Lokalsport

Der ewige Zweite bleibt dran

Kreisligafußball In der B-Staffel 6 ist der TSV Owen nach den Patzern der Konkurrenz wieder dick im Aufstiegsrennen. Eine Etage höher in der Kreisliga A macht Jesingens Neutrainer Wolter in Zweckoptimismus. Von Walter Rau

Leidet an der Seitenlinie mit seinem Team: Owens Trainer Claus Eberle Foto: Genio Silviani
Leidet an der Seitenlinie mit seinem Team: Owens Trainer Claus Eberle Foto: Genio Silviani

Nach dem 3:1-Heimerfolg über den TSV Jesingen II sieht Owens Trainer Claus Eberle, dessen Team nach den Patzern der B6-Konkurrenten TG Kirchheim und TSV Notzingen wieder im Aufstiegsrennen ist, keinen Druck auf seiner Mannschaft lasten – nachdem in den vergangenen Jahren der Ruf des ewigen Zweiten an der Teck etwas haften geblieben war. „Für Owen ist es herausragend, jede Saison vorne mitzuspielen. Wir haben schon einiges bewegt und wollen durch sportliche Erfolge den Fokus noch mehr auf Owen richten. Aber das muss Schritt für Schritt wachsen“, konstatiert Eberle. „Das Spiel heute war nicht berauschend auf dem holprigen Platz, aber wir sind zufrieden mit den Punkten nach den nicht so erfolgreichen letzten Spielen. Wir haben unser Ziel, vorne mitzuspielen, in der Vorrunde erreicht, die anderen straucheln auch, und dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt“, ist er positiv gestimmt.

Ein Jubiläum der besonderen Art im Verein feiert Pressewart und „Mädchen für alles“, Harry Streicher. Seit 30 Jahren kümmert er sich mit seiner Frau um die Owener Trikotwäsche. Angefangen hat es bei den Bambini, mittlerweile freuen sich die Herrenteams über frisch gewaschene Jerseys von Familie Streicher – es gibt es also doch noch, bemerkenswertes, jahrzehntelanges, ehrenamtliches Engagement.

Die Rückkehr an die Spitze verpasst hat die TG Kirchheim, die überraschend bei der SGM Ohmden/Holzmaden mit 2:3 die zweite Saisonniederlage kassierte. „Heute konnten wir endlich einmal zeigen, was wir können. Es war ein verdienter Sieg. Insgeheim hatten wir uns bisher von der Runde mehr erwartet, vielleicht können wir das jetzt endlich konstant bestätigen“, zeigte sich SGM-Coach Jürgen Fritsch zufrieden. 150 Zuschauer mit lautstarken Fans auf beiden Seiten boten dem Derby einen schönen Rahmen.

Ein kurioses Eigentor verhinderte derweil die zweite Notzinger Saisonniederlage. Schlierbachs Verteidiger Lukas Auch setzte einen missglückten Abwehrversuch an den Pfosten, von wo das Leder an den Rücken von Schlussmann Alexander Schwarz prallte und dann über die Linie trudelte. Das 1:1 war der Eichert-Elf freilich zu wenig, um den Abstand nach vorne zu verkürzen.

Von den sechs Teckclubs in der Kreisliga A2 gewann lediglich und wie gewohnt das weiterhin unangefochtene Führungsduo Neidlingen und Dettingen. Das bessere Torverhältnis lässt die Kirschtäler die inoffizielle Herbstmeisterschaft bejubeln.

Zumindest vom Ergebnis her nicht gut gekehrt hat der neue Besen in Jesingen. Der neue Mann an der Seitenlinie, Harald Wolter, musste gleich eine bittere 0:5-Pille in Grötzingen schlucken. Das Ergebnis spiegelt jedoch nicht den Spielverlauf wider. „Vor dem 0:1 müssen wir eigentlich 3:0 führen. Wir haben die erste Halbzeit komplett dominiert und auch danach nie aufgesteckt. Es gab viele positive Aspekte“, blickt Wolter dennoch zuversichtlich nach vorne. Mit dem Abstiegskampf müssen sich die Jesinger vorerst trotzdem vertraut machen.

Ein Gegentor der besonderen Art musste der AC Catania Kirchheim beim 3:5-Gastspiel in Nürtingen hinnehmen. FC 73-Spielertrainer Dominique Goncalves Rodrigues nahm aus 45 Metern Maß und traf zum zwischenzeitlichen 1:1.

Nach neun Jahren Pause feierte ein Tischardter Eigengewächs sein Comeback an der Seitenlinie in der B-Staffel 5. Kein Geringerer als Schultes Jürgen Bender leitet nun die Geschicke und feierte prompt 5:1 gegen Marsonia Frickenhausen. „Unser Ortsvorsteher ist eine absolute Respektsperson“, lautet der Tenor aus Tischardt.

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