Lokalsport

Der VfL trifft das Brett

Bauherren und Handwerker im Kirchheimer Sportvereinszentrum erwarten eine Punktlandung

Der Kostenrahmen hält, der Zeitplan passt, die ersten Hundert haben unterschrieben. Das VfL-Sportvereinszentrum biegt auf die Zielgerade ein.

Noch knapp vier Monate bis zum Start: Doris Imrich freut sich über den Baufortschritt im Vereinssportzentrum des VfL.Foto: Marku
Noch knapp vier Monate bis zum Start: Doris Imrich freut sich über den Baufortschritt im Vereinssportzentrum des VfL.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Schwarze Kabel ragen aus unverputzten Wänden, im Nebenraum hämmert eine Bohrmaschine. Der einzige Hinweis, dass hier unter Hochdruck gearbeitet wird. Ansonsten ist es ruhig auf der Baustelle. Keine Spur von Hektik. Auch nicht bei ihr. Die resolute Vereinschefin wirkt im gähnend leeren Gebäude mit seinen riesigen Glasfronten fast ein wenig verloren. Doris Imrich führt an diesem regnerischen Vormittag als Hausherrin durchs neue Sportvereinszentrum des VfL Kirchheim. In knapp acht Wochen werden hier Trainingsgeräte stehen, drei Monate später wird mit der offiziellen Eröffnung endgültig Leben einkehren. Rund 200 000 Euro hat sie Anfang April auf der Fibo in Köln, der weltweit größten Messe für die Fitnessbranche, investiert. Für die erste Charge, die je nach Bedarf erweiterbar ist. Gut angelegtes Geld, davon ist sie überzeugt. „An der Geräteausstattung zu sparen, kam nie in Frage“, sagt sie. „Ohne modernste Geräte lockt man heute keine Mitglieder mehr an.“

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Nicht der einzige Superlativ, der ihr an diesem Morgen über die Lippen kommt. Man merkt ihr die Erleichterung an. Die größte Schlacht ist geschlagen. Was jetzt kommt, lässt sich mit etwas Abstand auskosten. Bei den 3,6 Millionen Euro Baukosten für das rund 1800 Quadratmeter große Vereinsdomizil ist es geblieben. Keine bösen Überraschungen, weder beim Bau, noch bei den Kosten. „Wir sind perfekt im Plan“, sagt Doris Imrich und kann sich den ironischen Vergleich mit dem erst tags zuvor als schweizerische Präzisions-Baukunst eingeweihten Gotthard-Tunnel nicht verkneifen.

Präzise und störungsfrei wurde in den zurückliegenden Monaten auch an der Jesinger Allee gearbeitet. Aus der Region, für die Region – ein alter Werbespruch könnte für das Heer lokaler Handwerksbetriebe, Architekten und Ingenieure herhalten, die unter dem Dach eines Generalunternehmers Hand in Hand für einen reibungslosen Bauverlauf gesorgt haben.

Die Fantasie, die man braucht, um sich die Zukunft auszumalen, wird seitdem weniger. Der von großen Fensterfronten umrahmte Trainingsbereich im Erdgeschoss ist mit 400 Quadratmetern Fläche das Herzstück des Gebäudes. Über eine luftige Treppe gelangt man zu den Gruppenräumen im Obergeschoss. Viel sichtbares Holz, viel Licht. Der stadtwärts gelegene Gebäudeteil bietet einen Wellnessbereich mit zwei verschiedenen Saunen und Ruhezonen, einen Spinning-Raum für Radsportler und eine großzügige Terrasse mit direktem Blick aufs Stadion-Spielfeld. Vor allem in den Anfangszeiten des Betriebs dürfte das Platzangebot üppig bemessen sein.

Rund hundert Mitgliedern hat dieser erste Eindruck genügt, um sich bereits während der Bauphase per Vertrag einen Platz zu sichern. Die Mehrheit, weiß Doris Imrich, kauft die Katze nicht im Sack. Wenn am 17. Juli, dem Tag des Sports auf dem Stadiongelände, die ersten öffentlichen Führungen stattfinden werden, wird die Zahl der Anmeldungen in die Höhe schnellen. Davon ist sie überzeugt. 400 Mitglieder liegen der Kalkulation zum Betriebsbeginn im September zugrunde. Für bis zu 1 800 Nutzer ist das Gebäude ausgelegt.

Eine der wichtigsten Fragen ist seit Kurzem ebenfalls beantwortet. Mit Norbert Pallaske hat der Studioleiter und Geschäftsführer des Betriebs zum 1. Juni seinen Dienst angetreten. Der 31-jährige gebürtige Rostocker hat sich im Bewerbungsverfahren gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt, und Doris Imrich erklärt auch warum: „Er ist einer, der auf Menschen zugeht.“ Seine positive Ausstrahlung habe am Ende den Ausschlag gegeben. Der Diplom-Sportwissenschaftler und B-Lizenztrainer leitete zuletzt zwei Jahre lang ein großes Fitness-Studio im fränkischen Schweinfurt. Zu seinen ersten Aufgaben wird es nun gehören, die Mannschaft, die ihn künftig unterstützt, zu rekrutieren.

Am 17. September fällt der Startschuss

Handwerker-Finale Der Zeitplan bis zum offiziellen Starttermin im September sieht mehrere Etappen vor. In den kommenden vier Wochen werden die Fliesenarbeiten abgeschlossen und die Böden verlegt. Der Einzug der Trainingsgeräte ist in der letzten Juli-Woche geplant. Erste Führungen Die Öffentlichkeit hat erstmals am 17. Juli Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen. Am Tag des Sports, an dem sich in und ums Stadion die Abteilungen des VfL Kirchheim Besuchern vorstellen werden, bietet der Verein erste Führungen durchs Sportvereinszentrum an. Der Probebetrieb startet am 1. August. Offizielle Eröffnung wird am Wochenende 17. und 18. September sein. Infostand auf dem Stadtfest Der VfL ist zudem mit einem Infostand während des Kirchheimer Stadtfestes am 25. und 26. Juni auf dem Marktplatz vertreten. Dort gibt es alle Informationen zum neuen Domizil des größten Kirchheimer Vereins, zu Angeboten, Mitgliedschaft und Konditionen. Diese sind auch im Internet über die Vereins-Homepage unter vfl-kirchheim.de abrufbar.bk