Lokalsport

Die Königin der Kirchheimer Platten

Tischtennis Bei den 52. Stadtmeisterschaften gewinnt die Metzingerin Anja Skokanitsch die Titel im Einzel, Doppel und Mixed. Bei den Herren hat Regionalliga-Crack Richard Lukacs die Nase vorn. Von Jan Eder

Spannende Spiele, wie hier zwischen Svenja Maurer und Lena Blankenhorn, gab es am Wochenende in der LUG-Halle zu sehen. Foto: Mi
Spannende Spiele, wie hier zwischen Svenja Maurer und Lena Blankenhorn, gab es am Wochenende in der LUG-Halle zu sehen. Foto: Mirko Lehnen

Das angekündigte Schaulaufen der Tischtennis-Cracks im Rahmen der 52. Kirchheimer Stadtmeisterschaften hat sämtliche Erwartungen an beiden Turniertagen übertroffen. Allein die Tatsache, dass quer durch alle Konkurrenzen auch Teilnehmer von jenseits der 100-Kilometer-Grenze am Start waren, verdeutlicht den Stellenwert, den sich Chef-Organisatorin Rike Gölz und das gesamte VfL-Team in den vergangenen Jahren in der Tischtennis-Szene erarbeitet haben.

Erfolgreichste Teilnehmer 2018 waren die „Königin aller Klassen“, Anja Skokanitsch (TuS Metzingen) mit drei Titeln sowie Nico Peller (TV Hochdorf) und Franziska Schneider (TTV Dettingen) mit jeweils zwei Triumphen in ihren Konkurrenzen. Sieger bei den Herren A wurde der an Position eins gesetzte Richard Lukacs (SV Salamander Kornwestheim), der Matthias Gantert (VfL Kirchheim) auf seinem Weg zum Hattrick im Halbfinale gerade noch stoppen konnte.

Von Beginn an Top-Duelle

In der „Königsklasse“ der Männer war es bereits in den Vorrundenspielen zu zahlreichen hochkarätigen Begegnungen gekommen, da die Gruppen so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr ausgelost wurden. Erfreulich aus Sicht des austragenden VfL schien vor dem letzten Gruppenspiel, dass womöglich alle der acht angetretenen Kirchheimer in die Endrunde der letzten 22 einziehen sollten. Ausgerechnet für den mehrmaligen Turniersieger Klaus Hummel und VfL-Routinier Jürgen Raichle sollte jedoch das letzte Gruppenspiel das unerwartete Aus bringen. Somit fanden sich letztlich Simon Gessner, Matthias Gantert und Patrick Strauch, Jan Eder, Patrick Müller und Sven Körner im Kampf in der K.-o.-Runde wieder.

Die Achtelfinal-Begegnungen brachten einige packende Spiele. Kirchheims Simon Gessner, der bereits den Doppelsieg voraus- geschickt hatte, sah sich plötzlich gegen Andrej Plantikow (SV Nabern) mit 0:2 und 7:10 im Hintertreffen, ehe er noch auf 9:10 verkürzen konnte. In der wahrscheinlich spektakulärsten Ballwechsel-Rallye des Tages hatte dann Plantikow nach gezählten 18 Ballkontakten das bessere Ende für sich, und Gessner war raus.

Für Sven Körner war gegen Mitfavorit Nico Wenger Schluss, und Patrick Müller musste sich Dominic Schirling geschlagen geben.

Zum absoluten VfL-Schreck entwickelte sich ab dem Achtelfinale Richard Lukacs. Gegen den Crack von Regionalligaprimus Kornwestheim mussten nacheinander Jan Eder, Patrick Strauch und im Halbfinale dann auch Matthias Gantert ihre Ambitionen begraben. Bevor sich Gantert jedoch mit Platz drei zufrieden geben musste, bewies er, dass er durchaus auch in der Lage ist, ganz oben mitzuspielen. Gegen Lukacs führte der Kirchheimer bereits 2:1 nach Sätzen und hatte beim 9:7 in Durchgang vier und eigenem Aufschlag bereits einen Fuß im Finale. Allerdings konnte er diesen Vorteil nicht nutzen und unterlag dem späteren Champion noch mit 2:3.

In der anderen Hälfte des Tableaus sollten Nico Wenger, Andrej Plantikow sowie die beiden Zeller Dominic Schirling und Steffen Neubauer den Finaleinzug unter sich ausmachen. Während Wenger gegen Neubauer klar mit 3:0 die Oberhand behielt, entwickelte sich das Match zwischen Plantikow und Schirling zum Nerven-Kracher. Plantikow führte bereits mit 2:0 und 6:3 und musste trotzdem noch die Partie abgeben.

Im Halbfinale wirkte der favorisierte Wenger zwar etwas müde, konnte sich aber in fünf Sätzen den Finaleinzug sichern. Hier wartete mit Richard Lukacs bereits der Top-Gesetzte. Während Wenger am Vortag noch klar mit 3:0 die Begegnung beider Spieler für sich entscheiden konnte, musste er in Kirchheim seinem Gegenüber zu dessen 3:1-Erfolg und dem damit verbundenen Titel des 52. Kirchheimer Stadtmeisters gratulieren.

Zur Königin der Kirchheimer Stadtmeisterschaften krönte sich Anja Skokanitsch - alle drei Konkurrenzen zu gewinnen hatte zuletzt Matthias Gantert vor zwei Jahren bei den Herren vollbracht. Den Mixed-Titel bereits in der Tasche (siehe neben stehender Artikel) wollte die Spielerin des TuS Metzingen anschließend auch noch im Doppel mit Nicole Kiessling (TSV Herrlingen) und im Einzel nach dem Titel greifen. Nachdem beide zusammen ins Einzel- und Doppelhalbfinale eingezogen waren, war für Kiessling im Einzel hier das Turnier zu Ende. Das Finale bestritt Natascha Eitel (TSV Herrlingen) gegen Skokanitsch, die jedoch keinerlei Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen ließ und nach Belieben dominierte.

Anders im Doppel. Hier mussten sich Skokanitsch/Kiessling mächtig strecken, um Ana Ladan/Svenja Maurer vom SV Nabern in Schach zu halten. Platz drei teilten sich Natascha Eitel/Tanja Schiefer (TSG Steinheim) und Anne Dufner/Annika Netzer, beide in Diensten des SV Deuchelried.

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