Lokalsport

Der Aufsteiger zahlt Lehrgeld

Der TSV Blaustein ist eigentlich die bessere Mannschaft, doch Favorit Weilheim holt die Punkte

Der TSV Weilheim hat in der Fußball-Landesliga gegen den TSV Blaustein einen 1:0 (0:0)-Sieg über die Zeit gerettet. In den letzten Minuten der Begegnung hatten die Limburgstädter gegen einen starken Aufsteiger das nötige Glück.

Seltene Freude: Verteidiger Martin Kirschmann bejubelt seinen ersten Treffer für Weilheim. Ferdi Er (kleines Foto) war in den Sc
Seltene Freude: Verteidiger Martin Kirschmann bejubelt seinen ersten Treffer für Weilheim. Ferdi Er (kleines Foto) war in den Schlussminuten zweimal Retter in höchster Not.Foto: Gerald Priessnitz

Weilheim. In der Schlussphase konnten sich die Weilheimer bei ihrem Abwehrchef Ferdi Er bedanken. Gleich zweimal rettete der ehemalige Oberliga-Spieler für seinen bereits geschlagenen Torwart Philipp Uttikal auf der Torlinie. Nach einem Fehlpass im Mittelfeld durch Michele Latte bediente der aufgerückte Dominik Trautmann seinen Mitspieler Max Schmid, doch dessen Schuss, den viele Weilheimer Fans schon im Tor gesehen hatten, konnte Ferdi Er mit dem Fuß gerade noch von der Torlinie schlagen (72.). Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff kam der Blausteiner Mario Hummel an das Leder, doch bei dessen Schussversuch stand Ferdi Er ein weiteres Mal goldrichtig und beförderte das Leder mit dem Kopf aus der Gefahrenzone (88.). „Den Schuss habe ich bereits im Tor gesehen“, meinte Weilheims Spielleiter Thomas Schultheiss. Der Blausteiner Trainer Peter Passer ärgerte sich am Ende über eine völlig unnötige Niederlage: „Wir hatten mehr Ballbesitz und die eindeutig besseren Torchancen, aber im Fußball zählen nun mal die Tore.“

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Noch in der ersten Halbzeit, vor allem in den ersten 20 Spielminuten, waren die Limburgstädter das bessere Team und hätten bei besserer Chancenverwertung eigentlich schon früh in Führung gehen können. Nach einer mustergültigen Vorlage von Steffen Kuch auf André Kriks hatte dieser nur noch den Blausteiner Torwart Kevin Minsch vor sich, doch Kriks scheiterte mit einem Flachschuss (10.). Ein Heber über den herauslaufenden Keeper wäre in diesem Fall die bessere Lösung gewesen (10.). Nur wenige Minuten später war es erneut Kriks, der nach einer Vorlage von Lukasz Majowski knapp am Gäste-Tor vorbei zielte (15.).

Im Vorfeld hatten viele Experten erwartet, dass die Gäste Beton anrühren würden. Dem war aber nicht so, denn der Aufsteiger spielte von Anfang gut mit und war in der zweiten Halbzeit sogar die bessere Mannschaft. Die erste Möglichkeit für die Gäste hatte Max Schmid, der allerdings über das Weilheimer Tor schoss (18.). Die starke Weilheimer Anfangsphase war dann schnell verflogen. Bis zur Halbzeit gab es nur noch zwei Weitschüsse von Lennart Zaglauer (32., 38.), die den Blausteiner Keeper allerdings vor keine größeren Probleme stellten. Nach dem Seitenwechsel erwischte die Elf von Trainer Passer fast einen Auftakt nach Maß. Nach einem Eckball kam Max Schmid völlig frei zum Kopfball, setzte diesen aber über die Querlatte (46.). Die Weilheimer machten es einige Minuten später deutlich besser. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld durch Martin Kirschmann bediente dieser den mitgelaufenen Lukasz Majowski. Dessen platzierter Flachschuss konnte der Blausteiner Torhüter nur abklatschen, und der aufgerückte Innenverteidiger Martin Kirschmann war zur Stelle und schob das Leder zur glücklichen 1:0-Führung ein (52.).

Danach kam der TSV Baustein immer stärker auf und brachte die Weilheimer Abwehr immer wieder in Verlegenheit. Zunächst köpfte Benjamin Passer knapp am Weilheimer Tor vorbei (62.). Nur kurze Zeit später hatte derselbe Spieler erneut Pech, als das Leder nicht das gewünschte Ziel traf (76.). In einer spannenden Schlussphase wurde Ferdi Er durch seine Rettungsaktionen auf der Torlinie zum Matchwinner. Trotz der Niederlage war der Blausteiner Übungsleiter mächtig stolz auf seine Spieler: „Bis auf das Verwerten der Torchancen war dies eine tolle Leistung meiner Mannschaft.“ me