Lokalsport
Der erste Deutsche Meister könnte aus Reudern kommen

Mountainbike Bei der DM-Premiere im Shorttrack ist Luca Schwarzbauer vom MTB Teck der große Favorit. Von Armin Küstenbrück

Titisee. Gleich zwei Deutsche Meisterschaften stehen am Wochenende für die Mountainbiker in Titisee-Neustadt an: Bereits am Samstag werden die Besten über die Marathon-Distanz gesucht, am Sonntagabend unter Flutlicht die Meister über die kurze Renndauer beim Shorttrack. Großer Favorit auf den Titel bei der ersten DM überhaupt ist der Fünfte der Worldcup-Gesamtwertung und Sieger des Shorttrack-Rennens beim Weltcup in Nove Mesto, der Reuderner Luca Schwarzbauer.

Der Fahrer des MTB Teck erwartet aber ernsthafte Konkurrenz. Vor allem, da er sich seiner eigenen Form nach den wenig erfreulichen Resultaten bei der Weltmeisterschaft in Les Gets, wo er sogar zugunsten der olympischen Distanz auf den Shorttrack verzichtet hatte, und dem Weltcup-Finale im Val di Sole nicht so recht bewusst ist. Zwar hatte er am vergangenen Wochenende im schweizerischen Huttwil ein „halbwegs gutes Körpergefühl“, doch technische Probleme zwangen ihn zur vorzeitigen Aufgabe.

Man darf also durchaus gespannt sein, wie der von diversen Knochenbrüchen genesene Lokalmatador Max Brandl, ehemaliger Teamkollege von Schwarzbauer, Deutscher Meister über die olympische Distanz und Sieger des Shorttrack-Rennens an der Hochfirstschanze vor einem Jahr, sich gegen Schwarzbauer schlägt. Und auch die jungen Wilden wie David List, Niklas Schehl oder Leon Kaiser sind bei diesem schnellen und kurzen Rennformat auf der rund einen Kilometer langen Runde über rund 20 Minuten Renndauer nicht zu unterschätzen.

„Wenn es jetzt die Tage richtig regnet, dann wird das wohl eine richtige Schlammschlacht“, vermutet Schwarzbauer, „ich hoffe, dass es aber so gut ausgeleuchtet ist, dass man gut fahren kann.“ Seine Ambitionen sind klar: „Ich will gewinnen und das Trikot holen“, gibt Schwarzbauer als Devise aus und schränkt ein: „Ich will es zumindest versuchen, aber wenn es sein muss, werde ich auch mit aller Kraft um den zweiten oder dritten Platz kämpfen.“

Probleme mit dem Zeitplan

Schade findet es Schwarzbauer aber, dass er nicht zur Deutschen Meisterschaft im Marathon antreten wird: „Es wäre mir lieber gewesen, wenn der Zeitplan andersrum gewesen wäre, also zuerst das Shorttrack und dann der Marathon.“ Aber Veranstalter Simon Stiebjahn erklärt die Zwangslage des Veranstalters, der ursprünglich genau diese Reihenfolge geplant hatte: „Weil die Meisterschaft nicht mit einem Rennen der UCI Marathon World Series kollidieren darf, mussten wir den Marathon vom Sonntag auf den Samstag verlegen. Und da es dann zu knapp war mit dem ursprünglich für Freitagabend geplanten Shorttrack-Rennen, mussten wir das dann auf Sonntagabend verschieben, was dank des Feiertags am Montag jetzt aus organisatorischer Sicht nicht ganz so schlimm war.“

Gerade als Titelverteidiger sei es schade, dass er das Meistertrikot auf der Langdistanz „kampflos abgeben muss“, so Schwarzbauer. Aber er musste auch zugeben, dass er in der fast vergangenen Saison das weiße Trikot mit den schwarzrotgoldenen Streifen auch nur in einem einzigen Rennen, dem international und selbst national eher unbedeutenden Marathon in Obergessertshausen, getragen hatte: „Da werde ich – vorausgesetzt ich gewinne es – das Shorttrack-Trikot deutlich öfter tragen“, ist sich Schwarzbauer sicher. Aufgrund des großen Anklangs des neuen Rennformats wird es übrigens im kommenden Jahr nicht nur wie bisher für die Elite, sondern auch für die U 23 bei allen Cross-Country-Weltcups ein Shorttrack-Rennen am Freitagabend geben.

Großer Favorit bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft ist der ehemalige Weltmeister und amtierende Vizeweltmeister Andreas Seewald aus Lenggries. Nachdem er das Regenbogentrikot vor zwei Wochen in Dänemark knapp gegen den Neuseeländer Samuel Gaze verloren hatte, dürfte der Bayer besonders heiß auf ein neues Meistertrikot sein. Gaze hatte in Les Gets auch das Weltmeis­tertrikot im Shorttrack erobert.

Der gleiche Doppelerfolg gelang der Französin Pauline Ferrand-Prévot bei den Damen: Gold in Les Gets, Gold in Dänemark – vor diesem Hintergrund ist die Kopplung der Deutschen Meisterschaften im Marathon und Shorttrack gar nicht so widersprüchlich, wie sie auf den ersten Blick aussehen mag.