Lokalsport

Der Stabschef wechselt die Seiten

Führungswechsel Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt übernimmt einen Job beim Basketball-Hauptsponsor.

Christoph Schmidt
Gibt den Ball ab: Christoph Schmidt. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Ein ernster, unruhiger Blick, wachsam, ständig in Alarmbereitschaft. So kennt man den Mann mit dem kahlrasierten Schädel und dem Funkstöpsel im Ohr von jedem Heimspiel der Knights in der Sporthalle Stadtmitte. Am Freitagabend, wenn kurz vor 20 Uhr die Mannschaft von stampfenden Beats aus den Lautsprecherboxen begleitet aufs Parkett traben wird, bleibt sein Platz im Kabinengang zwischen den Tribünen leer. Das Heimspiel gegen die Lions aus Karlsruhe ist das erste seit sechseinhalb Jahren, das ohne ihn stattfinden wird.

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Als Geschäftsführer der Knights ist Christoph Schmidt zu kurz im Amt, als dass man von einer Ära sprechen könnte, die hier zu Ende geht. Trotzdem hat der 34-Jährige die wohl schwierigsten und turbulentesten Jahre an der Spitze des Kirchheimer Zweitligabetriebs mitgestaltet. Vom Jahr der Vizemeisterschaft 2012 bis zum Beinahe-Aus im Frühjahr 2017, als die Gesellschafterrunde erstmals ernsthaft einen Rückzug aus dem immer härter werdenden Profigeschäft in Erwägung zog. Dass Schmidt gerade jetzt seinen Platz räumt, hat weniger mit sportlichen Klippen als mit privater Vorsorge zu tun. „Es war einfach an der Zeit für den nächsten Schritt in Sachen Lebensplanung“, sagt er. Sein Wechsel zum Hauptsponsor Kreisbau, wo er beim Ausbau der Plochinger Geschäftsstelle mitwirken soll, steht bereits seit Anfang vergangenen Jahres fest. Die Turbulenzen einer Saison, an deren Ende der Trainer überraschend von Bord ging, nach der es galt, eine Mannschaft völlig neu zu formen, und die Liga gleichzeitig Bedingungen stellte, von denen im Frühjahr noch kaum einer wusste, wie sie zu erfüllen sein würden, ließen ihn bleiben. Bis jetzt.

„Bei Chris liefen jahrelang alle Fäden zusammen“, begründet Bettina Schmauder die lange Übergangszeit. Inzwischen scheint der Wechsel gelungen zu sein. Die Geschäftsstelle ist seit einigen Wochen doppelt besetzt (siehe Infoteil). Schmauder, die seit vielen Jahren als die gute Seele im Kirchheimer Basketball gilt, wird als ehrenamtliche Geschäftsführerin künftig die Alleinverantwortung für das Tagesgeschäft tragen. Die Unternehmerin und Stadträtin wird mehr noch als bisher zur Chefstrategin, die im Hintergrund die Fäden zieht - und die sich aus dem sportlichen Bereich weitgehend heraushält.

Schmidt geht, aber er geht nicht ganz. Bei der Kaderplanung im Frühjahr, bei Personalentscheidungen während der Saison wird er weiterhin mitreden. Bis auf Weiteres. Ein Übereinkommen, das die Doppelrolle seines künftigen Arbeitgebers als genossenschaftlicher Bauträger und Hauptsponsor ermöglicht hat. Bisher sind die Knights mit seiner Expertise gut gefahren. Der Kader passt, wie zuletzt meist. Auch, wenn er wie immer viel zu klein ist. Ohne Verletzungspech stünden die Knights vermutlich wieder dort, wo sie eigentlich gar nicht stehen dürften: ganz weit oben. Und Christoph Schmidt macht sich nach der knappen Niederlage der Kirchheimer Rumpftruppe in Crailsheim das schönste Kompliment selbst: „Dieses Spiel“, meint er, „sagt mehr über den Charakter dieser Mannschaft aus als jeder Sieg.“Bernd Köble

Neue Aufgabenteilung in der Geschäftsstelle

Zwei hauptamtliche Mitarbeiter werden sich auch künftig die Arbeit in der Knights-Geschäftsstelle teilen. Seit Jahresbeginn ist Fabian Schneider für die Bereiche Organisation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Der 28-Jährige stammt aus Mössingen, hat BWL und Sportmanagement studiert und sammelte zuletzt Praxiserfahrung in der Geschäftsstelle des Württembergischen Landessportbunds (WLSB). Er teilt sich die Arbeit in der Geschäftsstelle mit Wolfgang Frey, der bereits seit Sommer schwerpunktmäßig für den Bereich Sponsoring verantwortlich ist. Ab Herbst wollen die Knights in der Verwaltung zusätzlich einen Ausbildungsplatz anbieten.

Dritte Vollzeitkraft ist seit Sommer Frank Acheampong, der als Mittler zwischen dem VfL Kirchheim und den Knights die Nachwuchsarbeit koordiniert. Sein Auftrag: Allianzen für eine JBBL-Mannschaft in der neuen Saison zu schmieden Alle drei Vollzeitstellen sind eine Forderung der Liga und Bedingung für eine Lizenz in der Pro A. bk