Lokalsport

Der (Alb-)Traum vom Derby-Knüller

Die Partie TSV Jesingen gegen VfL Kirchheim ist in der Bezirksliga-Relegation möglich

Eine Handvoll Teckmannschaften im Aufstiegs-Fieber: Für sie wird die am 11. Juni startende Relegationsrunde 2015 zum Höhepunkt der Saison. Noch steht der offizielle Rundenschluss-Spieltag 2014/15 samt der genauen Endplatzierungen am Sonntag noch bevor, doch erfahrungsgemäß dürften sich vier oder fünf Regional-Teams für die Nervenschlachten um den Aufstieg beziehungsweise den Klassenerhalt qualifizieren – so viel wie selten.

So freuten sich die Kirchheimer Fußballer zuletzt: Der 5:1-Coup beim FTSV Kuchen ebnete den Weg in die Relegation. Ein Punkt feh

Die Jesinger Fußballer freuen sich auf die Relegation.Foto : Genio Silviani

Kirchheim. Fakt ist: Rein rechnerisch hat von den Teckmannschaften bisher nur Kreisliga A-Staffel 2-Vizemeister TSV Jesingen das Relegations-Ticket sicher. Weitere Teams werden aber definitiv hinzu kommen: mit einiger Wahrscheinlichkeit der TSV Weilheim als Zweitplatzierter der Landesliga-Staffel 2, sehr wahrscheinlich der VfL Kirchheim als Bezirksliga-13., mit hundertprozentiger Sicherheit TSV Owen oder AC Catania in der Kreisliga B-Staffel 6. Beide Teams prallen am Sonntag im entscheidenden Direktduell um Platz zwei aufeinander – ein hoch spannender Saisonschluss. TSV Holzmaden, TSV Weilheim II und TG Kirchheim sind ebenfalls heiße Relegations-Kandidaten. Zusammen mit vier weiteren Kreisliga A-Teams können sie noch Zwölfter und damit zum Relegisten werden.

Die Abstiegs-Relegation – für den VfL Kirchheim ist diese ein Riesenerfolg. „Vor wenigen Monaten, als die Mannschaft scheinbar abgeschlagen am Tabellenende lag, sind wir für unser Relegations-Ziel müde belächelt worden. Jetzt haben wir es fast geschafft“, atmete Claus Maier, der einer von vier VfL-Abteilungsleitern ist, nach dem 5:1-Coup in Kuchen erleichtert auf. Ein Pünktchen aus der Schlusspartie gegen Absteiger TSVW Esslingen noch, und die Kirchheimer bekommen am 21. Juni in Weilheim ein echtes Endspiel, das dann binnen 90, 120 Minuten oder per Elfmeterschiessen entscheidet, wer den noch einzig freien Bezirksliga-Starterplatz 2015/16 ergattert. Übrigens: Im Anschluss an die Esslingen-Partie am Sonntag (ab 15 Uhr) gibt‘s im Stadion noch eine gemütliche Fan-Hocketse mit Spielern und Trainer.

„Hoffentlich heißt unser Gegner in Weilheim nicht TSV Jesingen“, sagt Maiers Amtskollege Oliver Klingler, der in diesen Tagen auch die Spielergespräche führt. Klinglers Respekt vor dem Vizemeister aus Kirchheims Osten ist so groß, dass er beim Sinnieren über das Relegations-Finale auch dieses Horrorszenario entworfen hat: „Man stelle sich diesen Spielverlauf einmal vor: Der VfL kassiert gegen die kampfstarken Jesinger schon nach wenigen Spielminuten eine gelb-rote Karte und das 0:1. Das wäre das Schlimmste und schwer aufzuholen.“ Weil im Derby wenig Berechenbares liegt und die Uhren öfters anders ticken, wäre ihm jeder der drei anderen potentiellen Kontrahenten (VfB Oberesslingen, TSV Wolfschlugen, FC Heiningen II) im Lindachstadion lieber.

Derweil hätten sie in Jesingen nichts dagegen, am Tag des kalendarischen Sommerbeginns die Laune des Nachbarn per Kraftakt gründlich zu vermiesen – schließlich ist man dem Bezirksliga-Wiederaufstieg seit dem Abstieg 2010 alles andere als abgeneigt. Derzeit allerdings spricht nicht wirklich viel für einen Durchmarsch der TSV-Kicker, die sich erstens noch durch zwei Relegationsspiele in Ebersbach (11. Juni/ab 18 Uhr gegen Oberesslingen oder Wolfschlugen) und in Wernau (14. Juni/ab 16 Uhr gegen FC Heiningen II) quälen müssen und zweitens nach wie vor große Verletzungssorgen haben. Eine halbe Mannschaft ist derzeit außer Gefecht. Auf der Ausfallliste stehen die Spieler Steffen Olpp (Bänderriss), Kevin Goller (doppelter Bänderriss), Ergus Tafa (Meniskus), Denis Gomez und Philipp Nuffer (beide Kreuzbandriss), auf der Liste der schnellen Rekonvaleszenten steht nur der Name Torsten Burkhardt (Muskelfaserriss). „Vermutlich kann ich mit ihm im Laufe der Relegation schon wieder planen“, sieht Trainer Klaus Müller wenigstens einen Lichtblick.

Müller würde sich vorm Schlagabtauschmit dem Nachbarclub nicht fürchten. „Ich würde durchaus Außenseiterchancen für uns sehen“. Müller spricht im Konjunktiv – bis Weilheim ist‘s noch ein langer Weg.

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