Lokalsport

Der Traum von den Play-offs ist geplatzt

Basketball In der 2. Bundesliga konnten die Knights am Samstagabend nur zu Beginn mithalten. Am Ende stand eine deutliche 57:89-Niederlage gegen Nürnberg. Damit ist die Saison vorbei.

Die Knights taten sich gegen mental und körperlich frischere Nürnberger schwer. Auch für Elijah Jarod Strickland (Mitte) war kaum ein Durchkommen. Foto: Tanja Spindler

Auch am Samstagabend war das Publikum in der Stadthalle Stadtmitte noch immer angeheizt von der fantastischen Stimmung, die am vergangenen Mittwoch herrschte. Da war es den Knights aus Kirchheim gelungen, nach einem 19-Punkte-Rückstand in Halbzeit zwei fulminant ins Spiel zurückzukehren und doch noch den Sieg an sich zu reißen. So präsentierten die Fans ihren Spielern im entscheidenden Spiel um die Play-offs ein Umfeld, das man coronabedingt so zuletzt lange vermissen musste. Auch die Nürnberger Gäste hatten ihre Fans mitgebracht, und so bildete eine prickelnde Stimmung den Rahmen für ein Finale um die Play-offs.

Die Teckstädter nutzten die zusätzliche Motivation und starteten gut in die Partie. Immer wieder suchten die Hausherren Center Yasin Kolo, der die ersten sieben Zähler im Alleingang erzielte. Besnik Bekteshi erhöhte auf 10:5 und zwang Gäste-Coach Vytautas Buzas zur ersten Auszeit. Die Ansprache des Trainers musste es in sich gehabt haben, denn in den folgenden Minuten sorgten die Nürnberger für einen beeindruckenden 21:4-Lauf, bei dem sie von jenseits der Dreierlinie traumwandlerisch sicher verwandelten. Insgesamt sechs von acht Versuchen fanden im ersten Viertel ihr Ziel und legten den Grundstein für den weiteren Spielverlauf zugunsten der Nürnberger.

Bei den Kirchheimern schwanden zusehends die Kräfte, während die Falcons ihre aggressive und schnelle Spielweise nun nochmals verstärkten und die Partie klar dominierten. Die Hausherren versuchten alle Kräfte zu mobilisieren, doch nach dem gewaltigen Kraftakt nur drei Tage zuvor, war der Akku deutlich sichtbar leer. Zur Halbzeit lagen die Ritter bereits mit 29:46 zurück.

Auch der Start ins dritte Viertel missglückte, und schnell wurde klar, dass an eine ähnliche Aufholjagd wie gegen Hagen nicht zu denken war. Zu abgeklärt, zu schnell und zu intensiv agierten die Gäste und ließen den Knights dadurch nicht mal den Hauch einer Chance. Im Schlussabschnitt bekamen dann die Youngster auf beiden Seiten viel Einsatzzeit. „Wir konnten bereits gestern in der Abschlusseinheit sehen, dass die Spieler sämtliche Kräfte aufgebraucht hatten und haben deshalb auch die letzte Einheit frühzeitig abgebrochen, um noch mehr Regeneration zu ermöglichen. Aber es war einfach nichts mehr da was wir in die Waagschale hätten werfen können. Wir haben alles gegeben, aber das Programm in Verbindung mit den ausgefallenen Spielern war letztlich zu viel“, erklärte Knights-Sportchef Chris Schmidt.

Einen besonderen Moment ermöglichten die Fans den Akteuren nach Spielende. Lange wurden die während der Saison aufopferungsvoll kämpfenden Spieler von ihren Fans gefeiert. Für die Knights endet damit die Saison der 2. Basketball-Bundesliga – abhängig vom Spielergebnis der Mannschaft aus Vechta im Nachholspiel – auf Platz elf oder zwölf. Am Montag werden die Spieler vom Klub bei einem gemeinsamen Abendessen in die Sommerpause verabschiedet. cs

 

Umfrage zum Saisonfinale

„Rückkehrer haben uns gerettet“

Kirchheim. Die Knights haben die Play-offs in der Pro A verfehlt. Bei den Fans herrschte am Samstag­abend in der Sporthalle Stadtmitte nach der Saison-Schlusssirene ein Mix vor: aus dezenter Enttäuschung über den sportlichen Verlauf aber auch gewisser Freude, dass die Saison trotz Corona weitgehend normal zu Ende gespielt wurde. Wir haben uns nach dem letzten Match in der Halle umgehört und einige Kirchheimer Fans nach ihrer Meinung zur Saison gefragt. 

Frank Pallinger sagt: „Klar ist es traurig, dass die Saison, vor allem nach dem schlechten Start, nicht mit den Play-offs gekrönt wurde. Das Team hat sich trotzdem super gefangen. Die Pandemie war sicher auch ein großes Problem, aber als Fan macht man natürlich das Beste daraus.“

Alessia Vedda: „Das letzte Saisonspiel war für mich der pure Nervenkitzel. Ich habe richtig mit gefiebert. Der Zusammenhalt im Team ist immer besser geworden und mir hat das Zuschauen und auch die Stimmung in der Halle immer gefallen. Nächste Saison komme ich wieder.“

Marco Nagel: „Dass wir es noch in die Play-offs schaffen, hat heute wohl niemand geglaubt. Angesichts des schweren Starts in die Saison mit einer verhinderten Kaderplanung sowie unnötigen Niederlagen, bin ich mit dem Verlauf zufrieden – auch wenn sportlich noch Luft nach oben ist.“

Ariana Sejdija: „Die Play-offs wären zweifellos richtig cool gewesen. In den vergangenen Wochen haben die Knights gezeigt, dass es möglich gewesen wäre. Die Stimmung war wieder top und es macht Spaß, zuzuschauen. Ich freue mich auf die neue Saison, auch wenn die Pause lang sein wird.“

Robin Storm, Chef der Knights-Supporters: „Nach den mäßigen Vorbereitungsspielen war es mir etwas mulmig. Die Rückkehrer Bekteshi, Goodwin und Williams haben uns den Hintern gerettet. Schön für uns Supporters, dass wir bis auf zweimal auswärts trotz Pandemie dabei waren.“ rei

Anzeige