doch die Phase dauerte nur kurz. Schmitz, Spearman, Smit und der erst 18-Jährige Sebastian Kratzborn versenkten einen Distanzwurf nach dem anderen, während die Ritter mit einer Dreierquote von 23 Prozent wenig entgegen zu setzen hatten.

Trier trifft nun im Halbfinale auf Jena. Die Thüringer holten sich mit einem 69:53 ebenfalls den dritten Sieg gegen Chemnitz. Die zweite Halbfinal-Paarung ist noch offen. Die Entscheidung, wer Gegner von Vechta wird, geht zwischen Hamburg und Gotha in die Verlängerung.