Lokalsport

Die Jagd aufs Podium

Andreas Miller und Michael Pflüger sind bei der Tour Transalp gestartet

Platz drei auf der ersten Etappe nach Brixen: Andreas Miller und Michael Pflüger sind glänzend in die einwöchige Tour Transalp Richtung Gardasee gestartet.

Die Jagd aufs Podium
Die Jagd aufs Podium

Brixen. Vor sieben Jahren stand er schon einmal auf dem Podium in der Masterklasse. 2009 beendeten Andreas Miller und sein Weilheimer Partner Ralf Böhm die Tour Transalp als Klassendritte. Seit gestern nimmt der 44-jährige Kletterspezialist aus Jesingen beim siebentägigen Rad-Etappenrennen quer durch die Alpen mit dem sechs Jahre jüngeren Michael Pflüger einen neuen Anlauf aufs Podium. Und beide sind glänzend auf Kurs: Auf der gestrigen Anfangsetappe über 157 Kilometer von Imst nach Brixen in Südtirol kamen sie nach 4:43,47 Stunden als Dritte bei den Masters ins Ziel. Wie extrem stark diese Klasse besetzt ist, zeigen die gestrigen Etappensieger: Der Südtiroler Seriensieger Hans-Peter Obwaller und sein Partner Matthias Nothegger waren mit 4:30,40 Stunden die Gesamtsieger an diesem Tag, mehr als eine Minute schneller als die deutlich jüngere Konkurrenz in der Männerklasse.

Für Miller und Pflüger bedeutete die Auftaktetappe Schwerstarbeit. Am Anstieg zum 2 017 Meter hohen Kühtaisattel verloren sie den Anschluss an die Spitze mit acht Teams. Die Folge: ein 120 Kilometer langer Soloritt bei sintflutartigem Regen am Brenner bis hinunter nach Brixen. „Ich hoffe, das hat heute nicht zuviele Körner gekostet“, meinte Miller nach der Zielankunft im Eisacktal.

Viel Zeit, zu regenieren bleibt nicht: Morgen steht eine Etappe ins Herz der Dolomiten mit der Umrundung des Sellamassivs auf dem Programm. Tags darauf warten mit Furkelpass, Lago di Misurina, Passo Sant‘ Antonio und Kreuzbergpass gleich vier Dolomitenübergänge. Der Start wurde in diesem Jahr weiter nach Süden verlegt. Statt wie bisher vom Lechtal über das Hahntennjoch nach Imst startet das Feld diesmal im oberen Inntal. Dafür weicht die Strecke in Oberitalien weiter nach Osten aus. Die Königsetappe mit 3 248 Höhenmetern hat am sechsten und vorletzten Renntag unter anderen den schmerzhaft steilen Anstieg hinauf zum Monte Grappa hoch über der Po-Ebene im Angebot.

Innerhalb einer Woche müssen die 1 200 Teilnehmer aus 35 Nationen bis zum Zielort Riva am nördlichen Gardaseeufer 19 446 Höhenmeter überwinden. Knapp 900 Kilometer misst die Strecke. Neben Teamgeist und Willensstärke spielt das Wetter die wichtigste Rolle. In den Hochlagen der Alpen liegt teilweise noch Schnee. Heftige Niederschläge, wie sie in den zurückliegenden Wochen an der Tagesordnung waren, machen das alpine Etappenrennen zu einem ernsten Unternehmen. Das Wichtigste dabei: Beide Partner müssen innerhalb des täglich vorgegebenen Zeitfensters das Ziel erreichen.

Damit die Fitness stimmt, haben Miller und Pflüger ein umfassendes Grundlagentraining von bis zu sechs Stunden pro Einheit absolviert. Auf diese Weise stecken nach der ersten Jahreshälfte rund 9 000 Trainingskilometer in den Beinen. Als Alpen-Simulator musste im Training die vertraute Hepsisauer Steige herhalten. Wo wie am Albtrauf lange Kletterrouten fehlen, sind Wiederholungen die Lösung. Bis zu acht Anstiege in kurzer Folge spulten die Beiden dafür ab. Alles für das eine Ziel: „Alles andere als ein Platz unter den ersten Fünf bei den Masters wäre eine Enttäuschung“, sagt Andreas Miller. tb

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