Lokalsport

Dicke Luft an der Lindach: Eisenhardt redet sich in Rage

Fußballszene Weilheims Trainer nach vier Zählern aus fünf Partien angefressen – SGEH freut sich über „Ostergeschenke“.

Weilheim. Fußballlandesligist TSV Weilheim steckt in der Krise. Lediglich vier Zähler stehen aus den fünf Partien in diesem Jahr zu Buche. Gestern erweis sich Abstiegskandidat TSV Blaustein als zu harte Nuss. Nach dem Heininger 3:0-Husarenstreich gegen Spitzenreiter SF Dorfmerkingen vom Samstag, fällt die Eisenhardt-Elf auf Rang drei zurück und ist damit schneller als gedacht Jäger anstatt Gejagter.

„Wir sind 2017 einfach nicht in der Spur. Das war nach der Partie gegen Bad Boll unser zweites richtig schlechtes Spiel in dieser Saison. Wer mich kennt, weiß, wie es in mir jetzt aussieht“, war TSVW-Coach Christopher Eisenhardt angefressen. „Es reicht nicht, wenn nur sechs von elf Spielern Normalform haben. Ich habe mich von den Trainingseindrücken fehlleiten lassen. Der ein oder andere Spieler ist einfach noch nicht soweit“, nimmt der Übungsleiter die Schuld der Niederlage mit einer falschen Mannschaftsaufstellung auf sich. Vor allem die regelmäßig leichten Treffer für den Gegner bringen Eisenhardt auf die Palme. „Egal, mit welche System wir spielen, die Gegentore fallen fast immer zu leicht. Das scheint im Spiel gegen den Ball noch ein längerer Entwicklungsprozess bei uns zu sein. Das ist einer Spitzenmannschaft unwürdig.“ Erst einmal in Rage geredet, spricht „Eise“ keine Stammplatzgarantie mehr aus. „Ab Montag geht es für jeden bei Null los. Gut möglich, dass gegen Waldstetten eine komplett andere Elf aufläuft.“

Einziger Lichtblick war das Comeback von Abwehrrecke Martin Kirschmann, der die letzten 30 Minuten nach überstandenen Herz-Rhythmus-Störungen und einem halben Jahr Spielpause absolvierte. In der nächsten Woche werden noch der rekonvaleszente Kapitän Daniel Heisig und Domenic Brück (abgesessene Rot-Sperre) zurückerwartet, sodass Eisenhardt auch wieder mehr personelle Alternativen zur Verfügung haben wird. Dann gilt es für die Limburg-Kicker in Waldstetten, die per 3:0-Auswärtserfolg in Echterdingen dem TSVW immerhin einen Verfolger vom Leib hielten, die Kehrtwende zu schaffen.

Beim VfL Kirchheim wurde eine Etage tiefer in der Bezirksliga bereits Nägel mit Köpfen für die kommende Spielzeit gemacht. Mit allen Leistungsträgern hat man sich bereits schriftlich geeinigt. Zudem wird Eigengewächs Sascha Flegel aus der U19 in den Kader aufrücken. Unter Rücksichtnahme auf die abgebenden Vereine hält VfL-Abteilungsleiter Oliver Klingler mit den Namen der bereits feststehenden fünf Neuzugänge freilich noch hinterm Berg. „In zwei bis drei Wochen werden wir die Neuzugänge kommunizieren. Mit zwei weiteren Spielern führen wir zudem auch noch Gespräche“, verrät Klingler.

Die Blauen scheinen für die kommende Spielzeit also gut aufgestellt. Beim 3:2-Erfolg in Donzdorf standen sechs 19-Jährige auf dem Platz. „Wir wollen eine gute Runde soweit wie möglich vorne abschließen und den Schwung mit in die neue Saison nehmen, wo wir einiges bewegen wollen“, blickt Klingler voraus.

Einen guten Schwung in der Bezirksliga hat derzeit auch die SGEH. Nach dem 5:0-Erfolg (alle Tore fielen in der zweiten Halbzeit, zwei davon durch Elfmeter) gegen den TSV Neckartailfingen um Ex-Trainer Georgios Karatailidis feierten die Älbler den nächsten Dreier im Kampf um den Klassenerhalt gegen einen direkten Konkurrenten. „Wir haben heute die Ostergeschenke früher verteilt. Ich wünsche der SGEH, meinem Herzensverein, trotzdem alles Gute. Wir müssen jetzt nach uns schauen. Es kommen schwere Zeiten auf uns zu, wenn wir nicht unser Potenzial abrufen“, orakelt Karatailidis, der unabhängig von der Ligenzugehörigkeit auch in der kommenden Spielzeit das Traineramt in Neckartailfingen bekleiden wird.Walter Rau

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