Lokalsport

Die Gelben humpeln talwärts

Handball Der TSV Owen muss im Bezirksliga-Derby heute Abend in Kirchheim um seinen halben Rückraum bangen

Vieles spricht diesmal für die Kirchheimer, wenn heute Abend (19.30 Uhr, Walter-Jacob-Halle) der zweite Teil des Bezirksliga-Derbys zwischen den Handballern des VfL und des TSV Owen angepfiffen wird. Nach der 22:30-Schmach am ersten Spieltag in der Teckhalle steht der VfL inzwischen mit einem Spiel mehr als die Owener auf Platz zwei in der Tabelle. Zwei Plätzen vor dem TSV, nach Minuspunkten allerdings gleichauf. Beide Teams haben je zwei Niederlagen auf dem Konto. Eine resultiert jeweils aus dem Duell mit dem noch immer ungeschlagenen Tabellenführer aus Köngen. Vorteil Kirchheim: Der VfL hat bereits beide Vergleiche mit dem Spitzenreiter durch und dabei in eigener Halle einen Punkt ergattert. Die zu Hause noch ungeschlagene Mannschaft von Engelbert Eisenbeil kann sich auf ihren Heimbonus also weiterhin verlassen, von dem jeder Gegner inzwischen weiß, dass er nicht nur auf die Kulisse, sondern auch auf das in Kirchheimer Hallen geltende Harzverbot zurückzuführen ist.

Kirchheims Trainer gibt sich vor dem heutigen Spiel gewohnt selbstbewusst: „Wir sind die kompaktere Mannschaft“, sagt er. „Deshalb werden wir das Spiel gewinnen.“ Zur Kompaktheit gehört freilich, dass alle Mann an Bord sind. Bis auf Kapitän Roman Keller, der unter der Woche mit einer Erkältung pausieren musste, sind die Kirchheimer frei von Sorgen. Eisenbeil geht davon aus, dass der Spielmacher heute Abend wird auflaufen können.

Dass die Heimmannschaft als Favorit ins heutige Duell geht, liegt aber nicht nur an der eigenen momentanen Stärke, sondern auch am Zustand des Gegners. Während sich Eisenbeil Gedanken über die taktische Ausrichtung machen kann, stellt sich die Mannschaft der Gäste praktisch von alleine auf. „Das Gute an der momentanen Situation ist, dass jeder von uns genügend Spielzeit bekommen wird, um sich zu beweisen“, meint Owens Spielertrainer Steffen Klett. An normalen Übungsbetrieb war unter der Woche nicht zu denken. Moritz Thum und Hannes Raichle fehlten mit Erkältung. Matthias Büchele (Knie) und Manuel Jauss (Schulter) laborierten an Verletzungen, die sie sich vergangene Woche beim EZ-Pokal zugezogen hatten, wo es der TSV als krasser Außenseiter bis ins Halbfinale schaffte. Dominic Fischer fehlt nach einer Meniskus-OP zu Jahresbeginn gleich für ein halbes Jahr und auch Kapitän Raphael Schmid ist nach einer langwierigen Schulterverletzung noch nicht bei hundert Prozent angelangt. Damit fehlt Klett ein Großteil seines Rückraums ganz oder ist zumindest stark geschwächt.

„Wir haben nichts zu verlieren und werden versuchen, ein gutes Spiel zu zeigen“, verspricht Owens Coach, der mit Bruder und Toptorjäger Bastian zumindest auf eine wichtige Stütze im Rückraum zählen kann. Allzu viel Brisanz will auch sein Gegenüber auf der Kirchheimer Bank dem Spiel nicht beimessen, auch wenn Owen im Falle eines Erfolges am VfL vorbeiziehen würde. „An diesem Wochenende wird nichts entschieden“, betont Eisenbeil. „Für mich ist das ein ganz normales Punktspiel.“

Bernd Köble

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