Lokalsport

Die „jungen Wilden“ wollen das Triple

Die SGM Wendlingen-Ötlingen im Pokalfinale

Die Fußballerinnen der SGM Wendlingen/Ötlingen eifern dem FC Bayern München nach. „Wir wollen das Triple“, fordert Trainer Martin Bestenlehner vor dem Bezirkspokalfinale.

Kirchheim. Mit dem Cup-Sieg morgen (18 Uhr) in Donzdorf gegen Vorwärts Faurndau könnte der Traum vom Dreifach-Triumph in dieser Saison für die Spielgemeinschaft aus Wendlingen und Ötlingen tatsächlich in Erfüllung gehen. Hallen-Bezirksmeister sind die tüchtigen jungen Damen schon – 1:0 im Finale gegen TB Neckarhausen. Die Meisterschaft in der Regionenliga ist bei sieben Punkten Vorsprung drei Spieltage vor Schluss in greifbarer Nähe. Titel und Aufstieg in die Landesliga können schon am Sonntag mit einem Sieg bei Verfolger VfB Ellenberg eingetütet werden.

Bleibt also die Frage nach dem Pokalgewinn drei Tage zuvor. Faurndau ist ungeschlagen Spitzenreiter eine Klasse tiefer in der Bezirksliga. Möglich, dass die Mannschaft mit der einen oder anderen Spielerin aus der „Ersten“, die zwei Ligen höher als die SGM spielt, verstärkt wird. Deshalb rechnet Bestenlehner, früher lange Jahre Spieler beim TSV Ötlingen, mit einem Duell auf Augenhöhe. Allerdings muss der Trainer im defensiven Mittelfeld auf seine Tochter Jana verzichten. Im ersten Spiel nach einem Bänderriss vergangenen Sonntag beim 2:0 im Punktspiel gegen Neckarhausen brach sie sich den Arm und trägt nun Gips. Hinter dem Einsatz der beiden angeschlagenen Annika Vogel und Leonie Retter stehen zumindest Fragezeichen.

Egal wie dieses Spiel ausgeht, die diesjährige Saison ist schon jetzt der vorläufige Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte. Die SGM Wendlingen/Ötlingen gibt es schon seit fast einem Jahrzehnt, die Frauenmannschaft im fünften Jahr. Spielerinnen und Betreuer aus den beiden Vereinen sind zu einer harmonischen Familie zusammengewachsen. Nachwuchsarbeit wird großgeschrieben. So hat die SGM neben zwei Frauenteams vier Jugendmannschaften im Spielbetrieb. In der ganzen Region sind lediglich Faurndau und Deizisau im Nachwuchsbereich ähnlich gut aufgestellt. Ein Erfolg auch der rührigen Co-Trainer Uwe Starz und René Eichhorst sowie von Fitness- und Athletiktrainer Rolf Korutz.

Apropos Korutz. Seine Tochter Alin ist ein großer Rückhalt der Truppe. Vor einem Jahr angelte sich der VfL Sindelfingen die talentierte Torhüterin für die zweite Bundesliga. Für sie wurde bei der SGM in der Vorrunde Mittelstürmerin Lisa Wager zur Torsteherin umfunktioniert. Sie machte ihre Sache sehr gut. Seit Alin in der Winterpause zu ihrem Stammverein zurückkehrt ist, geht nun Lisa wieder auf Torjagd.

Imposante Zahlen sprechen für sich: Wendlingen/Ötlingen hat in 18 Spielen 59 Treffer erzielt, aber nur neun kassiert. Ein Verdienst des gesamten, sehr ausgeglichenen Kaders. „Unser Prunkstück ist die Abwehr“, meint Martin Bestenlehner. Vorne sorgen Anna Hausmann (11 Tore) und Alina Wittler (10) für die Musik. Und das alles mit einer blutjungen Truppe zwischen 17 und den 23 Jahren von „Mutti“ Cindy Schaible.

Sollte die SGM Wendlingen/Ötlingen morgen in Donzdorf den Pokal gewinnen, ist ein „nettes Feschtle“ angesagt. Es könnte sogar eine Doppel-Party werden. Denn dem Endspiel der Frauen geht das Pokalfinale der C-Juniorinnen voraus, ebenfalls gegen Faurndau (14 Uhr). Die größere Feier steigt erst, wenn die Meisterschaft unter Dach und Fach ist. Bes­tenlehner betont: „Darauf liegt unser Hauptaugenmerk.“

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