Lokalsport

Der Wahnsinnsverfolger naht

Kreisliga A TSV Grafenberg will am Führungsduo aus Neidlingen und Dettingen dranbleiben.

Neidlingen. Verlieren verboten. Kreisliga-A-Spitzenreiter TV Neidlingen und Verfolger SF Dettingen droht übermorgen bei fehlendem Erfolg wahrscheinlich Ungemach - denn der Wahnsinnsverfolger naht. Zehn Spiele in Serie gewonnen, darunter mit 9:3 (TSV Jesingen) und 8:2 (FC Nürtingen) ein paar lockere Preisschießen. Was die Grafenberger Fußballer seit der letzten Niederlage am 13. November des vergangenen Jahres in der Kreisliga A veranstalten, erstaunt selbst erfahrene Trainer. „Das Momentum sprich aktuell ein klare Sprache“, betont Dettingens Coach Heiko Blumauer.

Seine bereits vor einigen Wochen geäußerten Bedenken („wir müssen auch noch Grafenberg beachten“) klingen noch in den Ohren. Blumauer setzt auf eigenen Erfolg - wie übermorgen gegen den TSV Grötzingen - und vor allen Dingen noch auf das Duell des Tabellenführers TV Neidlingen gegen Grafenberg. „Wir stehen dann bereit, um die Situation zu nutzen“, sagte der SFD-Übungsleiter verschmitzt.

Fürs Erste soll der SV Nabern zum Problemlöser für Neidlinger wie Dettinger werden. Die Mannschaft von Maurizio Mantineo wäre übermorgen liebend gerne Stolperstein für Grafenbergs Kickerzunft - nicht ohne Hintergedanken. „Man soll bekanntlich nicht den Tag vor dem Abend loben“, meint Naberns Spieleiter Michael Dangel. Deshalb müsse der SVN als endgültige Nichtabstiegsgarantie noch punkten.

Dass allerdings die Naberner zum Grafenberg-Schreck werden könnten, halten nur wenige für möglich. „Die Grafenberger sind einfach zu gut in Fahrt“, findet Neidlingens Pressewart Robert Kuch. Dass der kommende Spieltag angesichts des herannahenden Konkurrenten eine ganz neue Dramaturgie an der Ligaspitze schaffen könnte, zeigen die Punktabstände. Der TV Neidlingen (60 Zähler, spielt in neun Tagen daheim gegen den TSV Grafenberg) geht mit einem Punkt (SFD) beziehungsweise vier Punkten Vorsprung (SVG) ins Saisonfinale.

Die Neidlinger haben übermorgen einen undankbaren Job. Selbst zum Pessimismus neigende Anhänger sehen ihren Klub beim Match in Neuffen klar favorisiert. Der VfB ist als Tabellenvorletzter fast schon abgestiegen, brachte es beim SV Nabern vor fünf Tagen in Summe gerade einmal auf einen Torschuss. „Auch wenn Neuffen so weit hinten steht, müssen wir absolut konzentriert an das Spiel herangehen“, fordert Robert Kuch.

Die Aufgabe des Tabellenzweiten SFD klingt anspruchsvoller: Der Tabellenvierte TSV Grötzingen rückt an. „Wir haben in den vergangenen Wochen einige Punkte zu viel liegen gelassen“, sagt Grötzingens Abteilungsleiter Olav Sieber zum Punktrückstand (zwölf) auf den Relegationsplatz.

Wie die Naberner benötigt auch der TSV Weilheim II noch Zählbares, um den Ligaverbleib fixzumachen. Zwei Tage nach dem Landesliga-Duell zwischen dem FV 09 Nürtingen und dem TSV Weilheim (heute Abend) kicken die beiden „Zweiten“ auf dem Wörth gegeneinander. Der FVN (34) hat fünf Zähler weniger als die Limburgstädter, ist somit gefährdeter.

Beim TSV Jesingen konnte der Trainerwechsel hin zum Duo Stefan Haußmann/Gaetano Caruana noch keine Trendwende einleiten. „Die beiden hatten allerdings erst gerade einmal zwei Trainingseinheiten, um die Mannschaft auf das Spiel gegen Nürtingen vorzubereiten“, sagt TSVJ-Funktionär Matthias Balla. Nach der 0:1-Heimpleite gegen die Nürtinger bekommen es die Jesinger am Sonntag erneut mit einem Team aus dem Tabellenkeller zu tun. Germania Schlaitdorf holte vergangenen Sonntag immerhin einen Zähler beim AC Catania Kirchheim.

Dort soll nach der Aufbruchstimmung am Montag mit der Wahl eines neuen Führungsgremiums (wir berichteten) auch der Klassenerhalt her. Den ersten von vier Matchbällen kann das Forzano-Team übermorgen beim TSV Raidwangen verwandeln. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, betont Raidwangens Spielleiter Sven Ebinger. Catanias Fußballer müssen wohl mit erheblicher Gegenwehr rechnen.Reimund Elbe

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