Lokalsport

Der VfL gefällt sich in der neuen Rolle

Fußball-Bezirksliga Während Kirchheim Platz zwei verteidigen will, muss die SGEH beim TSV Obere Fils dringend den Abstand nach unten vergrößern. Von Reimund Elbe

Augen zu und durch: Michael Schweizer und die VfL-Kicker peilen gegen Neckartailfingen einen Heimsieg an. Foto: Markus Brändli
Augen zu und durch: Michael Schweizer und die VfL-Kicker peilen gegen Neckartailfingen einen Heimsieg an. Foto: Markus Brändli

Beim VfL Kirchheim ist wieder alles im Lot. Das 3:1 beim TSV RSK Esslingen hat alle trüben Herbstgedanken an der Jesinger Allee förmlich weggefegt. Exakt eine Woche nach der unglücklichen 2:3-Heimpleite gegen die TSV Oberensingen war das überzeugende Erfolgserlebnis in der Landkreisstadt nicht nur Balsam auf die Wunden direkt nach der zweiten Heimniederlage, sondern auch der Garant für den Sprung auf Tabellenplatz zwei.

VfL-Spielertrainer Markus Schweizer hat vor der kommenden Partie gegen den TSV Neckartailfingen mit der neuen Rolle – sprich Aufstiegsrelegationsplatz – kein Problem. „Die Mannschaft hat sich prächtig entwickelt und sich diesen Tabellenplatz verdient“, betont der kickende Coach, deshalb sei er auch „für die anstehenden Aufgaben zuversichtlich“.

Schweizer gefällt die neue Rolle, und er gibt zu, dass der verletzungsbedingte Ausfall von Torjäger Dominik Cseri (sieben Saisontore in acht Partien) doch ein noch größerer Sorgenbringer war als zunächst vermutet. „Wir haben schon eine Zeit gebraucht, um die Spielabläufe in der Offensive auf die neue Situation ohne Dominik anzupassen“, gibt der Ex-Weilheimer vor dem achten Heimspiel der Runde unumwunden zu. Nun hätten sich freilich die Automatismen im Spiel zunehmend eingestellt. Jüngster Beweis für die erfolgreich praktizierte Neuorientierung waren jene drei auswärts erzielte Treffer in Esslingen.

VfL-Gegner TSV Neckartailfingen, seit drei Monaten trainiert von Ex-SGEH-Coach Georgios Karatailidis, rückt als Tabellensechster und mit einer ordentlichen Auswärtsbilanz an. In vier der sechs Begegnungen auf gegnerischem Geläuf gingen die Neckartailfinger als Triumphierende vom Feld. Die 1:5-Klatsche gegen die SGM T/T Göppingen am vergangenen Sonntag verdeutlichte allerdings Karatailidis und Co. schonungslos, dass dem TSVN aktuell gegen Topteams der Liga offenbar die nötigen Mittel zum Erfolg bringenden Dagegenhalten fehlen.

Die Tabelle trügt aktuell nicht – leistungsmäßig sind die Neckartailfinger eher dem oberem Mittelfeld als der Spitze zuzuordnen. Beim VfL Kirchheim stehen hinter Defensivakteur Jannik Raichle und Angreifer Waldemar Hechler (beide mussten in Esslingen wegen Knieproblemen kurzfristig passen) noch Fragezeichen.

Mit personellen Unwägbarkeiten plagt sich auch SGEH-Trainer Dieter Hiller vor dem Auswärtsmatch beim TSV Obere Fils herum. Doch der Coach kann hoffen: Nachdem beim Torfestival gegen Spitzenreiter FC Frickenhausen (4:6) einige AH-Kicker reaktiviert werden mussten, könnte sich in Wiesensteig die Situation entspannen. Torjäger Marc-Kevin Theimer und Florian Lenuzza kämpfen um ihr Comeback. Auch Routinier Markus Nachtmann (38) ist wieder ein Thema. Der Reaktivierte könnte übermorgen, wie zuletzt gegen den FC Frickenhausen, auflaufen. „Markus hat immer gesagt, dass er in Notsituationen gerne aushilft“, sagt Marc Weger. Der SGEH-Kapitän weiß zudem, dass in Wiesensteig das Punktekonto dringend Zuwachs benötigt. „Gegen den Aufsteiger müssen wir einfach gewinnen“. Nur per Dreierpunktepack würde die Sportgemeinschaft vorerst der Kellerregion entschwinden lassen. Aus 14 könnten 17 Punkte werden. Oder anders gesagt: Neuling TSV Obere Fils (acht Zähler) bliebe auch auf Distanz.

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