Lokalsport

Die Gelegenheiten für Formtests werden weniger

Mountainbike Die Absage des „Bike the Rock“ in Heubach trifft die Teckbiker hart. Zumal es beim letzten Rennen in Österreich für zwei noch durchwachsen lief. Von Armin Küstenbrück

Feierte nach längerer Corona-Zwangspause ein gelungenes Comeback: Pirmin Sigel aus Weilheim.Foto: Armin Küstenbrück
Feierte nach längerer Corona-Zwangspause ein gelungenes Comeback: Pirmin Sigel aus Weilheim.Foto: Armin Küstenbrück

Die Mountainbike-Saison nimmt weiter Fahrt auf, auch wenn sie unlängst einen herben Rückschlag erleiden musste: Das „Bike the Rock“, das als Generalprobe für den Weltcup Anfang Mai in Albstadt am kommenden Samstag in Heubach stattfinden sollte, wurde vom Landratsamt wegen der hohen Inzidenzzahlen im Ostalb­kreis untersagt.

Umso wichtiger für die Formbestimmung und die bei manchem Fahrer noch fehlende Rennhärte sind also die wenigen anderen Wettkämpfe, die derzeit in Mitteleuropa stattfinden. So lag der Fokus am vergangenen Wochenende auf Haiming in Tirol, wo das Ötztal in das Inntal mündet. Auf dem anspruchsvollen Kurs kämpften Manuel Fumic, Luca Schwarzbauer und Pirmin Sigel um Weltranglistenpunkte.

Pech hatte Manuel Fumic, der in der zweiten Rennhälfte nach einer bis dahin ohnehin eher durchwachsenen Leistung das Rennen nach einem Reifendefekt aufgeben musste. Deutlich besser schnitt Luca Schwarzbauer ab. Der Reuderner beendete das hochklassig besetzte Rennen auf dem 13. Platz, was ihn selbst überraschte: „Als ich im Ziel ankam und mir alle gratulierten, dachte ich mir: ‚So schlecht kann es gar nicht gewesen sein.‘ “

Vor allem, als Schwarzbauer dann sah, wen er alles hinter sich gelassen hatte. Der 25-jährige Student hatte in der ersten Runde gerade einmal vier Plätze von seinem Startplatz 27 aus gutgemacht, die Beine fühlten sich nicht gut an und auf dem engen Kurs konnte man ohnehin schlecht überholen: „Das läuft jetzt nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte“, sagte Schwarzbauer zu sich selbst, biss aber die Zähne zusammen und kämpfte sich fortan Runde für Runde nach vorne. „Die Strecke in Haiming ist eine super Vorbereitung auf den zweiten Weltcup in Nove Mesto Mitte Mai“, so Schwarzbauer.

Auch der Weilheimer Pirmin Sigel war mit seinem ersten Rennen der Saison hörbar zufrieden. Sigel hatte sich nach der Deutschen Meisterschaft im bayerisch-schwäbischen Obergessertshausen mit Corona angesteckt und lange Zeit an den Folgen laboriert: Die Trainingspause war länger als sonst, üblich langes Ausdauertraining war für den 22-Jährigen vom Bike Junior Team im Winter kaum möglich, doch seit ein paar Wochen läuft es wieder besser: „Ich bin mit meiner Vorbereitung gut acht Wochen hinten dran.“

Sigel hatte das Auftakt-Rennen zur deutschen MTB-Bundesliga ausgelassen, auch um ein Zeichen zu setzen, dass man in diesen Corona-Zeiten nicht immer alles tun solle, was erlaubt sei. „Aber natürlich muss ich auch sehen, dass ich rechtzeitig für Albstadt in Form bin: Das ist meine letzte Saison in der U23-Klasse, da möchte ich mich auf jeden Fall für die Europa- und Weltmeisterschaft quali-fizieren“, gibt Sigel seine Ziele für 2021 vor. Dem Weilheimer gelang es, sich in der Startphase des Haiminger U23-Rennens in die Top-20 vorzustoßen, verlor dann aber in der zweiten von sechs Runden an Boden, fing sich aber wieder und finishte als drittbester Deutscher auf Platz 32.

Sowohl Schwarzbauer als auch Sigel wollen nach der Absage von Heubach nun eine Woche später beim Auftakt der nationalen Schweizer Rennserie im südschweizerischen Leukerbad starten, das mit seiner Höhenlage zwischen 1200 und 1500 Metern über dem Meeresspiegel gewisse Risiken für Albstadt bereit hält. Doch beide Sportler zeigen sich zuversichtlich, beim Weltcup-­Auftakt fit an der Startlinie zu stehen.

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