Lokalsport

Die Knights erinnern sich

Tim Burnette erhält in Kirchheim die Chance zur Rückkehr in die Pro A

Er ist dem Schwabenland treu geblieben, hat Familie, lebt und arbeitet in Stuttgart. Jetzt hat man sich in Kirchheim an ihn erinnert: Mit 33 Jahren ist Tim Burnette noch immer heiß auf Basketball. Nach einem Abstecher in die Regionalliga kehrt er mit den Knights noch einmal zurück in die Pro A.

Licht und Schatten auch bei ihm in einer schwierigen Saison für die Kirchheimer: Tim Burnette im Dezember 2012 im Zweikampf mit
Licht und Schatten auch bei ihm in einer schwierigen Saison für die Kirchheimer: Tim Burnette im Dezember 2012 im Zweikampf mit Düsseldorfs Gary Johnson.Foto: Genio Silviani

Kirchheim. Kaum einer ist wandelbarer als er, und das liegt nicht nur an der Häufigkeit, mit der er die Frisuren wechselt. Zwischen Afrolook, Rastazöpfen und Rasurschnitt spannt sich der Bogen einer bemerkenswerten Karriere, in der Kirchheim breiten Raum einnimmt. Vor neun Jahren, als die zweite Bundesliga noch so hieß, feierte Kirchheim einen Helden. Tim Burnette war Topscorer, Publikumsliebling und Kopf einer Mannschaft, mit der ihm 2008 der Aufstieg in die gerade neu gegründete Pro A gelang. Pech für Kirchheim: Auch sein Marktwert stieg. Der Amerikaner, der zwei Jahre zuvor vom Erstligisten Tübingen unter die Teck gezogen war, war plötzlich eine Nummer zu groß geworden. Erst 2012 kehrte er nach Stationen in Osnabrück, Würzburg und einem Kurzabstecher ins Kosovo zurück nach Kirchheim, ohne jedoch an glanzvolle Zeiten anknüpfen zu können. Der damalige Coach Frenkie Ignjatovic schätzte plötzlich Loyalität und Mannschaftsdienlichkeit des einst so egozentrischen Spielmachers.

Jetzt also die zweite Rückholaktion binnen Kurzem. Ein Manöver ohne raumgreifende Züge, denn der inzwischen 33-jährige Amerikaner war nie wirklich weg. Burnette arbeitet und lebt mit Familie in der Landeshauptstadt, bei Heimspielen der Knights sah man ihn häufig. Dass die Flamme in ihm noch brennt, hat er zuletzt beim Regionalliga-Vierten aus Haiterbach bewiesen. Ab Ende September wird Burnette also wieder in der Pro A auflaufen und wieder im Trikot der Kirchheimer. Dass er inzwischen etwas Rost angesetzt haben könnte, diese Zweifel hat er mit einem überzeugenden Auftritt bei den Tryouts vor Wochen beiseite gewischt. „Körperlich bleiben ihm sicher noch ein paar Jahre auf diesem Niveau“, sagt sein neuer Trainer Michael Mai, der von seinem Landsmann schon immer eine hohe Meinung hatte. Begegnet sind sich beide auf dem Parkett nur einmal. Als Mai 2011 in der Rückrunde in Hannover erstmals als Chefcoach auf der Bank saß, spielte Burnette beim Pro-A-Gegner in Würzburg. „Damals einer der besten drei Guards der Liga“, ist Mai überzeugt. Und heute? „Er hat wenig von seiner Explosivität verloren“, meint der Trainer. Das wohl Entscheidende: „Er ist bereit, die Rolle zu spielen, die wir ihm angedacht haben.“

Als Backup im Spielaufbau gibt es Schlechtere. Vor allem wenige mit seiner Erfahrung. „Für uns ist er ein wichtiger Faktor, auf und neben dem Spielfeld“, sagt Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt. Dass der Mann mit dem Haartick das bodenständige Element in der Mannschaft verkörpert, ist eine ganz andere Geschichte. Mehr Kirchheim fürs Geld, das war eines der Versprechen an die Fans vor der neuen Saison. Ein regionales Herkunftssigel trägt Tim Burnette zwar nicht auf der Stirn. Doch irgendwie passt er ganz gut in dieses Konzept.

Kirchheim Knights: Tim Burnette, Richie Williams, Besnik Bekteshi, Tim Koch, Steffen Harvey, Jordan Wild, Johannes Joos, Andreas Kronhardt

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