Lokalsport

„Der VfB droht zu versauern“

Umfrage zum Zweitligastart der VfB-Fußballer

Am Montag startet der VfB Stuttgart gegen St. Pauli in die 2. Liga. Schafft er den Wiederaufstieg? Fußball-Experten der Region sind geteilter Meinung.

Kirchheim. „Stand jetzt wird es schwierig“, meint Sven Laderer, Abteilungsleiter der SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang. „Viele Leistungsträger sind gegangen. Der VfB muss auf dem Transfermarkt bis 31. August noch etwas tun, sonst reicht es nicht. In der zweiten Liga wird ein mehr vom Kampf geprägter Fußball gespielt als in der Bundesliga, das Niveau ist nicht viel schlechter. Das sieht der Trainer ähnlich. Geld für weitere Verstärkungen sollte vorhanden sein.“

Ähnlich skeptisch äußert sich Oliver Klingler, der der Fußballabteilung des VfL Kirchheim vorsteht. Er sagt: „Der VfB hat in allen Mannschaftsteilen noch Bedarf, vor allem auf den Flügeln. Simon Terodde ist ein torgefährlicher Mittelstürmer, aber er braucht Flanken. Mit Trainer Luhukay ist der Verein gut aufgestellt. Er hat schon mehrfach bewiesen, dass er schwierige Aufgaben meistern kann. Wichtig wäre für den VfB ein guter Start, um gleich positive Stimmung zu erzeugen.“

Klaus Müller, Trainer des TSV Jesingen, sieht den VfB als Mitfavoriten für den Aufstieg. Allerdings müsse er besonders für den Offensivbereich noch Qualität dazu- holen. Vordringlich sei, die Abwehr, die in der vergangenen Saison mit 75 Gegentoren die Schießbude der Nation war, wieder zu festigen. Für ihn ist der schnelle Wiederaufstieg überlebenswichtig: „Wenn das nicht klappt, droht der VfB in der zweiten Liga zu versauern wie Kaiserslautern, 1860 München oder Nürnberg.“

Mit Jos Luhukay haben die Roten den richtigen Trainer verpflichtet, ist VfL-Urgestein Werner Hund überzeugt. Er bringt Erfahrung aus der zweiten Liga mit, ist schon mit vier Mannschaften aufgestiegen. „Obwohl viele Stammspieler gegangen sind, ist die Mannschaft nicht so schlecht, wie sie gemacht wird“, meint der Ex-Torwart. „Sie wird vorne mitspielen, aber schwer genug wird‘s. Denn gegen den großen VfB hängt sich jeder voll rein. Wichtig ist ein guter Einstieg.“

Wenig Hoffnung auf eine von Erfolg gekrönte Stuttgarter Saison hat Alexander Hübbe („ich bin kein VfB-Fan“), obwohl Luhukay einen guten Ruf als Aufstiegstrainer hat. Dafür habe der Verein in den letzten Jahren besonders im Umfeld mit den vielen Trainer- und sonstigen Wechseln ein zu schlechtes Bild abgegeben. Die Prog­nose des abgetretenen Weilheimer Cheftrainers: „Der VfB wird vorne mitspielen, aber an den sofortigen Aufstieg glaube ich nicht.“

Mehr Optimismus verbreitet Kai Hörsting, wegen einer langwierigen Verletzung seit Monaten außer Gefecht. Der Kirchheimer VfL-Stürmer: „Ich bin überzeugt, dass sie es schaffen. Für mich ist Trainer Jos Luhukay ein Erfolgsgarant. Positiv auch, dass der Verein Führungsspieler wie Gentner und Großkreutz halten konnte.“

Seine Meinung deckt sich mit der von Pasquale Martinelli, dem Abteilungsleiter von Catania Kirchheim. „Mit Luhukay haben sie den richtigen Trainer geholt. Es wird ihm gelingen, junge Spieler einzubauen. Die sportliche Führung ist jetzt kompetent, die Vorgänger haben nur geredet. Ich bin guter Dinge, dass es dem VfB gelingt, sofort wieder aufzusteigen. Ein Traditionsverein wie er gehört einfach in die Bundesliga.“

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