Lokalsport

Der „Fiat 500“ hat es allen gezeigt

Leichtathletik Der Weilheimer Speerwerfer Ricko Meckes verbessert in Amerika den Kreisrekord auf 70,67 Meter.

Steile Karriere: Ricko Meckes ist aktuell viertbester deutscher Speerwerfer. Foto: Ralf Görlitz
Steile Karriere: Ricko Meckes ist aktuell viertbester deutscher Speerwerfer. Foto: Ralf Görlitz

Charlotte. Ricko Meckes von der LG Teck ist in Übersee der Wurf seines Lebens gelungen. Bei seinem Sieg im ersten Freiluft-Wettkampf im US-Bundesstaat North Carolina flog der Speer auf 70,67 Meter. Damit verbesserte der Weilheimer seinen eigenen Kreisrekord um 1,17 Meter und setzte sich an die vierte Position der aktuellen deutschen Speerwurf-Rangliste.

Zur Saisonpremiere für die Freilufteröffnung waren zahlreiche Colleges aus verschiedenen US-Bundesstaaten gekommen. Die Teilnehmerfelder waren teilweise so groß, dass Athleten abgelehnt werden mussten. So auch im Speerwerfen, wo schließlich 48 Werfer, eingeteilt in drei Gruppen, zugelassen wurden. Der 26-jährige Ricko Meckes aus Weilheim, der vergangenen Herbst sein Psychologiestudium abgeschlossen hat und seit Januar an der Queens University Charlotte im Bundesstaat North Carolina seinen „Master of Business Administration“ mit Schwerpunkt Führungsposition absolviert, ging nach etlichen Indoor-Wettkämpfen mit leichten Blessuren an Oberschenkel und Knie ohne große Erwartungen in den Wettkampf. „Ich wollte kein Risiko eingehen, nur so viel investieren wie nötig, vielleicht die 67 Meter schaffen, die zur sicheren Teilnahme an den US-College-Meisterschaften reichen würden“, twitterte Meckes über den „Teich“.

Der „Fiat 500“ hat es dann allen gezeigt - so nennt ihn inzwischen sein amerikanischer Coach. „Du hast einen Körper und Motor wie ein Mc Laren Mercedes, jedoch mit der Ausstattung eines Fiat 500.“ Damit spielte er auf die körperliche, verletzungsanfällige Verfassung von Meckes an. Nachdem bereits der erste Wurf bei knapp 64 Meter gelandet war, war für Meckes klar, dass da noch mehr geht. Auch die Bedingungen hätten nicht besser sein können. Schönes Wetter, leichter Gegenwind, der für gute Segelbedingungen sorgte und eine tolle Atmosphäre. Bereits im zweiten Durchgang flog der Speer auf 70,67 Meter. Dies war am Ende der Sieg im 48 Mann starken Teilnehmerfeld.

Ab Mai wieder auf Titeljagd

Mitte Mai kommt Ricko Meckes nach Weilheim zurück. Dann will er für die LG Teck wieder auf Titeljagd gehen. Erklärte Ziele sind zudem: Im Weitsprung die sieben Meter (Bestleistung 6,99) überbieten, im Zehnkampf die 7 000-Punkte knacken (Bestleistung: 6 667 Punkte) und zusammen mit der LG-Teck Männermannschaft viele sportliche Highlights setzen. Bis dahin genießt der Weltenbummler noch den amerikanischen Lebensstil, pendelt unter Profibedingungen zwischen College, Training und Physiotherapie, und nutzt dabei die Gelegenheiten zu vielen Kontakten.Martin Moll

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