Lokalsport

Der VfL trotzt dem Teilnehmerschwund

Tischtennis Die Organisatoren der Kirchheimer Stadtmeisterschaften lassen sich von den seit Jahren rückläufigen Starterzahlen nicht schocken: Nur 250 Sportler messen bei der 54. Auflage ihre Kräfte. Von Reimund Elbe

Ohne sie geht nichts: Rike Gölz zieht seit Jahren hinter den Kulissen die Fäden bei den Kirchheimer Stadtmeisterschaften. Foto:
Ohne sie geht nichts: Rike Gölz zieht seit Jahren hinter den Kulissen die Fäden bei den Kirchheimer Stadtmeisterschaften. Foto: Carsten Riedl

Bei der 54. Auflage der Kirchheimer Tischtennis-Stadtmeisterschaften haben die Organisatoren einen Teilnehmerrückgang verzeichnet. 250 Sportler klingen im ersten Moment zwar durchaus beeindruckend. Auf den zweiten Blick allerdings nicht mehr so ganz - schließlich haben im Vorjahr noch 300 Akteure in der Sporthalle des Ludwig-Uhland-Gymnasiums ihre Kräfte gemessen. „Die Teilnehmerzahl ist schon an der unteren Grenze“, bekannte VfL-Abteilungsleiter Axel Schorradt, dessen Orga-Team zu Spitzenzeiten vor ein paar Jahren bis zu 430 Teilnehmer begrüßen konnte.

Trotz des rückläufigen Trends bleibt Schorradt positiv gestimmt, zumal zu große Teilnehmerfelder auch den Stresspegel für das Team deutlich erhöhen würden. Der 58-Jährige wurde selbst zum Mus­terbeispiel für den Zwiespalt, in dem Tischtennisspieler der Region seit einigen Jahren am zweiten Januarwochenende stecken: Zum einen locken dann immer die baden-württembergischen Seniorenmeisterschaften, was für den Kirchheimer Abteilungsboss folgendes Programm nach sich zog: freitags Hilfe beim Hallenaufbau in Kirchheim, tags darauf die Fahrt per Wohnmobil nach Schönmünzach in den Nordschwarzwald, diverse Spiele, Rückkehr am Sonntagnachmittag in die Ludwig-Uhland-Sporthalle inklusive Mitarbeit im Catering-Bereich sowie beim Abbau - frisch ausgezeichnet mit der Bronzemedaille im Mixed.

Viele Jugendspieler fehlen

Noch größere Lücken im Teilnehmerfeld rissen aber augenscheinlich die württembergischen Jahrgangsmeisterschaften im Jugendbereich. Diesmal ganz in der Nähe in Metzingen ausgetragen, fehlte folglich das eine oder andere bekannte Gesicht beim Turnier in Kirchheim. Am Rande der Veranstaltung in der LUG-Halle wurde jedoch gemunkelt, dass die Jugend-Titelkämpfe im Rahmen der Fusion mit dem südbadischen Tischtennisverband womöglich in Zukunft gestrichen werden.

Die VfL-Tischtennisabteilung lieferte unabhängig solcher Entwicklungen vergangenes Wochenende reichlich Argumente für wieder steigende Teilnehmerzahlen. Der Ablauf an beiden Tagen wirkte eingespielt, die Atmosphäre in der LUG-Halle familiär. Der im vergangenen Sommer neu verlegte Hallenboden sowie zum Teil neues Wettkampfgerät verstärkten den guten Eindruck. „Mehr als die Hälfte der eingesetzten 20 Tischtennisplatten sind sehr neu“, berichtetet Jan Eder vom VfL-Organisationsteam, einige hätten gar ihre erste Verwendung überhauot bei den Stadtmeisterschaften gefunden.

Rund 70 Helfer im Einsatz

Regie hinter und vor den Kulissen führte Rike Gölz, eifrig unterstützt von ihren beiden Söhnen Simon und Jonas. Zudem übernahm die VfL-Bezirksklassespielerin auch den Job der Hallensprecherin. „Die Stadtmeisterschaften sind die wichtigste Veranstaltung für unsere Abteilung während des Jahres“, ordnete Gölz das Geschehen ein. Die Meisterschaften würden zudem innerhalb der Abteilung eine sehr enge Bindung schaffen und eine der Haupteinnahmequellen für die Abteilung bilden. Rund 70 Helferinnen und Helfer mischten in Summe mit.

„Die Stadtmeisterschaften haben eine große Tradition“, betonte Abteilungsleiter Axel Schorradt, diese führe das VfL-Team mit großer Freude fort. Er kann dabei auch auf treue Mitglieder wie Albert Raichle bauen. Jener ist seit der Erstauflage vor 53 Jahren im Helferteam dabei. Und auch am Sonntagabend durfte der VfL-Senior beim Abbau nicht fehlen.

VfL-Oberligacrack Simon Geßner holt den Titel

Neuer Stadtmeister: Simon Geßner. Foto: Carsten Riedl
Neuer Stadtmeister: Simon Geßner. Foto: Carsten Riedl

Vor dem Wochenende war Simon Geßner noch die Vorsicht in Person. „Mal schauen, wie gut ich drauf bin“, hatte der VfL-Tischtennisspieler, auf dessen Sport-Wunschzettel seit fast einem Jahrzehnt der Sieg bei den Kirchheimer Stadtmeisterschaften stand, abgewiegelt. Am Sonntagabend konnte der Mitfavorit in der Herrentopklasse A per 3:1-Finalerfolg über seinen VfL-Teamkollegen Manuel Mangold endlich einen Haken auf dem Wunschzettel machen.

Nach Aussage von Organisatorin Rike Gölz bot Geßner „einfach die konstanteste Leistung“ an den Platten. Wie bei den Kirchheimer Stadtmeisterschaften üblich, darf - oder besser gesagt muss - der Gewinner am Ende der Veranstaltung einmal mit dem Besen durch die Halle fegen. „Simon hat diese Aufgabe ebenso tadellos gemeis­tert“, scherzte Turnier-Pressekoordinator Jan Eder. „Bemerkenswert jedenfalls, dass alle acht Topgesetzten am Ende tatsächlich im Viertelfinale standen“, analysierte er kein Favoritensterben.

Der im Finale unterlegene Manuel Mangold hatte zuvor bereits im Halbfinale gegen Routinier und Mannschaftskollege Klaus Hummel knapsen müssen, gewann aber nach heftiger Gegenwehr seines Teamkollegen. Der spätere Sieger Geßner machte es beim 3:2 gegen seinen Trainingskumpel Matthias Gantert nicht weniger spannend.

Für Gantert ergaben sich freilich gleich zwei Trostmomente: den Sieg im Mixed an der Seite von Sara Feirer vom TSV Lichtenwald sowie den Titel im Doppel mit seinem VfL-Teamkollegen Patrick Strauch. rei

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