Lokalsport

Die „Drachentöter“ schwächeln

Knights reisen angeschlagen und mit Keith Rendleman zum Auftaktspiel nach Rhöndorf

Drei Spieler angeschlagen, einer ist neu: Der Saisonauftakt in der Pro A bei den Dragons in Rhöndorf verläuft für Kirchheims Zweitliga-Basketballer anders als geplant. Vor der Premiere heute Abend beim Aufsteiger haben die Knights auf die Verletzung von Dennis Tinnon reagiert und mit Keith Rendleman Ersatz verpflichtet.

Auf den Schultern von Kirchheims Spielmacher Richie Williams ruhen große Erwartungen beim Saisonauftakt heute Abend. Ob Neuzugan
Auf den Schultern von Kirchheims Spielmacher Richie Williams ruhen große Erwartungen beim Saisonauftakt heute Abend. Ob Neuzugang Keith Rendleman (kleines Foto) wird eingreifen können, war zuletzt offen.Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Das lange Warten hat ein Ende: Nach knapp eineinhalb Monaten harter Vorbereitung starten die Zweitliga-Basketballer der VfL Kirchheim Knights in die neue Saison in der Pro A. Mit Aufsteiger Dragons Rhöndorf wartet heute Abend (19 Uhr) in der Fremde ein Gegner, der schwer einzuschätzen ist. Was schwerer wiegt: Kleine Verletzungen mit großer Wirkung haben unter der Woche fast den gesamten Frontcourt stillgelegt und eine geordnete Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel verhindert. Johannes Joos (Wadenzerrung) und Jordan Wild (Handgelenksverletzung) haben seit dem Testspiel in Ludwigsburg vergangenen Samstag nicht mehr trainiert. Dennis Tinnon (Bänderriss im Ellbogen) fällt noch einige Wochen aus, und Andreas Kronhardt erholt sich zurzeit von einem grippalen Infekt. Ohne „Big Men“ kein vernünftiges Training. Michael Mai hatte sich den Saisoneinstieg anders vorgestellt.

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Vor dem Spiel gegen den Aufsteiger überwiegt beim US-Coach dennoch der Optimismus: „Jordan wird auf jeden Fall spielen, und auch Andi sollte bis zum Tip-off wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein“, meint der Trainer. Eine zusätzliche Alternative hat Michael Mai seit gestern. Die Knights haben mit dem 24-jährigen Keith Rendleman auf die Verletzung von Dennis Tinnon reagiert. Der 2,03 Meter große US-Forward ist ein ähnlicher Spielertyp, dessen Stärken seine Reboundarbeit und sein Kampfgeist ausmachen. Nach seinem Abschied aus der US-amerikanischen College-Liga NCAA spielte er ein Jahr erstklassig in Südkorea. Vergangene Saison holte er mit den Lugano Tigers erneut den Titel in der Schweizer Nationalliga. Im Trikot des achtfachen Meisters zählte Rendleman mit knapp 13 Punkten, acht Rebounds und einer 58-prozentigen Wurfquote in 36 Spielen zu den absoluten Leistungsträgern.

„Keith hat uns von allen Kandidaten am meisten beeindruckt“, sagt Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt. „Er liefert das gesamte Paket.“ Dass die Knights auf dem Spielermarkt noch einmal zugreifen würden, stand lange nicht fest. „Nach der bitteren Verletzung von Dennis haben wir zahlreiche Optionen durchgespielt“, verrät Schmidt. Am Ende erschien das Risiko zu groß. „Auf Dennis zu warten, war angesichts des schweren Auftaktprogramms am Ende keine Alternative“, sagt Coach Michael Mai. „Eine frühe Niederlagenserie in dieser starken Pro A kann sich fatal auswirken.“ Ob Rendleman schon heute Abend wird auflaufen können, stand bis gestern noch nicht fest, nachdem noch keine Freigabe vorlag. Spätestens im ersten Heimspiel am kommenden Freitag gegen Chemnitz ist der neue Mann fest eingeplant.

Zumindest auf den kleineren Positionen sind die Knights vor dem Saisonauftakt frei von Sorgen. „Unsere Aufbau- und Flügelspieler sind in sehr guter Verfassung, sowohl mental als auch körperlich“, freut sich Michael Mai. „Sie werden gegen Rhöndorf vermehrt im Fokus stehen.“

Trotz der Favoritenrolle auf dem Papier erwarten die Ritter heute Abend einen heißen Tanz: „Rhöndorf wird unglaublich hart spielen, motiviert sein und sich von der Atmosphäre und Euphorie treiben lassen“, weiß Michael Mai, was ihn und seine Jungs erwartet. „Es ist immer unangenehm, im ersten Spiel auswärts bei einem Aufsteiger antreten zu müssen.“ Erfahrene Führungsspieler wie Richie Williams oder Tim Burnette werden unter diesen Voraussetzungen besonders gefordert sein. „Ein erfolgreicher Auftakt ist für uns eminent wichtig“, betont der Coach, denn was danach kommt, ist definitiv nicht einfacher.

Nach einer durchwachsenen Vorbereitung zeigte sich der Neuling aus dem Bad Honnefer Stadtteil zuletzt zwar nicht in Bestform, verfügt aber über eine ganze Reihe glänzender Einzelspieler – Spielmacher Sterling Carter beispielsweise oder auch Antoni Davis, ein exzellenter Distanzschütze. Ähnlich wie Kirchheim haben auch die Dragons unterm Korb noch einmal nachverpflichtet und mit 113-Kilo-Mann Will Ohuaregbe auf den Ausfall von Daquan Holiday reagiert. Ohuaregbe stammt übrigens vom selben College wie Knights-Neuzugang Rendleman: Beide waren für NC Wilmington in North Carolina am Ball.

VfL Kirchheim Knights: Richard Williams, Dennis Nawrocki, Tim Burnette, Besnik Bekteshi, Tomislav Martinovic, Tim Koch, Jordan Wild, Andreas Kronhardt, Johannes Joos