Lokalsport

Der „Vize-Herbstmeister“ stellt den besten Angriff der Liga

Fußballszene Weilheimer genießen den Vorstoß auf Platz zwei – Bezirksligist VfL verliert Anschluss nach vorne

Neu-Ulm. Die Neu-Ulmer Bezirkssportanlage Muthenhölzle hat sich als gutes Pflaster für die Weilheimer entpuppt. Dank der beiden Zweifachtorschützen Lennart Zaglauer und Felix Hummel wurde beim 4:1 an der Donau die Serie von ungeschlagenen Spielen auf neun ausgebaut, die „Vize-Herbstmeisterschaft“ damit erreicht, und plötzlich stellt die Elf von Trainer Chris Eisenhardt neben dem FC Heiningen mit 38 Treffern auch noch den besten Angriff der Liga.

„Wir hatten zu Saisonbeginn noch unsere Schwierigkeiten gehabt, jetzt haben wir unseren Rhythmus gefunden und sind gefestigt. Es hat Spaß gemacht, gegen Neu-Ulm zuzuschauen, wir hatten jederzeit die volle Spielkontrolle“, ist Eisenhardt mit der Entwicklung seiner Mannschaft vollauf zufrieden. Auch Sportchef Günther Friess zieht ein positives Vorrundenresümee. „Wir haben es gegen den Aufsteiger hervorragend umgesetzt, sind mit der Ausbeute im Soll und vorne dabei. Das hat die Mannschaft auch drauf.“

Wie eng die Konstellation unter den Top Fünf der Liga ist, belegt der Absturz des bisherigen Primus TV Echterdingen nach der 0:3-Niederlage im Topspiel bei der SG Bettringen auf Platz vier. „Das ist doch das Spannende und auch Schöne in der Liga zugleich. Es kann sich von Woche zu Woche etwas ändern. Jetzt haben wir zwei schöne Spiele im Jahresendspurt mit hoffentlich vielen Zuschauern zuerst in Bettringen und dann zu Hause gegen Echterdingen“, frohlockt Eisenhardt.

Die neuen Spitzenreiter sind nun die SF Dorfmerkingen, die die schwere Auswärtsaufgabe beim FV 09 Nürtingen souverän mit 4:0 meisterten. Der Fünfte im Bunde der Topclubs, der FC Heiningen, musste überraschend und kurios zugleich Federn lassen. Die Mannschaft von Trainer Tobias Flitsch kam bei Schlusslicht Weilimdorf trotz einer 3:0-Führung nach bereits 13 Minuten nicht über ein 3:3-Unentschieden hinaus. „Trotz Unterzahl nach dem Seitenwechsel kann das nicht unser Anspruch sein. Uns fehlen immer noch die Worte“, rang Heiningens Spielleiter Timo Rees nach dem Schlusspfiff um Fassung. Der Verbandsliga-Absteiger weist als Fünfter nun sechs Punkte Rückstand auf Dorfmerkingen aus.

In der Bezirksliga sehnt der VfL Kirchheim die Winterpause herbei. Auch zu Hause gegen Mitaufsteiger FV Plochingen reichte es zu keinem Sieg (1:1) – seit vier Pflichtspielen warten die Blauen nun auf einen Dreier. Dennoch zieht Abteilungsleiter Oliver Klingler ein positives Vorrundenfazit. „Wir hätten auch gegen Plochingen die Punkte nicht hergeben und eigentlich gewinnen müssen. Das Team investiert viel, die Ergebnisse fehlen aber zurzeit. Der eine oder andere junge Spieler und auch Leistungsträger steckt gerade im Formtief, was aber normal ist zum Jahresende. Unterm Strich sind wir mit der Ausbeute voll im Soll.“ Spielertrainer Markus Schweizer ergänzt: „Für ganz vorne reicht es einfach noch nicht. Da fehlen etwas die Qualität und Erfahrung. Jetzt haben wir den Anschluss nach ganz vorne erst einmal verloren“, so Schweizer. „Wir haben sämtliche Saisonniederlagen gegen die Top Vier der Liga kassiert, wir sind noch nicht ganz soweit. Vielleicht bekommen wir im Winter noch ein bis zwei Neuzugänge, auch schon aufbauend für die kommende Spielzeit“, erklärt Klingler abschließend.

Von solchen Sorgen ist die SGEH derzeit weit entfernt. Die 1:2-Pleite in Faurndau war das achte sieglose Spiel in Serie. „So wie es aussieht, müssen wir wie in der letzten Saison eine Aufholjagd zur Rückrunde starten“, macht SGEH-Abteilungsleiter Sven Laderer seinem Unmut etwas Luft. Trainer Dieter Hiller wird nicht infrage gestellt. „Die Niederlagen zehren an der Moral. Wir müssen erkennen, jetzt Fußball zu arbeiten, dann holen wir uns auch wieder den verdienten Lohn ab, denn wir haben genügend Substanz, wenn alle fit sind“, hat Hiller erkannt.Walter Rau

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