Lokalsport

Der VfL gibt den Derbysieg noch aus den Händen

Handball Nach knapp 50-minütiger Dominanz muss sich Kirchheim in Lenningen mit einem 20:20 zufrieden geben.

Heißsporn im Hexenkessel: Engelbert Eisenbeil und der VfL haben den Sieg in Lenningen verpasst. Foto: Genio Silviani
Heißsporn im Hexenkessel: Engelbert Eisenbeil und der VfL haben den Sieg in Lenningen verpasst. Foto: Genio Silviani

Lenningen. Das mit Spannung erwartete Verfolgerduell in der Handball-Bezirksliga zwischen der SG Lenningen und dem VfL Kirchheim hat keinen Sieger gefunden: Die Lokalrivalen trennten sich 20:20.

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Dass bei den Gastgebern nach dem Nachbarschaftsduell trotzdem eher zufriedene Mienen dominierten, war einem triftigen Grund geschuldet: In den letzten zehn Spielminuten feierte die scheinbar aussichtslos zurückliegende Spielgemeinschaft förmlich eine Wiedergeburt. Aus einem 14:19-Rückstand machten die Lenninger ein 20:20 - sehr zum Wohlgefallen des stimmgewaltigen SG-Anhangs.

Dieses ebenso furiose wie spektakuläre Finale war der eigentliche Aufreger in einer über weite Strecken spielerisch zähen und von vielen kleinen Scharmützeln geprägten Partie, in der die VfL-Handballer lange Zeit Taktgeber waren. Zwar nicht so stürmisch, leidenschaftlich und torhungrig wie bei der 35:14-Gala gegen den TSV Denkendorf am Wochenende zuvor, doch mit guter Defensivarbeit und besseren Offensivaktionen als der Gegner. „Wir konnten lange Zeit unser schnelles Spiel nicht ansetzen“, merkte folglich SG-Trainer Peter Schmauk in der Rückbetrachtung selbstkritisch an. Die Freude über den auf den letzten Drücker geholten Punkt wollte der SG-Trainer allerdings nicht leugnen. Für den furiosen Endspurt per 6:1-Lauf hatte der Coach eine schlüssige Begründung. „Konditionell war die Mannschaft einfach gut drauf“, so Schmauks Beobachtung.

In der Tat war es erstaunlich, wie die bis zur 50. Minute scheinbar souverän agierenden Kirchheimer, die meist drei bis vier Treffer Vorsprung hatten, gegen Ende in der Offensive abschlussschwächer sowie in der Defensive anfälliger wurden. „Schwer zu erklären, warum das so war“, resümierte VfL-Torwart David Pisch enttäuscht. Der Kirchheimer Keeper selbst hatte zuvor mit stoischer Ruhe und diversen Glanzparaden den VfL in kritischen Phasen stets auf Spur gehalten.

Grund für das überraschende SG-Comeback in diesem Derby war wohl ein Mix aus verschiedenen Aspekten. Neben dem kollektiven VfL-Schwächeanfall ab Minute 50 war es jene Eigendynamik, die Handballspiele öfters entwickeln können: Zunehmende Hektik in der Schlussphase mit zahlreichen Wortbeiträgen auf und neben dem Spielfeld, Glück und Pech bei Torwürfen, einige strittige Schiedsrichterentscheidungen - gegen Ende waren die Lenninger eher die Profiteure aus diesem Mix. „Letztendlich hatten wir in der Schlussphase eine Schwäche in unserem Offensivspiel“, führte VfL-Trainer Engelbert Eisenbeil als Hauptgrund für den entgangenen zweiten Punkt an. Seine Bilanz: „Wir können mit diesem Unentschieden nicht zufrieden sein.“

Nicht nur diese Punkteteilung haben SG und VfL nach diesem Samstagabend gemeinsam: Der erste Tabellenplatz bleibt in Reichweite - wenn auch der Rückstand auf Spitzenreiter Bernhausen, der mit 40:36 beim TSV Wolfschlugen II gewann, um einen Zähler angewachsen ist.Reimund Elbe

Spielstenogramm

SG Lenningen: Lamparter, Reichle - Nebenführ (5), Rieke (4/1), Renz (4), Schmid, Ringelspacher (1), Austen (1), Bächle (2/2), Haid (1), Reichle, Pisch, T. Trenkle (2), M. Trenkle, Dieterich

VfL Kirchheim: Pisch, Latzel - Habermeier (4/1), Hamann, Böck (1), Metzger (1), Pradler, Merkle (3), Mikolaj (2/1), Schwarzbauer (1), Keller, Real, Sadowski (4), Rudolph (4)

Zweiminutenstrafe: Rieke, Renz - Metzger, Keller

Schiedsrichter: Marcus Weckenmann/Julian Heimsch

Zuschauer: 600