Lokalsport
Der Himmel weint, Kirchheim lacht

Fußball-Bezirksliga Der FC Esslingen wird an der Tabellenspitze vom neuen Führungsduo FC Eislingen und VfL Kirchheim abgelöst. In Lauerstellung dahinter: Die Überraschungself des TSV Weilheim. Von Klaus Schlütter

Der Himmel weinte, die „Blauen“ aus Kirchheim lachten. Wie immer, wenn es gegen Denkendorf geht. Sechsmal haben sie in der Bezirksliga gegeneinander gespielt, fünfmal behielt der VfL die Oberhand, nur einmal gestattete er dem Gegner ein Remis. Und nicht nur Pluspunkte, auch Tore gab es reichlich – 29 in den sechs Duellen, fast fünf pro Spiel. Die Denkendorfer sind quasi die Prügelknaben des VfL.

Am Sonntag nicht anders: 6:2 (2:0) für die Gäste. 20 Minuten war der TSV auf dem Kunstrasenplatz ein ebenbürtiger Gegner. Erst als Markus Großhans (23.) und Salih Egrlic (26.) den Torreigen eröffneten und Denkendorfs Nicolas Schmauck nach seinem zweiten Foul mit Gelb-Rot den Platz verlassen musste (29.) wurde die Partie einseitig. Daran änderten auch die beiden Gegentreffer von Felix Eder zum 1:2 und 2:4 nichts. Pascal Schwickert und drei weitere Treffer des herausragenden Egrlic ließen keine Zweifel am verdienten Sieg der Gäste aufkommen.

TSV-Trainer Armin Ohran fand dennoch ein paar Härchen in der Suppe, damit es nicht nur von oben, sondern auch auf dem Platz künftig noch flüssiger läuft: „Die Abstände zwischen den einzelnen Ketten waren nicht immer hundertprozentig. Und bei Ballbesitz müssen wir etwas ruhiger agieren.“

Weilheim liefert Spektakel

Von Ruhe konnte bei der Partie zwischen Weilheim und Neckartailfingen keine Rede sein. Immer, wenn die Platzherren zwei Tore vorlegten, kämpften sich die Gäste aus der unteren Tabellenregion wieder heran. „Ein völlig verrücktes Spiel“, meinte Trainer Marcel Geismann. Vor allem in der hektischen Schlussphase: Hoher Ball in den Weilheimer Strafraum. Torwart springt hoch, will abwehren, prallt auf einen gegnerischen Stürmer. Der Schiedsrichter gibt Elfmeter, der in der 90. Minute zum 4:4 verwandelt wird.

Drei Minuten Verlängerung werden angezeigt. Neckartailfingen wirft alles nach vorn, will unbedingt den Siegtreffer erzwingen, läuft dabei jedoch in einen Konter. Marko Libhafsky, zur Pause eingewechselt, erobert den Ball, macht mit seinem ersten Saisontor den umjubelten 5:4-Siegtreffer. Spiel aus, drei Punkte auf dem Konto. Weilheim dem Spitzentrio auf den Fersen.

„Eine schöne Momentaufnahme“, freut sich Geismann, fügt aber gleich hinzu: „Wir haben einen Tick zu viele Fehler gemacht. Wenn wir vorne dabei bleiben wollen, müssen wir immer hundert Prozent geben.“ Ein Sonderlob des Trainers galt dem „sehr guten Spiel“ des zweifachen Torschützen Morris Maier, der in der Torschützenliste der Bezirksliga mit acht Treffern gemeinsam mit Salih Egrlic (Kirchheim) auf Platz zwei der Torschützenliste rangiert. Es führt derzeit Patrick Werner vom FV Neuhausen mit neun Toren.

„Verdammt bittere Niederlage“

Eine Halbzeit lief wenig bis nichts zwischen TSV Jesingen und TSV Köngen. Sie neutralisierten sich. Wie sollte es auch anders sein im Duell auf Augenhöhe zwischen dem Achten und Neunten der Tabelle? Erst nach der Pause wurde es lebendiger auf dem Platz. Es waren die Gastgeber, die den Torreigen eröffneten. Auf Flanke von Dennis Flegel erzielte Laurin Zimmermann in der 59. Minute das 1:0 und zum ersten Mal in dieser Saison musste Jesingen keinem Rückstand hinterher laufen.

Doch das Führungstor erwies sich „als schlechter Wegbegleiter“ (Spielleiter Stefan Haußmann). Nach einer Stunde kam ein Bruch ins Jesinger Spiel. Köngen nützte die Schwächephase gnadenlos aus und drehte die Partie. Als in der 80. Minute auch noch Anton Schmitt mit der Ampelkarte vom Platz musste, war die Sache endgültig zugunsten der offensivstärkeren Elf von der Fuchsgrube gelaufen. „Eine bittere Niederlage, die verdammt weh tut“, so das Fazit von Abteilungsleiter Thomas Reinöhl.