Lokalsport

Der Klassiker schwächelt

Alb-Extrem Nur 2 500 Radler wollen sich bei der 35. Auflage des Ottenbacher Radmarathons an körperliche Grenzen wagen. Das sind 800 weniger als im vergangenen Jahr. Von Wolfgang Karczewski

Geteiltes Leid: Alleine ist niemand auf den Strecken des Ottenbacher Radmarathons Alb-Extrem. Foto: Thomas Madel
Geteiltes Leid: Alleine ist niemand auf den Strecken des Ottenbacher Radmarathons Alb-Extrem. Foto: Thomas Madel

Ein wenig ratlos wirkte Ingrid Schleicher vom MRSC Ottenbach, der den Radmarathon Alb-Extrem am Sonntag zum 35. Mal ausrichtete, im Zielbereich schon. Nur knapp 2 500 Radfahrer nahmen in diesem Jahr die ­Strapazen auf sich und quälten sich die ­Berge hinauf. 2017 und 2016 waren es noch 3 300, 2015 und in vielen Jahren ­zuvor sogar 3 500. „Das müssen wir jetzt erst mal analysieren“, sagte die enttäuschte Ottenbacherin, die gemeinsam mit 400 weiteren Helfern wie immer für einen reibungslosen Ablauf des Radklassikers sorgte.

Die Konkurrenz unter den Radmarathon-Veranstaltungen ist groß. Am selben Tag fand der Drei-Länder-Giro rund um Nauders/Österreich statt. „Außerdem wollen viele junge Radler lieber Mountainbike-Rennen fahren“, meinte Ingrid Schleicher, „und manche haben zu wenig Trainingskilometer in den Beinen, da bringt es nichts, bei uns in Ottenbach zu starten.“

165 Kilometer neu im Programm

Dabei hatten die Macher alles getan, um die Attraktivität der Alb-Extrem zu steigern. In diesem Jahr war zum ersten Mal eine zusätzliche, kürzere Strecke über 165 Kilometer im Programm, die laut Schleicher auch sehr gut angenommen wurde. Dennoch blieb die Teilnehmerzahl deutlich hinter den Erwartungen. In den kommenden Wochen wollen sich die Organisatoren nun zusammensetzen. „Mal sehen, in welche Richtung es dann geht“, ist Ingrid Schleicher gespannt, in welcher Form sich Alb-Extrem im kommenden Jahr präsentieren wird.

Diejenigen, die sich am frühen Sonntagmorgen oberhalb von Ottenbach auf die Strecke machten, waren im Ziel voll des Lobes. „Die Strecke war wieder einmal neu“, meinte Frieder Kopper aus Waldstetten. „Interessanter, weil es nicht so lange geradeaus ging“, meinte der 64-Jährige, der seit 2002 dabei ist und die 165-Kilometer-Schleife anpackte. Auch Martin Göring aus Eisenach lobte die neue Streckenführung. „Ich bin immer wieder überrascht, welche neuen Örtchen man hier findet“, sagte der 31-Jährige

Bernhard Bürkle aus Unterböhringen nahm gemeinsam mit seiner Frau Margot die 205 Kilometer in Angriff. „Die Strecke war gut zu fahren. Es gab keine gefährlichen Engstellen wie in der Vergangenheit“, berichtet der 52-Jährige. Jahr für Jahr fuhren die Alb-Extrem-Teilnehmer an ihrem Haus vorbei. Das war für die Bürkles vor mehr als zehn Jahren der Anlass, es selbst mal zu versuchen. Heuer gingen sie bereits zum elften Mal an den Start.

Ein weiterer Dauergast ist Stephan Heilig aus Karlsruhe. Er freut sich jedes Jahr auf das Großereignis, an dem er mit seinen zwei Brüdern und einigen Freunden teilnimmt. Ein großes Lob zollt der 50-Jährige dem MRSC: „Alles war super organisiert, von der Verpflegung bis zu den Streckenposten.“ In die gleiche Kerbe schlägt Jochen Leister. „Es ist schon toll, dass sich die Veranstalter bei der Streckenplanung immer wieder etwas Neues einfallen lassen“, freute sich der 53-jährige Stuttgarter.

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