Lokalsport

Die LG Teck bleibt deutlich hinter den Erwartungen

Leichtathletik Bei den Regionalmeisterschaften in Reutlingen gibt es weniger Medaillen als erhofft.

Reutlingen. Die Titel- und Medaillenträume sind wie eine Seifenblase geplatzt: Bei den Leichtathletik-Regionalmeisterschaften der Aktiven und Jugend in Reutlingen, gleichzeitig auch Kreismeisterschaften der vier Regionalkreise Esslingen, Reutlingen, Tübingen, Zollernalb, ist die LG Teck hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Anzeige

Dabei hätten es die Titelkämpfe von Kathrin Sigel werden können. Das aktuelle Leistungsniveau der Weilheimerin im Dress der LG Teck über 100 Meter (12,86 Sekunden), im Hochsprung (1,64 Meter) und im Dreisprung (11,50 Meter) hätte locker zu drei Regionaltiteln in der U20 gereicht. Doch die gerade 18 Jahre alt gewordene Abiturientin hatte sich zwei Tage zuvor im Schulsport verletzt (siehe Infokasten) und musste auf einen Start in Reutlingen verzichten. Für Sigel sind nun sogar die baden-württembergischen Meisterschaften in Gefahr, zumal sie die Qualifikation im Dreisprung und über 100 Meter noch erbringen muss.

Zum Verletzungspech kam auch noch fehlendes Glück. Über 200 Meter der weiblichen U18 führte Emely Schäfer (LG Teck/Jesingen) bis kurz vor dem Ziel. Den Kreistitel bereits vor Augen, schob sich auf den letzten Metern dann noch Jule Schäfer (LG Filder/Echterdingen) an der 17-jährigen Gymnasiastin des Schlossgymnasiums vorbei und siegte in 27,53 Sekunden mit sieben Hundertstelsekunden Vorsprung vor den zeitgleichen Emely Schäfer und Vanessa Fruhmann (LG Filder/Denkendorf). Über 100 Meter war Schäfer in 13,31 Sekunden Drittschnellste im Kreis. Es siegte Anna Hamann (TG Nürtingen/12,79 Sekunden).

Ann-Kathrin Rieker (LG Teck) lief die 100 Meter in 13,93 Sekunden. Damit wurde die in Hepsisau wohnende 19-Jährige Vierte in der U20. Zu den besten Tagesleistungen gehörten hier die 25,14 Sekunden über 200 Meter und 5,77 Meter im Weitsprung von Lena Stäbler (LG Filder/Denkendorf).

Bei den Frauen sorgte die vom VfB Stuttgart zum TSV Neuhausen zurückgekehrte Sabrina Häfele mit ihrem Doppelerfolg über 100 Meter (12,48 Sekunden) und 200 Meter (25,44) für die Highlights.

Mit einer Medaille geliebäugelt hatte Lauryn Schopp (LG Teck/Weilheim) im Speerwerfen. Dafür hätte die 15-Jährige an ihre Bestleistung von 32,46 Metern herankommen müssen. Am Ende wurden es lediglich 27,16 Meter, was zum fünften Platz in der Kreiswertung reichte. Regional- und Kreismeisterin wurde Schopp dafür im Dreisprung mit 9,31 Metern. Die gleichen Titelerfolge erzielte Cousine Maike Renke im Fünfer-Sprunglauf, einer Vorstufe des Dreisprungs, mit 14,75 Metern.

In der Männerklasse verhinderte der krankheitsbedingte Ausfall von LG-Teck-Sprinter Daniel Neth über 100 Meter (Bestleistung 11,41 Sekunden) und 200 Meter (22,93) weitere sichere Regional- und Kreissiege. Nachdem auch der vierfache Titelträger des vergangenen Jahres, Ricko Meckes aus Weilheim, aufgrund seines Studienaufenthaltes in den USA nicht zur Verfügung stand und auch Anna-Lena Unger kurzfristig wegen Krankheit absagen musste, war die Erfolglosigkeit bei diesen Titelkämpfen quasi vorprogrammiert.

Die einzige Medaille für die LG Teck bei den Aktiven holte der Notzinger Sven Haumacher im Diskuswerfen mit 42,39 Metern (zweiter Platz im Kreis/dritter Platz Region).Martin Moll

Schulsport in der Kritik

Die Verletzung von Kathrin Sigel hat für Unmut in Reihen der LG Teck gesorgt. Die Weilheimerin hatte sich im Rahmen des Schulsports beim Straddle-Hochsprung am Sprunggelenk verletzt. „Der Stellenwert des Hochsprungs in der Schule unter dem Aspekt der Vielfalt des Springens und dem Erlernen von Sprungerfahrungen mag für Einsteiger richtig sein, nicht aber für Wettkampfathleten, die diese Sportart im gängigen ‚Flop-Stil‘ beherrschen und zu den Besten in Württemberg gehören“, ärgert sich der Vereinsvorsitzende Martin Moll, der auch an den sogenannten „Coopertests“ kein gutes Haar lässt. „Mit diesen Tests hat der Schulsport zum wiederholten Mal dafür gesorgt, dass Athleten durch Übersäuerung gehandicapt oder gar nicht an Meisterschaften teilnehmen konnten.“tb