Lokalsport

Der Vater des VfL-Höhenflugs

Umjubelter Meistertrainer: Andy Kleinhansl (mit Schale) mit den VfL-Spielern, darunter der spätere Bundesligaprofi Rüdiger Kauf
Umjubelter Meistertrainer: Andy Kleinhansl (mit Schale) mit den VfL-Spielern, darunter der spätere Bundesligaprofi Rüdiger Kauf (ganz links). Archivfoto: Jean-Luc Jacques

Was macht eigentlich...Andreas Kleinhansl? Vor drei Jahrzehnten kämpften sie Seite an Seite für den VfL Kirchheim in der Amateur-Oberliga. Danach verloren sie sich aus den Augen. Erst 2007 führte sie der Zufall wieder zusammen. Seither machen Andreas Kleinhansl und Jochen Brandstetter als gleichberechtigte Vorstände der Firma KBW Technologie AG mit Hauptsitz in Esslingen wieder gemeinsame Sache.

Eine Erfolgsstory: Die K (für Kleinhansl) B (Brandstetter) W-Gruppe ist eine eigentümergeführte Aktiengesellschaft mit zehn Unternehmen, über 400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 85 Millionen Euro. „Wir bieten technische Unterstützung in der Bereichen Automatisierung, Steuerungstechnik, Hydraulik und Robotik“, so die beiden Chefs, denen die Firma mehrheitlich gehört, im Internet. Da das Unternehmen breit gefächert ist und trotzdem eine starke Gemeinschaft bildet, kann es die Corona-Krise besser verkraften als andere. Kleinhansl: „Uns geht es noch vergleichsweise gut. Wir haben teilweise Kurzarbeit, aber die Einbrüche halten sich in Grenzen.“

Der 57-Jährige lebt mit seiner Familie in Neuhausen auf den Fildern. Er ist wie seine Frau, der 22-jährige Sohn und die 19-jährige Tochter vom Virus bisher verschont geblieben. Der einstige „Mittelfeld-Motor“ hält sich mit Joggen und Radfahren fit, wenn es die knapp bemessene Zeit erlaubt.

Einmal blau, immer blau

Blau war stets seine Trikotfarbe nach den „roten“ Junioren-Jahren beim FV Neuhausen. Erst bei den Stuttgarter Kickers, mit denen er 1987/88 den Aufstieg in die Bundesliga schaffte, wurde er ein Blauer. Aber auch er konnte den sofortigen Wiederabstieg nicht verhindern: Die Kickers beendeten die Saison auf dem 17. Tabellenplatz, punktgleich mit Nürnberg, Bochum und Frankfurt, hatten aber das schlechteste Torverhältnis.

Kleinhansl wechselte freiwillig noch eine Klasse tiefer zum VfL Kirchheim, spielte von 1989 bis 1993 vier Jahre in der Oberliga. Ab 1995 setzte er als Trainer und Nachfolger von Bernd Hoffmann zu einem Höhenflug an, der 1997 mit dem Aufstieg in die Regionalliga gipfelte. Kleinhansl denkt gerne daran zurück: „Eine tolle Zeit. Mitspieler, Kameradschaft, der ganze Verein, alles war top.“ Die alten Fußball-Freundschaften werden heute noch gepflegt. Gelegentlich treffen sich die Helden von damals wie Claus Maier, Rüdiger Kauf, Uwe Schairer und Co. und tauschen Erinnerungen an die schönsten Stunden ihrer Sportkarriere aus. Klaus Schlütter

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