Lokalsport

Der letzte Akt ist meisterwürdig

Turnen Der VfL Kirchheim holt sich im Duell der Ungeschlagenen mit einem 11:1 gegen die TG Hanauerland den Titel in der dritten Bundesliga Süd. Von Heiko Paul

Ist in dieser Saison zu einem Leistungsträger im Trikot des VfL gereift: Manuel Hofmann.Foto: Heiko Paul
Ist in dieser Saison zu einem Leistungsträger im Trikot des VfL gereift: Manuel Hofmann.Foto: Heiko Paul

Die VfL-Turner sind ungeschlagener Meister der dritten Bundesliga Süd. Nach dem 11:1-Auswärtserfolg am Wochenende beim chancenlosen Tabellenzweiten TG Hanauerland stehen beide Teams im Aufstiegsfinale am 9. Dezember in Schwäbisch Gmünd.

Vor dem Wettkampf waren die Nerven der Konkurrenten um den Meistertitel angespannt. Der Sieg bedeutet neben dem Titel, im Aufstiegsfinale gegen den zweiten der Nordliga - in diesem Fall den TV Großen-Linden - antreten zu müssen. Der Verlierer trifft auf den überragenden Nord-Meister Eintracht Frankfurt, der nach dem unglücklichen Abstieg vor einem Jahr viel in den direkten Wiederaufstieg investiert hat. Die Punktzahlen, die Frankfurt in der aktuellen Saison erturnt hat - teilweise an die 300 - sind für die Top-Mannschaften aus dem Süden nicht zu erreichen. Der VfL dagegen trifft mit dem TV Großen-Linden auf einen Gegner auf Augenhöhe: 281,65 Punkte hat der VfL im Hanauerland erreicht, 281,40 der TV Großen-Linden gegen die TG Saar II. Was die Saisonbilanz betrifft, haben die Mittelhessen allerdings die Nase vorn.

Sollte der VfL das Aufstiegs-Duell verlieren, gibt es noch eine zweite Chance: Weil der TV Herbolzheim sein Team aus der zweiten Bundesliga zurückzieht, steigen diesmal drei Teams auf. Die Verlierer aus dem Aufstiegsfinale kämpfen eine Woche später um den dritten freien Platz. Gut möglich also, dass der VfL und die TG Hanauerland in einem Stechen erneut aufeinander treffen. In dieser Situation befanden sich die Kirchheimer Turner schon einmal, vor vier Jahren. Damals zog man sich zurück, überließ dem übermächtigen Gegner TG Allgäu kampflos das Feld. Ähnliches wird dieses Jahr nicht passieren. „Wir wollen aufsteigen“, betonen die Turner unisono.

Entsprechend konzentriert traten die Kirchheimer am Samstagabend in Rheinbischofsheim auf. Vor fast 300 Zuschauern zeigte der Gegner Nerven. Manuel Halbisch und Manuel Hofmann holten gleich zu Beginn gegen einen verunsicherten Gegner die ersten sieben Score-Punkte am Boden. Verwundbar zeigte sich der VfL lediglich am Barren, der mit 5:4 an die Gastgeber ging.

Turngala an den Ringen

Eine regelrechte Gala boten die Kirchheimer an den Ringen. Waldemar Guillards Zwischenschwung bescherte den Hanauern zwar zunächst zwei Punkte, aber Manuel Halbisch profitierte von einem Hanauer Missgeschick und erhielt fünf Score-Punkte gutgeschrieben. Julian Hausch ist in dieser Saison an den Ringen ohnehin kaum zu schlagen, und als Marcus Bay gegen seinen direkten Konkurrenten Oleksii Koltakov vier Punkte einfuhr, stand es bereits zur Halbzeitpause nach Score-Punkten 31:12.

52:22 stand es am Ende. Gegen einen Kontrahenten, der bis dahin - genauso wie der VfL - sämtliche Wettkämpfe überlegen gewonnen hatte. Das Topscorer-Trikot in der Turnhalle in Rheinbischofsheim ging mit 16 Punkten an Marcus Bay, der nur einen Zähler vor Manuel Halbisch lag. Marcus Bay hatte damit auch TG-Topturner Oleksii Koltakov in die Schranken verwiesen. Bay ist mit 106 Score-Punkten bester Turner dieser Saison vor dem Ukrainer (101).

DTL-Finale um den Aufstieg in die 2. Liga

Samstag, 9. Dezember (14 Uhr, Sporthalle Schwäbisch Gmünd)

VfL Kirchheim - TV Großen-Linden Eintracht Frankfurt - TG Hanauerland

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