Lokalsport

Der Krimi im Zweiten

Die Knights verlieren auch das zweite Spiel in Trier 76:79

Kirchheim war die kämpferisch stärkere Mannschaft, doch der Sieger hieß zum zweiten Mal Trier. Vor über 3 000 Zuschauern in der Trierer Arena gingen Kirchheims Basketballer im zweiten Play-off-Spiel der Pro A nach einer starken Leistung und einem 76:79 als knappe Verlierer vom Parkett. Damit stehen die Knights im dritten Spiel am Dienstag (20 Uhr, Kirchheim) mit dem Rücken zur Wand.

Kirchheim mit dem größeren Herz, Trier mit dem besseren Ende: Besnik Bekteshi (rechts) im Duell mit Sebastian Herrera-KratzbornF
Kirchheim mit dem größeren Herz, Trier mit dem besseren Ende: Besnik Bekteshi (rechts) im Duell mit Sebastian Herrera-KratzbornFoto: Sebastian Schwarz

Trier. Viel hat diesmal wahrlich nicht gefehlt. Als der letzte Wurf von Andreas Kronhardt mit Ablauf der Uhr auf die hintere Ringkante fiel, stand eine extrem bittere Niederlage fest. Die Gäste hatten den Traditionsklub aus der Pfalz kurz vor Schluss am Rand der Niederlage. Als Jordan Wild bei noch 90 zu spielenden Sekunden einen Dreier verwandelte, lagen die Kirchheimer bereits mit drei Punkten in Front, doch ausgebuffte Trierer hatten am Ende das letzte Wort.

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Anders als am Freitag übernahmen die Knights vom Start weg das Kommando. Angefeuert von den mitgereisten Fans, erspielten sich die Kirchheimer schnell eine Zehn-Punkte-Führung und lagen zum Ende des ersten Viertels immer noch komfortabel mit 28:19 vorn. Kirchheims Center Andreas Kronhardt dominierte die Bretter und setzte sich immer wieder erfolgreich gegen die Trierer Riesen durch. Doch bereits im zweiten Abschnitt legten die Hausherren ihre Nervosität ab und schalteten in der Verteidigung einen Gang höher. Die Folge: Die Gladiators erkämpften sich die kurzzeitige Führung, die Kirchheim jedoch schnell wieder konterte.

Die Fans sahen nun eine Partie auf Augenhöhe, die beim Stand von 42:42 in die Pause ging. Auch in der zweiten Hälfte war die Anspannung in der Halle spürbar. Diese entlud sich nun des Öfteren in Form von Trierer Jubelschreien. Angeführt von Aufbauspieler Kwadzo Ahelegbe, versuchten die Trierer, den Gästen nun den Schneid abzukaufen. Zunächst erfolgreich. Die Gastgeber erhöhten das Tempo und ihren Vorsprung. Die Kirchheimer mussten reagieren und taten dies: Mit bissiger und aggressiver Defensive kämpften sich die Teckstädter zurück. Der Schlussabschnitt musste die Entscheidung bringen.

Es ging hin und her. Keines der beiden Teams konnte sich entscheidend absetzen. Und die Ritter machten den ersten, vermeintlich entscheidenden Schlag: Jordan Wild per Dreier setzte die Gladiators unter enormen Druck. Trainer van den Berg reagierte und nahm eine Auszeit, die in einem unglaublichen Dreier von Ahelegbe die erhoffte Wirkung erzielte. Ein Stich ins Kirchheimer Herz. Doch die Knights kämpften. Mit 76:75 gingen die Kirchheimer erneut in Führung. Ein Stopp musste her. Die Ritter zwangen die Hausherren zu einem äußerst schwierigen Wurf, doch den Rebound sicherte sich der an diesem Abend starke Trierer Center Justin Raffington, der anschließend zwei seiner insgesamt 20 Punkte erzielte. Eine Schlüsselszene. Zwei Freiwürfe von Simon Schmitz später waren nur noch wenige Sekunden auf der Uhr. Die Kirchheimer wagten den Verzweiflungswurf von der Mittellinie, der nur knapp sein Ziel verfehlte.

Mit leeren Händen mussten die Kirchheimer anschließend die Heimfahrt antreten. „Wir haben heute gekämpft bis zum Umfallen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Es war ein enger Fight, und es hat nicht viel gefehlt. Am Dienstag wollen wir uns den ersten Sieg holen“, beschwor Coach Michael Mai den Teamgeist seiner Truppe nach Spiel-ende. „Die Serie ist noch nicht vorbei.“ Das vielleicht entscheidende Spiel drei findet am kommenden Dienstag in der Sporthalle Stadtmitte statt. Spielbeginn ist um 20 Uhr.