Lokalsport

Die Hatz auf die Burg wird zur Hitzeschlacht

Leichtathletik Youssief Tekle gewinnt zum vierten Mal in Folge den Hohenneuffen-Lauf, der unter Schwüle leidet.

Happy im Ziel: Biathlet Florian Baumann, VfB-Kapitän Christian Gentner und Mountainbike-Profi Christian Pfäffle.Foto: privat
Happy im Ziel: Biathlet Florian Baumann, VfB-Kapitän Christian Gentner und Mountainbike-Profi Christian Pfäffle.Foto: privat

Beuren. Fast 30 Grad im Schatten bei der 30. Auflage des Hohenneuffen-Berglaufs: Der vom TSV Beuren und TSV Frickenhausen organisierte Klassiker blieb trotzdem fast problemfreie Zone. Es gab allerdings nahezu niemanden, der nach der 9,3 Kilometer langen Hatz auf dem Hohenneuffen zufrieden auf die Uhr blickte. Selbst der Gewinner nicht. „Es war heute zu schwül“, klagte Sieger Youssief Tekle nach seinem vierten Triumph in Folge. Mit der Endzeit von 37,25 Minuten verfehlte der bei Augsburg lebende Eritreer nicht nur den Streckenrekord um fast drei Minuten, sondern auch die persönliche Bestmarke um rund eine Minute. Tekle siegte vor Daniel Noll. Der Glemser sicherte sich damit die baden-württembergische Berglaufmeisterschaft.

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„Auch mir ist es heute schwerer gefallen als sonst“, beschrieb die souveräne Siegerin und neue Landesmeisterin Monika Pletzer jene Mühe, welche das Hinaufrennen vom Bahnhof Linsenhofen auf das Täles-Wahrzeichen bereitete.

Exakt 500 Läuferinnen und Läufer sowie 19 Walker bogen letztendlich in den Burghof ein - eine Zahl, die Organisator Frank Klass glücklich stimmt. „Diese hohe Beteiligung motiviert ungemein, zudem haben wir bei unserem Schülerlauf sogar eine Rekordzahl“, bilanzierte er. 155 Kids waren vom Balzholzer Rathaus auf einer kleineren Runde Richtung Turn- und Festhalle gerannt.

Derweil trafen oben im Burghof immer mehr Finisher ein. Mountainbike-Profi Christian Pfäffle mischte im Feld gut mit. Der Neuffener lieferte als Gesamtachter respektable 42,30 Minuten ab. Biathlon-Nachwuchssportler Florian Baumann - er lief in Balzholz fast am Elternhaus vorbei - kam trotz einer Außenbandverletzung nach etwas mehr als 48 Minuten im Burghof an.

Fußballer, deren Muskulatur mehr auf Schnellkraft denn auf Ausdauer trainiert ist, müssen beim Berglauf besonders leiden. Christian Gentner, Kapitän des Bundesligisten VfB Stuttgart und gebürtig aus Beuren, stellte sich kurz entschlossen erneut der Aufgabe und bog nach rund 55 Minuten in den Burghof ein. Beim Treffen im Zielbereich wirkten Pfäffle, Baumann und Gentner beim Small Talk allerdings schon wieder prächtig erholt.

Eine Beobachtung, die auch das DRK-Team bestätigte. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit und wenig läuferfreundlichen Temperaturen vermeldete es am Ende der Veranstaltung keinerlei hitzebedingte Zwischenfälle gesundheitlicher Art.

Auch der Kultläufer des Hohenneuffen-Berglaufs gehörte zu den schnell Regenerierten. Volker Eberhardt vom TB Neuffen ist und bleibt der einzige Läufer, der alle Rennen absolviert hat - nun sind es deren 30.

Sonderapplaus kassierte auch Gudrun Schmidgall. Fast auf den Tag genau 23 Jahre nach ihrem größten sportlichen Erfolg, dem Gewinn der deutschen Berglaufmeisterschaft just in Beuren, kehrte sie an den Ort des Triumphs zurück. Die knapp 59-Jährige lief nach respektablen 53,50 Minuten ins Ziel. Ihr Streckenrekord aus dem Jahr 1995 (41,04 Minuten) ist im Frauenbereich noch immer das Maß aller Dinge.Reimund Elbe

1 Alle Ergebnisse im Internet unter www.tsv-beuren.de/berglauf