Lokalsport

Der nächste Ludwigsburger

Johannes Joos kehrt nach einem Jahr in Ehingen zurück zu den Kirchheimer Basketballern

Nach Besnik Bekteshi und Tim Koch wird ein Dritter aus dem Nachwuchsprogramm der MHP Riesen in Ludwigsburg in der kommenden Saison das Trikot der Knights tragen. Auch für ­Johannes Joos ist es der zweite Anlauf auf einen Stammplatz im Kirchheimer Team.

Zurück, um Verantwortung zu übernehmen: Johannes Joos (rechts) bei einem seiner letzten Auftritte im Knights-Trikot im März vori
Zurück, um Verantwortung zu übernehmen: Johannes Joos (rechts) bei einem seiner letzten Auftritte im Knights-Trikot im März vorigen Jahres gegen Chemnitz.Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Er wusste, dass die Frage kommen würde. Der dritte Deutsche, die dritte Nachwuchskraft, der dritte Ludwigsburger. Gehen die einstigen Partner im Basketball-Oberhaus wieder auf Tuchfühlung? „Nein“, sagt Christoph Schmidt, „auch wenn der Eindruck entstehen könnte.“ Die Antwort des Knights-Geschäftsführers kommt so prompt, dass Zweifel erst gar nicht aufkommen. Zwar standen Koch und Joos bis zuletzt bei den Ludwigsburgern unter Vertrag, Kontakt mit Kirchheim gab es beide Male erst nachdem der Kontrakt geendet hatte. Also kein Deal mit den Riesen, sondern „Business as usual.“

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Joos war zuletzt an Ehingen ausgeliehen, kam beim Pro-A-Absteiger im letzten Saisondrittel auf Touren. Gut 16 Minuten stand der 20-Jährige im Schnitt auf dem Parkett, steuerte 5,5 Punkte und 4,4 Rebounds bei. Was auffällt: Die Effektivität des 2,05 Meter großen Forward wuchs im Verhältnis zu seiner Einsatzzeit. Ende Januar gelang ihm im Spiel gegen Heidelberg mit 13 Punkten und elf Rebounds sein erstes Double-Double in der Pro A. Joos ist folglich einer, der die Minuten auf dem Spielfeld zu nutzen weiß, und den Kirchheimern ist dies nicht entgangen.

Was am meisten zählt: „Wir kennen die Jungs. Wir wissen, dass wir in punkto Einstellung und Charakter kein Risiko eingehen,“ nennt Schmidt einen wesentlichen Grund, warum man die dritte Nachwuchskraft aus dem früheren Kooperationsmodell mit den Ludwigsburgern nun zurückholt. Dabei sind, ähnlich wie bei Koch, die Erfahrungen, die Joos in Kirchheim gemacht hat, nicht gerade positiv. Unter Kirchheims damaligem Erfolgscoach Frenkie Ignjatovic kamen beide Jungspunde über sporadische Einsätze nicht hinaus.

Das soll sich jetzt ändern. Beide sind gereift, der Trainer und auch das Konzept in Kirchheim sind andere. „Johannes ist ein aggressiver Verteidiger, der auch Talent mitbringt in der Offensive“, sagt Christoph Schmidt. Ein Rohdiamant, den man in der kommenden Spielzeit bearbeiten wolle. Auch Johannes Joos soll fester Bestandteil der geplanten Neuner-Rotation werden. Fünf Deutsche plus vier Amerikaner, so will es der Plan bis zum Saisonstart Ende September. Dass über Positionen kaum geredet wird, zeigt: Flexibilität ist Trumpf im neuen Team der Ritter. Womöglich schon in dieser Woche soll die Einkaufstour auf dem deutschen Spielermarkt beendet sein. Gespräche mit einem weiteren Combo-Guard stehen demnach kurz vor dem Abschluss. Damit hätten die Knights den wichtigsten Teil ihrer Pflichten deutlich früher als sonst erledigt.