Lokalsport

Die Blanko-Unterschrift

Handball Michael Rehkugler wird in der neuen Saison Trainer beim TSV Weilheim. In welcher Liga das sein wird, weiß er zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings nicht. Von Bernd Köble

Damals noch im Lenninger Dress, bald schon ein Weilheimer: Michael Rehkugler.Foto: Deniz Calagan
Damals noch im Lenninger Dress, bald schon ein Weilheimer: Michael Rehkugler.Foto: Deniz Calagan

Einen Blick in die Zukunft werfen zu können, wünschen sich zurzeit viele im TSV Weilheim. Dem Tabellenvorletzten der Handball-Bezirksliga stehen bange Wochen bevor. Reicht die Kraft für den Klassenerhalt oder versinkt der TSV im Konzert der vier Teckvereine ab Sommer in der Bedeutungslosigkeit? Nichts anderes wäre der schmerzhafte Gang in die Bezirksklasse nach dem Weilheimer Selbstverständnis. Schließlich gab es schon Zeiten, da galten die Roten als die Referenz im lokalen Geschäft.

Das, was kommt, nicht zu kennen, hält die Weilheimer nicht davon ab, die Zukunft zu planen. Klar ist seit diesen Tagen, wer künftiger Trainer wird, und der Neue ist ein guter Bekannter: Michael Rehkugler, zuletzt beim Landesligisten in Grabenstetten auf der Bank und Gestalter des Lenninger Landesliga-Aufstiegs vor drei Jahren, kennt das Geschäft im Teckhandball wie kaum ein Zweiter. In Weilheim stand der ehemalige Zweitliga-Torhüter in Diensten des VfL Pfullingen vor 14 Jahren als Landesliga-Keeper zwischen den Pfosten. Die Verbindungen unter die Limburg sind seit dieser Zeit nie abgebrochen. Der inzwischen 46-Jährige kennt die Weilheimer Verhältnisse, die handelnden Personen, das gesamte Umfeld.

Für Abteilungschef Gunter Zettl genau der Richtige, um der strauchelnden Mannschaft in Zukunft das Sieger-Gen einzupflanzen. „Er ist ein Kämpfertyp und Motivator“, sagt Zettl. „Er bringt Dinge mit, die wir noch brauchen werden.“ Wäre es nach ihm gegangen, säße Rehkugler bereits seit Wochen auf der Bank. Nach dem knapp verlorenen Derby im Januar in Kirchheim, das Rehkugler als Zuschauer verfolgte, war ein schneller Wechsel Thema. Doch die Mannschaft sprach sich dagegen aus, wollte die Suppe, die sie sich eingebrockt hatte, zwar nicht alleine auslöffeln, doch immerhin mit Interimscoach Timo Klein, der seit der Trennung von Martin Weiss im Dezember den Feuerwehrmann spielt. „Wir haben das akzeptiert“, bekundet Gunter Zettl. „Das zeigt auch, dass Charakter in der Mannschaft steckt.“

Zuschauen zu müssen, wie sich die Dinge entwickeln, ohne selbst Einfluss zu nehmen. Für Michael Rehkugler offenbar kein Problem. Er zeigt Verständnis für die Entscheidung, auf den zweiten Trainerwechsel in dieser Saison zu verzichten. „Klar ist das immer auch ein Risiko“, meint der künftige Coach, der weiß, dass die Gefahr, am Ende abzusteigen, ganz real ist. Um ganz sicher zu sein, müsste der TSV Viertletzter werden. „Die Hälfte der Spiele, die noch kommen, sind schwer“, meint Rehkugler. „Das ist ganz dünnes Eis.“ Egal, wie es ausgeht, er steht zu seinem Wort. „Ich wusste, wenn ich mich dafür entscheide, dann ist es egal, in welcher Liga. Er habe eine gute Zeit gehabt in Weilheim. „Das ist immer ein Geben und ein Nehmen“, sagt er. „Jetzt bin ich an der Reihe, etwas zu geben.“

So oder so - es wird keine scharfe Zäsur geben am Ende dieser Saison. „Die Jungs wollen zusammen- bleiben“, zeichnet Gunter Zettl das Stimmungsbild in der Mannschaft und unterstreicht: „Ich werde sie beim Wort nehmen.“ Mit Florian Braun, der Rehkuglers Neffe ist, kehrt eine wurfgewaltige Rückraumkraft vom TSV Grabenstetten zu seinem Heimatverein zurück. Ansonsten wird es kaum Veränderungen geben. Zettl ist sicher: „Die Mannschaft ist besser als ihr Tabellenplatz und hat es nicht verdient, da unten zu stehen.“ Vielleicht gibt es am Ende ja doch noch Gerechtigkeit.

Noch sieben Spiele Abstiegskampf

Für den TSV Weilheim beginnt am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel in Vaihingen das Restprogramm im Bezirksliga-Abstiegskampf. Nur zwei Punkte trennen den Tabellenvorletzten von Platz zehn, der die sichere Rettung bedeutete.

Das Restprogramm allerdings ist kein leichtes: Mit dem TSV Denkendorf, der SG Lenningen und EK Bernhausen warten auf der Zielgeraden noch drei Gegner aus dem oberen Tabellendrittel. Mit dem TV Altbach und dem TSV Wolfschlugen 2 geht es zudem noch gegen zwei direkte Konkurrenten im Kampf um die Nichtabstiegsplätze. bk

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