Lokalsport

„Der zweite Anzug passt nicht“

Fußballszene Beim Landesligisten aus Weilheim schwinden die Hoffnungen auf den Relegationsplatz.

Weilheim. Timo Rees wurde überrumpelt. Der womöglich erste Relegationsgegner? Der Heininger Multifunktionär musste gestern bei dieser Frage passen. Der traditionsreiche SV 03 Tübingen, Landesliga-Tabellenzweiter (Staffel 3) wäre für den Verbandsliga-Absteiger Widerpart in der Warmlaufphase zur Verbandsliga-Rückkehr. Dass sich Rees und Co. überhaupt mit diesem Thema beschäftigen dürfen, ist neben der eigenen Leistungsstärke (4:0 in Blaustein) auch in der aktuellen Schwäche des TSV Weilheim begründet. „Natürlich haben wir die Niederlage der Weilheimer in Waldstetten wohlwollend zur Kenntnis genommen“, betont Timo Rees, doch angesichts von fünf Punkten Vorsprung auf die Limburgstädter sei die Entscheidung „noch nicht gefallen.“

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In Weilheim fällt das Stimmungsbarometer gen Süden. „Dass wir eine Krise durchleben, ist ohne Zweifel“, sagte Günther Friess, Sportlicher Leiter beim Tabellendritten. Seine Analyse aus dem wenig ertragreichen Verlauf seit der Winterpause: „Der zweite Anzug passt nicht.“ Zurückgekehrte Rekonvaleszenten seien noch nicht hundertprozentig fit, der Kader zudem nicht so besetzt, „dass von Position 1 bis 20 alle Spieler auf dem gleichen Level sind.“ TSVW-Trainer Christopher Eisenhardt sieht die jüngste Entwicklung ähnlich problematisch. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht alles kaputt machen, was wir vor allen Dingen in der Vorrunde mit unseren Leistungen aufgebaut haben“, erklärt der einstige Oberligakicker.

Trotz Pleite gab es ein Sonderlob für den nach langer Pause zurückgekehrten Martin Kirschmann. „So wie er sich in Waldstetten für die Mannschaft reingehängt hat, ist großartig“, meint Eisenhardt, der nun auf die Regeneration in der Osterpause setzt. „Danach wollen wir im Heimspiel gegen Ebersbach die Trendwende einleiten“, gibt sich der einstige Abwehrspieler offensiv.

Im Tabellenkeller wird die Situation in Kirchheims Nachbarstadt prekär. Der FV 09 Nürtingen, in der Vorrunde kurzzeitig Spitzenreiter, ist nach der 0:2-Niederlage gegen den TSV Weilimdorf in höchster Gefahr. Nicht nur das: Trainer Daniel Teufel wird den Verein verlassen (Normannia Gmünd?), fast die Hälfte des Kaders wird wohl ebenso gehen - so hat Mittelfeldstratege Pavlos Osipidis beim Oberligisten SV Göppingen unterschrieben. „Zudem ist unklar, wie es bezüglich Leitung weitergeht“, betont Abteilungsleiter Janusz Szuta, der selbst zum Saisonende nach eigenem Bekunden sein Amt niederlegen wird. Der ruhmreiche FV 09 steht im zweiten Jahr nach der lang ersehnten Landesliga-Rückkehr vor dem Absturz.

In der Fußball-Bezirksliga hat die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang ihren Job beim Tabellenzweiten ordentlich gemacht, letztlich bei der SGM T/T Göppingen 2:5 verloren - was zu gemischten Gefühlen bei SGEH-Kapitän Marc Weger sorgte. „Wir haben 1:0 geführt, waren auch danach immer wieder für ein Tor gut, letztendlich haben die Göppinger aber mit ihren schnellen Außenspielern die entscheidenden Akzente gesetzt“, bilanzierte Weger, der durchaus Positives trotz Niederlage sieht. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir beim Tabellenzweiten gespielt haben“, betonte der Sportgemeinschafts-Spielführer. Zwei Punkte Luft sind zum Relegationsplatz vorhanden, den Ex-Trainer Georgios Karatailidis mit dem TSV Neckartailfingen belegt. Nach der Osterpause empfängt die SGEH den VfL Kirchheim. Die Genusswochen des Schweizer-Teams gingen gestern ungebremst weiter: Das 6:2 gegen den TSV Denkendorf sorgte sogar für die Übernahme des dritten Bezirksliga-Tabellenplatzes.Reimund Elbe