Lokalsport

Der Höhenflug der „Staren“ soll im Lindachstadion enden

Fußball-Landesliga: Der TSV Weilheim erwartet heute Abend Verbandsligaabsteiger FC Heiningen – Kein Sonderbewacher für Ex-Profi Kern

Bleibt der TSV Weilheim im Mittelfeld stecken oder schafft er den Anschluss nach oben? Das ist heute an 19.30 Uhr gegen den 1. FC Heiningen die Frage.

Die Weilheimer Erfolgschancen gegen Heiningen hängen nicht zuletzt davon, ob und wie sehr Ferdi Er dem TSVW-Spiel seinen Stempel
Die Weilheimer Erfolgschancen gegen Heiningen hängen nicht zuletzt davon, ob und wie sehr Ferdi Er dem TSVW-Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Foto: Günter Bergmann

Weilheim. Beide Mannschaften treten mit frisch getanktem Selbstvertrauen und breiter Brust gegeneinander an. Nach dem für ihn enttäuschenden 2:2 gegen Aufsteiger SG Bettringen erteilte der Verbandsliga-Absteiger Heiningen dem TV Echterdingen beim 5:1 eine Lehrstunde. „Bei einer Halbzeitführung von 4:0 konnten wir uns leisten, einen Gang rauszunehmen und bei der Hitze für das schwere Spiel in Weilheim etwas zu schonen“, blickt FCH-Spielleiter Timo Rees zurück.

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Ähnliches war den Weilheimern in Bad Boll nicht vergönnt. Von Schonung konnte keine Rede sein. Sie mussten gegen die aggressiven Gastgeber, die auch zu zehnt noch gefährlich blieben, Vollgas geben, um den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen. Soll heute der zweite Dreier folgen, muss die Mannschaft sogar noch zulegen. „Wir müssen und werden einiges verbessern, wenn wir gegen den Topfavoriten bestehen wollen“, betonte Trainer Chris Eisenhardt nach der Mannschaftssitzung am Montagabend. Was im Detail wollte er vor dem Spiel nicht verraten, um dem Gegner keine Fingerzeige zu geben.

Klar ist nur, dass Benjamin Kern, der Dreh- und Angelpunkt des Heininger Spiels, keinen Sonderbewacher erhält. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich im Mittelfeld die Wege des Ex-Profis oft mit Ferdi Er kreuzen. Man darf gespannt sein, welcher der beiden Ausnahmekönner dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. In der Innenverteidigung hat Georgios Natsis seinen Platz sicher. Der Ex-Göppinger mit Vergangenheit beim VfL wurde nach seiner starken Leistung in Boll von den Usern des Internetportals „fupa.net“ in die Elf der Woche gewählt.

Personelle Änderungen sind auf Weilheimer Seite ohnehin nicht geplant. Bei den Gästen heißt es für einen neuen Stürmer „wie gewonnen so zerronnen“. Nermin mit dem berühmten Nachnamen Ibrahimovic kam zu Saisonbeginn vom VfR Mannheim, schoss zwei Tore und verabschiedete sich schon wieder zu den Sportfreunden Siegen in die Regionalliga. Aber auch ohne ihn sind die Schwarz-Gelben auf allen Positionen top besetzt. „Eine ehrgeizige junge Mannschaft, ballsicher, gefährlich besonders bei Standards“, weiß Eisenhardt.

Sollten „die Staren“ – der Spitzname der Heininger, abgeleitet von dem intelligenten und gewitzten Vogel – gewinnen, fliegen sie an die Tabellenspitze der Landesliga. Denn Tabellenführer SF Dorfmerkingen ist spielfrei. Die Partie in Bettringen wurde auf den 14. September verlegt. Der TSVW seinerseits könnte mit einem Sieg einen mächtigen Satz nach vorne machen.

Außer dem Spitzenspiel im Lindachstadion wird der vierte Spieltag der Staffel 2 von zwei Derbys geprägt. Der FV 09 Nürtingen erwartet den TSV Köngen. Und mit dem FC Eislingen und dem SV Ebersbach treffen zwei Nachbarn aufeinander, die von großem Verletzungspech gebeutelt sind. Den Platzherren fehlen sieben Stammspieler, darunter der ehemalige Kirchheimer Roberto Forzano, den Gästen sechs. Vorsichtshalber werden sich wohl beide Trainer, Michael Kuhn (37) und Dinko Radojevic (38), als Notnagel auf den Spielberichtsbogen eintragen lassen.

Für den TSV Bad Boll hat die Partie gegen Weilheim weitere unliebsame Folgen als die 0:3-Schlappe. Salvatore de Rosa verletzte sich am Knöchel und muss ebenso ersetzt werden wie Kapitän Robin Jaksche nach seiner umstrittenen Ampelkarte.

Noch keine Heimniederlage

Die Bilanz des Duells Weilheim gegen Heiningen spricht für die Limburgstädter. Vier der sieben Landesligavergleiche in den vergangenen acht Jahren hat der TSVW gewonnen, einmal gab‘s ein Remis, zweimal verlor man. Bemerkenswert. Zu Hause hat Weilheim noch nie gegen den FCH verloren (Zwei Siege, ein Remis).