Lokalsport

Die Ötlinger als Lucky Loser

Teckbotenpokal: Beide Rübholz-Teams heute im Achtelfinale – Rechenkünstler Stefan Cserny

Die Achtelfinalisten beim 53. Teckbotenpokal-Turnier stehen fest. Gestern, als 1 027 Zuschauer die vier Vorrundenpartien säumten, gab es sportlich keine Überraschungen mehr – dafür einen unverhofften Rückzug zugunsten des TSV Ötlingen I: Weil der TSV Ebersbach am Wochenende nicht genügend Spieler zur Verfügung hat, verzichtet er freilich auf die K.o.-Runde. Damit stehen überraschend beide Rübholz-Teams in der Runde der letzten 16.

Spielplan

1¿027 Besucher zählten gestern die Teckbotenpokal-Kassiere bei den vier Vorrundenspielen: Das Interesse ist ungebrochen.
1¿027 Besucher zählten gestern die Teckbotenpokal-Kassiere bei den vier Vorrundenspielen: Das Interesse ist ungebrochen.

Die Turnierleitung um den hauptverantwortlichen Horst Koch konnte aufatmen: Durch günstige Tabellenkonstellationen in den sechs Vorrundengruppen war eine Punkt- und Torgleichheit zwischen zwei der vier besten Gruppendritten gestern Abend von vornherein ausgeschlossen und ein spätabendliches Elfmeterschießen damit unmöglich geworden. Stefan Cserny (60), Kreisliga-Staffelleiter und offizielle Bezirksaufsicht beim Teckbotenpokal seit Jahrzehnten, hatte noch vor dem ersten Anstoß alle denkbaren Abend-Resultate hochgerechnet. Sein Schluss („es kann in keinem Falle ein Elfmeterschießen geben“) verblüffte alle, entpuppte sich aber als goldrichtig. Hinterher war Rechenkünstler Cserny fein raus.

Und Turnierleiter Horst Koch froh, nicht hektisch zwei betroffene Mannschaften zusammentrommeln zu müssen, um ja den Achtelfinal-Start am Samstagmorgen nicht zu gefährden. Noch glücklicher waren die Ötlinger Funktionäre allerdings, als die Verantwortlichen des TSV Ebersbach ganz unverhofft den Rückzug vom Turnier wegen akuten Personalmangels am Wochenende ankündigten. Promte Folge: Im Ranking der besten Gruppendritten rutschte der TSVÖ vom fünften auf den vierten Tabellenplatz, also jenen Platz, den sportlich die Ebersbacher Türken eingenommen hatten. Zum Achtelfinal-Auftakt trifft die Ötlinger Erste heute Vormittag kurioserweise auf Vorrunden-Gruppengegner TSV Weilheim II.

Ohnehin wird‘s beim 53. Teckbotenpokal jetzt richtig ernst: Mit den Achtelfinalspielen beginnt die heiße K.o.-Phase. Was bekanntlich eine qualitative Niveau-Anhebung des Turniers bedeutet: Die Schiedsrichterleistungen werden definitiv besser, weil erstmals komplette Gespanne zum Einsatz kommen, und die Spiele spannender, weil schon ein einziger Treffer Triumph oder Katzenjammer für eine Mannschaft bedeuten kann. Heiß wird es im Rübholz allemal zugehen: Wetterexperten sagen für Sonntag das Comeback des Hochsommers mit Spitzenwerten bis 30 Grad voraus.

Der Schweiß wird nochmals rinnen, und die Hundertschaft der Turnierhelfer ist nochmals voll gefordert. Am heutigen Samstag neun Stunden Fußball plus Musik-Schmankerl im Festzelt, morgen ein sechsstündiges Kicker-Spektakel mit Halbfinals, Finale und dem Einlagespiel der Ötlinger Zweitliga-Fußballerinnen gegen den Regionenligisten SGM Wendlingen/Ötlingen als Einstimmung aufs Endspiel – für den Ausrichterverein bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. Auch für Organisatorin Angelika Koch nicht. Von den bis gestern ausgetragenen 36 Vorrundenspielen hat die Ötlinger Fußball-Abteilungsleiterin „kaum etwas gesehen“, wie sie bedauert. Beim Ziehen einer ersten Turnierzwischenbilanz war sie trotzdem hoch zufrieden. „Bis auf Kleinigkeiten stimmte bisher alles bei diesem Turnier“, sagte sie gestern. Zum Beispiel „stimmte“ die Gästezahl bei der Player‘s night am Donnerstag. Mehr als 1 000 Besucher strömten da ins Turnierzelt.

Es war eine Kulisse, wie sie sonst nur die Teckbotenpokal-Endspiele haben.

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