Lokalsport

Die letzte Ausfahrt vor Tokio

Montainbike Beim Weltcuprennen im französischen Les Gets will Manuel Fumic seine Form vor dem olympischen Rennen in Japan testen. Von Armin Küstenbrück

Beim letzten Weltcuprennen vor zwei Jahren landete Manuel Fumic in Les Gets auf Platz 17. Foto: Armin Küstenbrück
Beim letzten Weltcuprennen vor zwei Jahren landete Manuel Fumic in Les Gets auf Platz 17. Foto: Armin Küstenbrück

Wenn am Sonntag nach fast einem Monat Pause die Mountainbiker zu ihrem nächsten Weltcup im französischen Skigebiet Les Gets in den Savoyer Alpen antreten, stehen dabei ganz unterschiedliche Ziele im Vordergrund. Zwar kämpft jeder für sich um Platzierungen und Weltranglisten-Punkte, aber es steckt noch mehr dahinter - auch für die Sportlerinnen und Sportler aus der Teckregion.

So ist es zum Beispiel für Manuel Fumic, der gestern neben den drei anderen deutschen Mountainbikern Maximilian Brandl (Freiburg), Elisabeth Brandau (Schönaich) und Ronja Eibl (Grosselfingen) offiziell vom DOSB für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert worden ist, nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Japan. So ganz passt dem 39-Jährigen der Weltcup nicht in die Vorbereitung auf seinen wohl letzten Karrierehöhepunkt. Die vergangenen Tage hat Fumic noch mit seiner Familie in Kroatien verbracht, um sich bei einem Trainingslager bei über 35 Grad den letzten Schliff für Tokio zu holen. Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause ist er mittlerweile in Les Gets angekommen: „Ich weiß nicht, ob ich frisch genug für einen Weltcup bin. Das Training der letzten Tage war sehr hart und ich fühle mich immer noch müde“, teilte Fumic mit: „Deswegen kann es sein, dass das Ergebnis gar nicht so gut werden könnte. Aber Les Gets ist nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Tokio, und darauf ist mein Training ausgerichtet.“

Les Gets, Austragungsort der Mountainbike-Weltmeisterschaften 2004 und zuletzt Weltcup-Etappe 2019 wäre eigentlich eine Strecke, die dem Deutschen Meis- ter liegen müsste, vor allem, da die Strecke 2021 noch etwas technischer umgebaut wurde. Fumic wurde 2019 Siebzehnter.

Auch Luca Schwarzbauer hat gute Erinnerungen an den Kurs auf gut 1200 Metern Höhe. Der Reuderner wurde 2019 in Les Gets 25. und damit drittbester Deutscher. Für Schwarzbauer war allerdings die Nicht-Nominierung durch den Rad-Sportverband BDR an den DOSB ein Nackenschlag, an dem der 24-Jährige ein paar Tage zu knabbern hatte: „Das hat mir ein bisschen den Stecker gezogen und war natürlich auch nicht besonders gut für die Motivation“, räumt Schwarzbauer ein. Dazu kam dann auch noch eine kleine Erkältung. Aber jetzt habe er sich wieder gefangen und schaue zuversichtlich auf den anstehen Weltcup: „Ich hab‘ da jetzt richtig Bock drauf.“ Für ihn sei der Weltcup das letzte wichtige Rennen vor der durch die Olympischen Spiele bedingten Sommerpause, in der bis in den August hinein kaum größere Rennen stattfinden. Der Lexware-Fahrer möchte sein Ergebnis von 2019 toppen und auch das Ergebnis von Albstadt bestätigen: „Ich will zeigen, was ich drauf hab. Mein Ziel ist Top 20.“

Auch der Weilheimer Pirmin Sigel (Bike Junior Team) hatte in den vergangenen Tagen ein bisschen mit seiner Form zu kämpfen: Nach der Corona-Impfung konnte er einige Tage nicht trainieren. Aber ein Formtest am vergangenen Sonntag habe gezeigt, dass der „Körper wieder voll funktioniert und belastbar ist“. Sigel, der erstmals in Les Gets am Start sein wird, freut sich vor allem auf das Profil: „Anstieg und Abfahrt sind klar voneinander getrennt, anders als bei der Deutschen Meisterschaft in Gedern. Das sollte mir mehr liegen“, zeigt sich der 22-Jährige zuversichtlich.

Und Kira Böhm schaut mit gemischten Gefühlen nach Frankreich, auch wenn sie sich nach eigenem Bekunden auf das Rennen freut. Ähnlich wie Fumic geht die Weilheimerin nicht ganz ausgeruht in den Wettkampf: „Bundestrainer Peter Schaupp hat mir viel Grundlagen-Training verordnet, da ich im Winter nicht so viel wie üblich machen konnte“, berichtet sie. Dazu hatte auch sie das Training für ein paar Tage wegen einer Erkältung reduzieren müssen. „Jetzt nehme ich das Rennen hauptsächlich zum Aufbau.“

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