Lokalsport

Die Leichtathleten sorgen sich um ihren Nachwuchs

Leichtathletik Der Kreisverband hat mit dem Kirchheimer Martin Moll einen neuen Vorsitzenden, der dem Thema „Kinderleichtathletik“ skeptisch gegenübersteht. Von Peter Eidemüller

Wer rennt am schnellsten? Dass der klassische Sprint als Teil des Dreikampfs in unteren Schülerklassen nicht mehr vorgesehen ist
Wer rennt am schnellsten? Dass der klassische Sprint als Teil des Dreikampfs in unteren Schülerklassen nicht mehr vorgesehen ist, stößt im Kreis Esslingen auf Kritik. Foto: Ralf Just

Die rund 8 900 Leichtathleten im Kreis Esslingen haben einen neuen Vorsitzenden: Im Rahmen des Kreistags in Denkendorf hat der Kirchheimer Martin Moll die Nachfolge von Joachim Beckmann (Musberg) angetreten, der nach 16  Jahren im Amt nicht mehr kandidiert hatte.

Die Wahl des 59-jährigen Moll war Formsache. Der Vorsitzende der LG Teck hatte bereits vor zweieinhalb Jahren auf Anfrage Beckmanns signalisiert, den Posten zu übernehmen, sofern der Kreisausschuss in seiner damaligen Konstellation zusammenbleiben würde. Nachdem dies der Fall war, arbeitete Moll seitdem als Beckmanns Stellvertreter im Ausschuss mit.

Die Herausforderungen an den ehemaligen Leichtathleten sind enorm. Vor allem das in den vergangenen Jahren heiß diskutierte Thema „Kinderleichtathletik“ treibt die Vereine im mitgliederstärksten Kreis innerhalb des WLV um. Mit diesem spielerischen Wettkampfsystem für die Altersklassen U8, U10 und U12 will der Deutsche Leichtathletik-Verband laut eigener Aussage „mehr Kinder und mehr Leichtathletik mit mehr System“ erreichen.

Dass dabei künftig nur noch Teamwertungen vorgesehen sind und der klassische Dreikampf wegfällt, halten Kritiker wie im Kreis Esslingen für falsch. „Bei vielen Veranstaltungen sind es doch gerade die Dreikämpfe bei den Kindern, die für die größten Teilnehmerfelder sorgen“, sagt Moll, der nicht nur um die Zukunft traditioneller Schülersportfeste im Kreis wie in Nellingen, Köngen oder Leinfelden fürchtet. Auch würde talentierten Kindern so eine Vergleichsmöglichkeit auf Wettkampfebene genommen. „Wenn ich, weiß dass ich in einer Disziplin gut bin, möchte ich mich doch mit anderen messen“, so Moll.

Kein Wunder also, dass der neue Kreisvorsitzende bei der nächsten Verbandsratssitzung im April einen Antrag auf Wiedereinführung der klassischen Wettkampfdisziplinen stellen wird - dieser war zuvor im Kreisausschuss einstimmig beschlossen worden.

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